Unzufriedener Saglam über seine Situation in Bochum

17.01.2019

VfL

Unzufriedener Saglam über seine Situation in Bochum

Foto: Udo Kreikenbohm

Görkem Saglam kam in dieser Saison viermal zum Einsatz - zu wenig für die eigenen Ansprüche des VfL-Talents. Gegenüber dieser Redaktion hat sich der U20-Nationalspieler Deutschlands zu seiner schwierigen Situation in Bochum geäußert.

Donnerstagmittag auf dem Trainingsplatz in La Dama de Nocha in Marbella. Zwischen zwei Koordinationsübungen drückte VfL-Routinier Patrick Fabian seine Hand in die Schulter von Görkem Saglam, ließ nicht locker. Saglam drehte sich weg, lachte und stieß Fabian zur Seite. Danach waren weitere Einheiten angesagt: Skippings, Stabi-Training, Spurts. Sieben Tage Trainingslager. Sieben Tage intensive Arbeit - in der Regel zweimal am Tag. Für Saglam ist aber nicht nur die Woche in Spanien eine körperliche und geistige Belastung.


Der 20-Jährige ist unzufrieden mit seiner Situation beim VfL. Erst in der Endphase der Hinrunde kam Saglam zum Einsatz, spielte insgesamt 158 Minuten, gab eine Vorlage. Davor war Saglam unter Robin Dutt außen vor, war von 18 Spielen insgesamt sieben Mal sogar nicht im Kader. Der gebürtige Gelsenkirchener über seine Situation: „Natürlich bin ich frustriert und enttäuscht, wenn ich nicht spiele. Es wäre aber auch falsch, wenn ich es nicht wäre. Ich bin Profisportler.“ Und weiter: „Die Herausforderung ist, im Kopf klar zu bleiben und mich körperlich fit zu halten. Ich bin zum Glück jemand, der es mag, viel zu machen. Denn wenn ich reinkomme, dann muss ich die Chance auch nutzen. Du darfst dir dann nicht viele Fehler erlauben.“

System Dutt sieht keinen klassischen Spielmacher vor

Das Problem: Das 4-2-3-1-System von Trainer Robin Dutt sieht keinen klassischen Spielmacher wie Saglam vor. Dutt setzt auf Flexibilität in der Offensive und Spieler, die auch mal öfter die Positionen tauschen. Saglam sieht sich als Spielgestalter in der Zentrale, der die Fäden zieht, Bälle klug verteilt. „Der Trainer hat mir gesagt, dass ich gut trainiere und nah an der Mannschaft bin. Wenn man dann trotzdem am Wochenende nicht im Kader ist, nagt das an einem. Aber ich muss die Dinge so annehmen wie sie sind, weiter meine Leistung auf den Platz bringen und auf meine Chance warten.“

Saglam hat noch einen Vertrag bis 2020 beim VfL: „Ich liebe den VfL, bin seit zwölf Jahren im Verein. Aber Spielzeit ist wichtig. Wenn also ein gutes Angebot käme, wo ich die Aussicht auf mehr Einsatzzeit hätte und mit dem sich auch der VfL arrangieren könnte, dann würden wir uns höchstwahrscheinlich zusammensetzen und überlegen, was zu tun ist.“

Autor: Christian Hoch

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