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DFB-Pokalsieg, EL-Gruppensieg: SGE mit 2018 zufrieden

25. Dezember 2018, 05:30 Uhr

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Pokalsieg und sechs Erfolge in Europa: Die Eintracht zieht für 2018 zufrieden Bilanz. Beim 0:3 gegen den FC Bayern und Ex-Trainer Kovac fehlen die Kräfte. Coach Hütter formuliert ambitionierte Ziele.

Die letzten Momente eines turbulenten und emotional aufwühlenden Fußballjahres genossen die Profis von Eintracht Frankfurt in der Fankurve. Stolz und mit einem Grinsen im Gesicht präsentierten Nationaltorhüter Kevin Trapp und seine Kollegen ein großes Plakat, das die beeindruckende Choreographie der Fans vor einem der Europa-League-Heimspiele darstellte. Erinnerungen an den nicht für möglich gehaltenen Pokalsieg und an internationale Nächte, Rückblick auf ein höchst erfolgreiches Jahr: Da war das 0:3 (0:1) gegen Rekordmeister FC Bayern München zum Hinrunden-Abschluss schnell vergessen.

«Wir haben eine sehr, sehr tolle Runde gespielt, weil es auch international in einer sehr schweren Gruppe beeindruckend war. Ich glaube, dass viele zufrieden sind. Ich selbst bin stolz, bei so einem tollen Verein arbeiten zu dürfen», bilanzierte Trainer Adi Hütter auf die Frage, welche Überschrift er seinem ersten Halbjahr in der Mainmetropole geben würde. Über die deutliche Heimniederlage gegen die Bayern konnte der Österreicher schnell hinwegsehen, er gratulierte seinem Team stattdessen zu «einer unglaublich tollen Hinrunde».

In Zahlen gefasst liest sich die Bilanz der Eintracht so: 27 Punkte in der Bundesliga und damit Kurs auf eine weitere internationale Teilnahme. Dazu makellose 18 Zähler und das Überwintern in der Europa League. Mit Freude beobachtet Hütter, wie sich sein Team «von einem Abstiegskandidaten zu einem ernstzunehmenden Verein, der international dabei sein möchte» entwickelt. Trotz des Abgangs von vier Stammspielern darf sich die SGE darauf auch berechtigte Hoffnungen machen.

Nicht wenige hatten vor der Saison auf Hütter getippt, wenn es um die erste Trainerentlassung ging. Doch dieser überzeugte als Nachfolger von Niko Kovac mit einer offensiven Spielweise und der Bildung des Sturmtrios Sebastien Haller, Ante Rebic und Luka Jovic. Inzwischen lobt Sport-Vorstand Fredi Bobic, Hütter setze «mit seiner Art, Fußball zu denken, jetzt die Spitze drauf». Über Kovac, der beim 3:0 seiner Münchner am Samstag ein herzliches Wiedersehen mit den alten Bekannten feierte, spricht bei der Eintracht keiner mehr.

Daran änderte auch das finale Duell des Jahres vor 51 500 Zuschauern nichts. Die Eintracht deutete mit einem starken Start nochmal ihre Qualität an, nach dem ersten Gegentor durch Franck Ribéry war die Gegenwehr aber gebrochen. «Mich hat nach dem 0:1 die Körpersprache gestört. Wir haben dann nochmal alles versucht, aber bei einigen Spielern war der Akku schon sehr, sehr leer», ordnete Hütter ein. Die eiskalten Bayern, die ihren fünften Sieg in Serie feierten, nutzen das und erhöhten durch Ribéry und Rafinha.

Ohne den angeschlagenen Rebic und die verletzten Abwehrkräfte David Abraham sowie Makoto Hasebe fehlten den Hessen nach einer langen Hinrunde mit drei Wettbewerben die notwendigen Reserven, um den Bayern noch einmal Paroli zu bieten. «Eintracht Frankfurt ist nicht in der Lage, den Ausfall von vier oder fünf Stammspielern zu kompensieren, vor allem nicht gegen Bayern. Das war auch das Ende der Reise, was Körner angeht», erklärte Präsident Peter Fischer.

Coach Hütter versammelte danach das komplette Team in der Kabine, um sich für das gelungene erste Halbjahr zu bedanken. Es war zugleich ein Abschied von Francisco Geraldes und Deji Beyreuther. Leihgabe Geraldes kehrt zu seinem Stammclub Sporting Lissabon zurück, Beyreuther wird an den Chemnitzer FC verliehen. dpa

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