Die Mission „Wunder von der Warbruckstraße“ geht los. Die komplette Hinrunde hatte der FSV Duisburg durch eine eher chaotische Planung nach dem Aufstieg in die Fußball-Oberliga in den Sand gesetzt. 

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FSV Duisburg will das Wunder

10. Januar 2019, 06:44 Uhr

Ab Donnerstag (10.1.19) gibt Christian Mikolajczak die Kommandos an der Warbruckstraße. Foto: Zoltan Leskovar

Die Mission „Wunder von der Warbruckstraße“ geht los. Die komplette Hinrunde hatte der FSV Duisburg durch eine eher chaotische Planung nach dem Aufstieg in die Fußball-Oberliga in den Sand gesetzt. 

In 19 Spielen holten die Bulls gerade einmal sechs Punkte, verbuchten nur einen einzigen Sieg. Dieses 4:1 gegen Ratingen 04/19 vom 30. September liegt nun auch schon wieder eine ganze Zeit zurück. Am Donnerstag steigen die Rot-Blauen wieder ins Training ein – und nach Hrvoje Vlaovic, der nicht einmal das erste Ligaspiel erlebte, Muhammet Isiktas und Erhan Albayrak bittet mit Christian Mikolajczak nun schon der vierte Coach in dieser Saison zum Stelldichein. 


„So lange es rechnerisch möglich ist, werden wir alles dafür tun, um dieses Wunder zu schaffen“, gibt sich der neuen Mann an der Seitenlinie des FSV kämpferisch. Und anders als für die meisten anderen Teams der Stadt ist es wirklich der Aufgalopp – weil der Verein seine A-Junioren zum Hallenstadtpokal beordert hatte. Sportlich schlugen sich die Jungbullen hervorragend, dennoch löste diese Entscheidung Kritik aus. „Damit hatte ich noch nichts zu tun, weil ich zu diesem Zeitpunkt gerade erst Trainer geworden war“, sagt Mikolajczak. „Auf der einen Seite kann ich den Verein natürlich verstehen, weil wir aktuell nur einen kleinen Kader haben und noch einmal alles versuchen wollen“, sagt der FSV-Coach. „Aber ich kann versprechen, dass das im nächsten Jahr nicht noch einmal passieren wird, wenn ich dann noch Trainer bin. Denn an einem solchen Turnier teilzunehmen und Stadtmeister werden zu können, ist immer etwas Besonderes.“

Ob nun auch die A-Junioren, die sich so gut präsentiert haben, eine Chance bekommen? „Das liegt in erster Linie in der Hand des A-Junioren-Trainers“, will ihm Mikolajczak nicht ins Handwerk pfuschen. „Die Jungs stehen auf Rang zwei der Niederrheinliga, haben die Chance, in die Bundesliga aufzusteigen. Das steht im Vordergrund. Aber für den Sommer werden wir ganz sicher Gespräche führen. Denn es gibt Vereine, die alles dafür tun würden, so einen tollen Unterbau zu haben.“

Der Weg zum Klassenerhalt ist jedenfalls weit. Tatsächlich könnte Rang 15, also der viertletzte Rang, den der SC Velbert einnimmt, schon reichen. Denn wenn kein Niederrhein-Verein aus der Regionalliga absteigt, bestreitet der Fünfzehnte mit den Landesliga-Dritten eine Relegation. Allerdings ist der Abstand auf den SC Velbert und den VfB Speldorf, Mikolajczaks Ex-Verein, auf Rang 14 gleich groß: 14 Punkte. 

Aus Speldorf bringt der Coach einen weiteren Spieler mit. Denn auch Innenverteidiger Kevin Müller schließt sich dem FSV an. „Er ist ein sehr zweikampfstarker Spieler“, lobt der Trainer seinen alten und neuen Schützling. „Er ist ein guter Typ mit der richtigen Mentalität.“ Mit der Verpflichtung von Arman Corovic und Esad Morina hatte der Trainer nichts zu tun. „Aber wir sprechen von Topleuten. Arman hat für Fürth gespielt, ist Innenverteidiger, kann aber auch links und auf der Sechs spielen. Und Esad ist ein Vollblutstürmer.“ Am Sonntag (15.30 Uhr) steht der erste Test gegen den PSV Lackhausen an.

Autor: Friedhelm Thelen

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