In der Bezirksliga 8 Niederrhein sind 17 von 30 Spielen absolviert und die Spieler befinden sich in der verdienten Winterpause. Zeit sich noch einmal mit der Hinrunde zu beschäftigen. Vier Trainer gingen freiwillig oder wurden entlassen, ein 26-Jähriger

Bezirksliga 8 Niederrhein: Die Hinrundenbilanz

Nach Jahren wieder Spannung an der Spitze

Heiko Gaeb
28. Dezember 2006, 23:10 Uhr

In der Bezirksliga 8 Niederrhein sind 17 von 30 Spielen absolviert und die Spieler befinden sich in der verdienten Winterpause. Zeit sich noch einmal mit der Hinrunde zu beschäftigen. Vier Trainer gingen freiwillig oder wurden entlassen, ein 26-Jähriger "Knipser" hat bereits 20 Treffer auf dem Konto und ein Team spielt auch einmal mit drei nominellen Torhütern gleichzeitig. [i]Die Hinrundenbilanz[/i]

Bereits nach dem ersten Spieltag musste Yilmaz Konak, Coach bei Aufsteiger TuSpo Huckingen, wegen Differenzen mit dem Vorstand gehen. Hamborn 90 hat bereits den dritten Übungsleiter vorzuweisen: Nachdem Mohamed Ali Abdelhafid aus familiären Gründen in der Saisonvorbereitung nach Tunesien reisen musste, wurde er von Dirk Bollmann abgelöst, der wiederum nach dem zehnten Spieltag entlassen wurde. Aktueller Übungsleiter beim Tabellenfünfzehnten ist Metin Colak.

Desweiteren gab es im September bei Safakspor Oberhausen einen Trainerwechsel: Dort übernahm im September Yalcin Avci das Amt des zurückgetretenen Aslan Kilic.

Bester Torschütze

Bester Torschütze ist momentan Oliver Nötzel vom abstiegsbedrohten TB Oberhausen. Der 26-Jährige bringt es auf beachtliche 20 Tore. Das löst natürlich Begehrlichkeiten bei ambitionierteren Klubs in der Liga aus, wo viele Mannschaften einen echten "Knipser" suchen. Doch Dieter Buil, Trainer beim Turnerbund, zeigt sich optimistisch, dass Nötzel bis zum Saisonende bleibt. "Die Planungen laufen mit ihm. Wir brauchen ihn, um den Klassenerhalt zu schaffen", betont der Coach, "nach der Saison werden wir ihn dann aber wohl gegen eine Ablöse an einen ambitionierten Verein trotz Vertrages bis 2009 verlieren."

Mit Christian Rondo-Peres kehrt sogar ein junger und talentierter Spielmacher zum Fritz-Collet-Sportplatz zurück. "Darüber freuen wir uns sehr, da wir finanziell keine großen Sprünge mehr machen können. Er wird uns garantiert weiterhelfen", zeigt sich der TB-Übungsleiter zuversichtlich. "Wir wussten ja, dass es ein sehr schweres Jahr wird. Und so ist es auch gekommen."

Jetzt steht ersteinmal die Hallenstadtmeisterschaft an, wo der Turnerbund als Titelverteidiger antritt. Buil stolz: "Da ist uns letztes Jahr trotz Landesligisten und einem Verbandsligisten ein toller Coup gelungen. Mal sehen, was wir dieses mal leisten."

Der höchste Sieg

Den höchsten Sieg konnte Spitzenreiter BW Oberhausen-Lirich am letzten Spieltag vor der Winterpause bei Schlusslicht Hertha Hamborn feiern. Die Gastgeber gingen auf heimischer Platzanlage im Iltispark hoffnungslos mit 1:9 unter. Mike Snowley, Übungsleiter der Hertha, der viele Experten die Bezirksligatauglichkeit absprechen, stellt relativierend klar: "Natürlich haben wir schon einige Spiele hoch verloren, aber bei dem Match standen drei Torhüter auf dem Feld, das sagt wohl alles."

Der Kampf um die Tabellenspitze

Ein Blick auf die Tabellenspitze verspricht Spannung. Mit SC BW Oberhausen-Lirich, Heimaterde Mülheim, SV Wanheim 1900 und Preußen Duisburg stehen dort gleich vier Teams mit Ambitionen auf die Landesliga. Spannung ist also garantiert. "Endlich", werden sich die Kenner der Gruppe 8 denken, denn letztes Jahr marschierte der Duisburger SV 1900 durch, in der Spielzeit davor hieß das souveräne Team TuRa 88. Toni Puszamszies, Trainer des Spitzenreiters, erklärt: "Wir freuen uns, dass wir ganz oben stehen auch wenn es ein wenig glücklich ist. Wir wissen aber auch, dass es sich schnell ändern kann." Der Mitfavoritenrolle sind die Blau-Weißen jedenfalls bisher gerecht geworden. Aktuell stehen viele Aktivitäten in der Halle an, was den Übungsleiter der Liricher ein wenig stört: "In Oberhausen haben wir im Rahmen der Stadtmeisterschaft einfach immer noch zu viele Termine im Januar. Das ist in anderen Städten besser geregelt. Da kann man sich gar nicht mal ausruhen und ordentlich vorbereiten."

Ein Ziel für die Rückserie lautet auf jeden Fall in den Derbys besser abzuschneiden. "Wenn wir bis zum Saisonende unseren Ansprüchen gerecht werden wollen, müssen wir da einfach mehr Punkte holen." Mit Dennis Klasnitz kehrt ein landesligaerfahrener Akteur zu den Lirichern zurück. Der Innenverteidiger kommt aus Heiligenhaus. Nun ist man noch auf der Suche nach einem Stürmer, der viele Tore macht. Da wird natürlich der Name von Oliver Nötzel gehandelt, doch Puszamszies stellt realistisch klar: "Das ist ein Top-Mann, für den sich neben uns mehrere Vereine interessieren. Außerdem hat er bei TB Oberhausen einen gültigen Amateurvertrag."

Beim Tabellenzweiten Heimaterde, gerade mal zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter, fühlt man sich in der Verfolgerposition durchaus wohl. Henkelüdecke erklärte nach dem Verlust der Tabellenspitze am grünen Tisch, dass sein junges Team sich in der Verfolgerrolle durchaus wohl fühle. Das 8:2 am letzten Spieltag gegen Safakspor Oberhausen dürfte diese Meinung bestätigen.

Auf dem dritten Rang steht mit Wanheim 1900 ein weiteres ambitioniertes Team. Nach einem Formtief in der Mitte der Saison hat sich das von Michael Roß trainierte Team aus dem Duisburger Süden wieder gefangen und liegt vier Zähler hinter einem Aufstiegsrang. Garant für die Punkte ist zweifelsfrei das Sturmduo Manuel Buchholz und Hakan Karabel, dass es auf 23 Treffer bringt. Ein weiterer Lichtblick bei den Wanheimern ist Hasan Bagci, der im Mittelfeld die Fäden zieht und sich bereits sechs mal in die Torschützenliste eintragen konnte. Auch die seit dieser Spielzeit eingeführte Viererkette etabliert sich nach anfänglichen Schwierigkeiten immer besser. "Ich bin mit der Entwicklung sehr zufrieden", bilanziert Roß.

Mit der Mannschaft ist man am Honnenpfad so zufrieden, dass keine Transfers in der Winterpause geplant sind. Dass ist auch beim Vierten Preußen Duisburg nicht der Fall. "Wir haben einen starken Kader, der zusammenpasst. Damit gehen wir auch in die Rückrunde", erklärt Stefan Klaß, der Mann an der Seitenlinie bei den Kickern aus Duisburg-Duissern. Das Saisonziel, das einen guten einstelligen Tabellenplatz vorsah, ist nun aber nach oben korrigiert. "Wir sind vorne mit dabei und wenn es so weiter läuft, dann können wir aufsteigen", bestätigt der Preußen-Coach, "wir gehen mit breiter Brust ins neue Jahr." Am ersten Spieltag nach der Winterpause wartet mit Heimaterde Mülheim dann auch gleich ein schwerer Gegner auf die Duisburger. "Darauf freue ich mich. Dann wissen wir gleich, wo wir stehen", sagt Klaß.

Knapp dahinter, auf Rang fünf, steht mit dem TSV Bruckhausen gleichzeitig der stärkste Aufsteiger mit beachtlichen 27 Punkten. Doch vom Aufstieg will man im Duisburger Norden nichts wissen. Oliver Wolters, Co-Trainer des TSV, stellt klar: "Wir haben eine ordentliche Hinrunde gespielt, auch wenn wir einige unnötige Punktverluste hatten, aber wir sind insgesamt zufrieden." Aktuell trainieren die Bruckhausener in der Halle, um am 3. Januar beim Hallenstadtpokal eine gute Rolle zu spielen. "Eine gelungenen Abwechslung", wie der 38-Jährige findet. Anschließend geht die Saison-Vorbereitung regulär los. Trotz der zufriedenstellenden Hinrunde sucht man noch nach neuem Personal auf allen Positionen. "Wir suchen nur Leute, die uns wirklich weiterbringen", erzählt Wolters und ergänzt: "Wir wollen in der Breite einfach besser aufgestellt sein, um nicht doch noch unten zu landen."

[b]Auf Seite 2[/b]: Das Tabellenmittelfeld, die Abstiegskandidaten und Hertha Hamborn-Trainer Mike Snowley zum Gerücht, dass sein Team im neuen Jahr nicht mehr antritt

Autor: Heiko Gaeb

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