In diesen Tagen müssen die Menschen zusammenrücken. Auch beim VfL Bochum kann man die Corona-Krise nur gemeinsam meistern. Jetzt gab es einen offenen Brief von Ilja Kaenzig und Sebastian Schindzielorz. 

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Corona-Krise: Offener Brief des VfL Bochum macht Mut

25. März 2020, 19:57 Uhr
Foto: firo

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In diesen Tagen müssen die Menschen zusammenrücken. Auch beim VfL Bochum kann man die Corona-Krise nur gemeinsam meistern. Jetzt gab es einen offenen Brief von Ilja Kaenzig und Sebastian Schindzielorz. 

Solch eine Krise gab es noch nicht. Keiner weiß heute was morgen für Meldungen kommen. Sind sie gut, könnte der Fußball die Saison vielleicht noch beenden. Sind sie schlecht, ist die Fortführung der Spielzeit wieder in weite Ferne gerückt. 

Dementsprechend schwierig ist es Lösungen zu finden, die angemessen sind. Klar ist nur: Auch beim VfL Bochum wird verzichtet. In einem offenen Brief wandten sich nun die beiden Geschäftsführer  Ilja Kaenzig und Sebastian Schindzielorz an die Fans der Bochumer. Zu Beginn heißt es: "Wir leben in ungewissen Zeiten, die Ausbreitung des so genannten „neuartigen Coronavirus“ stellt uns täglich vor neue Herausforderungen. Es wird uns allen individuell viel abverlangt, aber gemeinsam werden wir die Krise überstehen. Das gilt auch im Hinblick auf den VfL Bochum. Schon vor den ersten Spieltagsabsagen haben wir uns mit der Thematik befasst, seit der Verlegung des Heimspiel gegen Heidenheim tagt der Krisenstab – bestehend aus Geschäftsführung und Geschäftsleitung, stets in engem Austausch mit dem Präsidium – dem Wortsinn gemäß täglich. Der Fußball, wie wir ihn kennen, steht vor einer riesigen Herausforderung und wir unternehmen alles, um den VfL als Traditionsverein, als Wirtschaftsbetrieb aber auch als Institution für die Stadt möglichst unbeschadet durch diese Krise zu führen. Dafür sind wir permanent im Einsatz."

Und die VfL-Anhänger haben früh bewiesen, dass auch sie bereit sind, ihren Teil beizusteuern. Sie waren die erste Anhängerschaft, die Geistertickets erwarb. Vor dem abgesagten Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim gingen in kurzer Zeit einige tausend virtueller Karten in die Bochumer Wohnzimmer. Kaenzig und Schindzielorz sind froh über solche Fans: "Was Solidarität im Fußball bedeutet, haben wir in den vergangenen Tagen und Wochen schon erlebt. Speziell in Bochum haben die VfL-Fans sehr viel Kreativität bewiesen."

"Der Profifußball wird einen Selbstreinigungsprozess durchlaufen"

Die Fans sind für den VfL da, die Mitarbeiter auch. Kaenzig und Schindzielorz bedanken sich für die Bereitschaft auf Teile des Gehaltes zu verzichten: "Ein sehr gutes Zeichen ist es, dass sich Mannschaft und Trainerteam bereit erklärt haben, den drohenden finanziellen Einbußen durch einen Verzicht eines Teils ihres Gehalts bis zum regulären Saisonende ein Stück weit entgegenzuwirken. Eine Maßnahme, die wir seitens der Geschäftsführung als hervorragend und sehr solidarisch ansehen und dementsprechend in gleichem Maße dazu beitragen, indem auch wir auf einen Teil unseres Gehalts verzichten."

Um in Bochum den Profifußball zu sichern. Das Management-Duo ist sich sicher, dass sich der Fußball verändern wird. Ihre Meinung: "Der Profifußball wird einen Selbstreinigungsprozess durchlaufen. Vieles mit Entertainment-Charakter wird zukünftig wegfallen, man wird demütiger auftreten. Das ist aus unserer Sicht nicht schlimm. Schlimm wäre es, wenn der VfL Bochum als traditioneller Bundesliga-Standort verschwände. Dass das nicht passiert, dafür kämpfen und arbeiten wir. Tag für Tag, rund um die Uhr."

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27.03.2020 - 11:36 - asaph

..."Der Profifußball wird einen Selbstreinigungsprozess durchlaufen"...
Ja und zwar kräftig, so wie viele andere abgehobene Dinge...

25.03.2020 - 21:08 - Ballaballa52

Genau so isses‘ Horst 15! Wollt eigentlich nix mehr schreiben zu diesem sehr befremdlichen Profifußball mit den laufenden Geldschränken... werd mir das wirklich nicht mehr antun und nach Corona mal schauen ob es sich noch lohnt den amateurfussball ab Liga 4 abwärts zu besuchen... der Fußball vor 1963 und die ersten Jahre danach mit seinen normalen Strukturen kommt wohl nicht wieder und deshalb muss man wohl nach anderen interessanten Dingen Ausschau halten! Läbbe‘ geht auch ohne Fußball weiter! Tschüss!

25.03.2020 - 20:42 - His.Unermesslichkeit

Gerade umgekehrt muss es sein: Fröhliche Zeitgenossen verschrecken Viren.

Der tanzende Neururer auf dem Spielfeld hat damals schon die Viren verschreckt. Seit Neururer nicht mehr tanzt, musste und konnte Corona kommen.

25.03.2020 - 20:12 - Horst15

WETTEN, DASS......NICHT??!
Dieses dumme Geschwätz in hochemotionalen Situationen!
Was haben sie nach dem Tod von Robert Enke gejault.... und was hat sich geändert?? SCHLIMMER ist es geworden.
Die Geier sitzen jetzt schon wieder zusammen und überlegen, wie sie aus der Situation IHREN VEREIN weiter nach oben bringen können.