DFB-Präsident Theo Zwanziger will trotz seines Kampfes gegen Homophobie im deutschen Fußball homosexuelle Spieler nicht zu einem Outing zwingen.

Outings nicht erzwingen

Zwanziger: "Nicht baggern oder betteln"

09. November 2009, 10:34 Uhr

DFB-Präsident Theo Zwanziger will trotz seines Kampfes gegen Homophobie im deutschen Fußball homosexuelle Spieler nicht zu einem Outing zwingen.

"Ich muss respektieren, dass ein Spieler in solch einer Lebenssituation nicht den Weg über die Öffentlichkeit sucht. Vor allem im Männerfußball ist ein Gefüge vorhanden, wo ein Spieler, der diesen Schritt öffentlich vollzieht, in eine benachteiligte Situation kommen könnte. Deshalb sollte man nicht baggern oder betteln, dass ein Outing passiert", sagte Zwanziger im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID).

Der DFB-Präsident machte deutlich: "Vielmehr geht es darum, dass wir weiterhin alles dafür tun, dass der Fußball in Deutschland einen großen Beitrag zu einer in allen Bereichen toleranten Gesellschaft leistet."

Bislang hat sich in Deutschland im Männerbereich noch kein Profi offen zu seiner Homosexualität bekannt. Zuletzt hatte sich auch Nationalspieler Philipp Lahm erneut über homosexuelle Fußballspieler in der Bundesliga geäußert. "Allein von der prozentualen Verteilung im ganzen Land muss es auch schwule Profifußballer geben. Der Spieler, der sich jetzt outen würde, der geht jedes Wochenende vor zigtausend Zuschauern seinem Job nach. Ein Guido Westerwelle spielt nicht jedes Wochenende vor 60.000 Zuschauern Fußball", sagte Lahm dem Männermagazin Playboy.

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