DFB

"Demütigung" bei TV-Quoten: Horst Lichter schlägt DFB-Team

Robin Haack
12. November 2020, 13:25 Uhr
Foto: dpa

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Am Mittwochabend schauten zeitweise mehr Fernsehzuschauer „Bares für Rares“ als das Länderspiel. Ein Tiefpunkt für den DFB.


Die Übertragungen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sind kein Quotenbringer im TV mehr. Das machte auch das bedeutungslose Testspiel gegen Tschechien (1:0) am Mittwochabend deutlich. In der ersten Halbzeit schauten laut DWDL im Schnitt nur 5,28 Millionen Zuschauer (16,3 Prozent Marktanteil) zu, im zweiten Durchgang immerhin 5,55 Millionen (20,6 Prozent Marktanteil).

Besorgniserregend ist auch, dass das Länderspiel zur Primetime nicht einmal Marktführer im deutschen TV war. Geschlagen wurde die RTL-Übertragung des DFB-Kicks von „Bares für Rares“ im ZDF. Die Sendung mit Horst Lichter wurde von im Schnitt 5,45 Millionen Menschen gesehen (16,9 Prozent Marktanteil).

Viel Spott über das DFB-Team: „Länderspiele bekommen die Wertschätzung, die sie verdienen“


Ein Tiefpunkt für Übertragungen der Nationalmannschaft. Das ist auch dem DFB bekannt. Nicht umsonst räumte Direktor Oliver Bierhoff noch vor drei Tagen ein, dass das Nationalteam „Sympathien verspielt“ habe und viele Fans „tief enttäuscht“ seien. „Dass wir derzeit nicht gerade Deutschlands liebstes Kind sind und nicht das Lagerfeuer, das ist einfach Fakt“, sagte er weiter.

In den sozialen Medien gab es für die mageren TV-Quoten am Donnerstagmorgen viel Spott. „Sehr schön. Die Länderspiele bekommen die Wertschätzung, die sie verdienen“, twitterte beispielsweise ein Nutzer. Ein anderer schrieb von der „ultimativen Demütigung des deutschen Fußballs“. Manche Nutzer gingen in ihrem Hohn noch weiter und forderten „Public Viewing Events in deutschen Städten“.

Für das DFB-Team geht es am Samstag mit einem Nations-League-Spiel gegen die Ukraine weiter (20.45 Uhr/ARD). Am Dienstag steht gegen Spanien (20.45 Uhr/ARD) sogar noch ein drittes Länderspiel an. 

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12.11.2020 - 17:55 - hoelwil

Man schaut sich die Aufstellung an und dann schaltet man auch schnell ab. Löw hat 2008 begonnen spanischer als die Spanier zu spielen. Jetzt will er franzoesischer als die Franzosen zu spielen. Eine eigene Idee von Fussball passend zum deutschen Charakter hat er nicht. Wir kommen über Laufstärke Zweikampfhärte und Abschlusstärke. In allen genannten Bereichen haben wir aber immer weniger anzubieten. Und das hängt auch mit der katastrophalen Trainerbesetzung im DFB Nachwuchs zusammen. Chatzioglou, der Chef dort , hat überhaupt keine Ahnung davon, wie man den Nachwuchs wieder flott macht. Unsere einzige relativ erfolgreiche U21 spielt immer mit dem ältesten Kader, der in der Endrunde erlaubt ist.(Fast 23 Jahre im Schnitt) Die anderen Nationen spielen mit 18 und 19 jährigen echten Talenten. Und in der U17 haben wir schlecht abgeschnitten und mit der U19 haben wir uns schon lange nicht mehr für die Endrunde qualifiziert( Der Riese Norwegen war 2x zu stark). Wir sind mittlerweile im Nachwuchs zweitklassig und das wird sich auch mit der neuen Akademie in Frankfurt nicht ändern,denn es wurde nur in Steine aber nicht in intelligente Köpfe investiert.

12.11.2020 - 16:58 - F.C.Knüppeldick

Liegt auch an Löw,aber wieso gibt es denn auf einmal 3 Spiele in 2 Wochen von diesem Mist ? Mich interessiert eh nur noch die EM und die WM,alles weitere ist irgendwie quälend langweilig.Und mit über 5 Mio ist man ja wohl gut bedient.Das Spiel hatte ja wohl einen Trainingsspielcharakter.Und wer hat wieder vormoderiert ? Frau Wontorra ? Das ist auch so ne Sache,na ja lassen wir das,Nettiquette...

12.11.2020 - 16:36 - IchDankeSie1907

Das ist keine Demütigung! Das ist eine logische Konsequenz, wenn dem Zuschauer seit 2014 nur Mist vorgespielt wird von der Nationalmannschaft. Es liegt nicht an den Spielern, sondern an einem Trainer, der wohl nicht mehr kann.
Und wird Löw nicht bald gehen oder gegangen werden, so wird die EM 2021 zum gleichen Desaster wie die WM 2018.
Es wäre ja nicht unklug sondern sogar schön gewesen dem Zuschauer in den Lock-Downs seitens der Nationalmannschaft Ablenkung von Corona durch gute Spiele zu verschaffen. Aber selbst dafür reicht der Verstand des Führungsteams „der Mannschaft“ nicht aus.
Man ekelt den letzten Zuschauer weg, durch katastrophale Leistungen, weil dieser Trainer nicht in der Lage ist, die beste Mannschaft den Platz zu bringen, weil er sich irgendetwas in seinen vernagelten Kopf gesetzt hat, was einfach nicht funktioniert. Und so schaut der geneigte Zuschauer lieber Horst Licher als Yogis Gurkenfussball.