Kein Ballett, aber Spitzentanz! Den zeigt weiterhin der FCR 2001 Duisburg. Drei Spiele absolvierte die Truppe des neuen Trainers Dietmar Herhaus, alle wurden deutlich eingefahren: 6:0 gegen den FSV Frankfurt, 9:1 in Bad Neuenahr sowie Sonntag 5:0 gegen FFC Heike Rheine.

FCR: Weber startet durch, Islacker schmiss hin

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03. September 2005, 15:11 Uhr

Kein Ballett, aber Spitzentanz! Den zeigt weiterhin der FCR 2001 Duisburg. Drei Spiele absolvierte die Truppe des neuen Trainers Dietmar Herhaus, alle wurden deutlich eingefahren: 6:0 gegen den FSV Frankfurt, 9:1 in Bad Neuenahr sowie Sonntag 5:0 gegen FFC Heike Rheine.

Kein Ballett, aber Spitzentanz! Den zeigt weiterhin der FCR 2001 Duisburg. Drei Spiele absolvierte die Truppe des neuen Trainers Dietmar Herhaus, alle wurden deutlich eingefahren: 6:0 gegen den FSV Frankfurt, 9:1 in Bad Neuenahr sowie Sonntag 5:0 gegen FFC Heike Rheine. In keinem Match stieß der FCR auf wirkliche Gegenwehr, auch der kommende Gastgeber FC Bayern München (11.September, 11 Uhr) wird nicht großartig Schrecken verbreiten. "Zufrieden", resümmiert dementsprechend Herhaus nach dem dritten Dreier, während sich seine Rheiner Kollegin Nicole Werner zu einem "wir haben lange Zeit das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten" durchrang.
Ein Satz, der auch noch Tage später in den Ohren klingelt. Der Gast ging von nichts anderem als einer Packung aus, wollte sich nur im Vergleich zur 8:0-Abfuhr aus der Vorsaison verbessern. Was auch mit einem ziemlich destruktivem Auftritt gelang. Beispielhaft: Minutenlang agierte Rheine in Überzahl, als FCR-Kickerinnen draußen behandelt wurden, kam aber noch nicht einmal an den Ball. "Schon frustrierend", gab Werner zu, die ihren Argumentationsausflug in Richtung "wir haben ein junges Team" geflegt vergessen sollte, die "FCR-Kombo" ist nicht älter.

Fragwürdige Marschrouten

Herhaus müssen die fragwürdigen Marschrouten der Konkurrenz nicht interessieren, auch wenn er ein Verdrehen seiner Augen manchmal nicht verbergen kann - und will. "Das war ein sehr guter Start", zuckt der hauptberufliche Lehrer mit den Schultern, "wir haben mit fußballerischen Mitteln agiert, nicht mit der Brechstange." Letztendlich darf sich Herhaus auch bei der taktischen Marschroute bestätigt fühlen. Gegen Rheine agierte die einzige Spitze Inka Grings vierfach als vorbildliche "Endverbraucherin", wurde vom offensiven Mittelfeld Patricia Hanebeck, Shelley Thompson und Fatmire Bajramaj - wie geplant - versorgt. Was fehlte, war noch die eigentlich angestrebte Dominanz auf den Außenpositionen. "Das klappte nicht", nickt Herhaus ab.
Interessant dürfte sicherlich sein, den FCR endlich gegen die Spitzenteams Potsdam (Sonntag, 23.Oktober, 11 h, PCC-Stadion) und den 1.FFC Frankfurt (Sonntag, 11. Dezember, 11 h, Stadion am Brentanobad) zu sehen, die dann nicht wie der Hase vor der Schlange zittern, sich dabei gefallen und das öffentlich auch noch rausposaunen. Aktuell stehen die Länderspiele der A-Nationalmannschaft in Kanada an, vom FCR sind Keeperin Silke Rottenberg, Defensivstrategin Annike Krahn und natürlich Torjägerin Grings dabei. Der erste Auftritt erfolgte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (4 Uhr MESZ) in Vancouver, Sonntag kommt es zum zweiten Aufeinandertreffen (22 Uhr MESZ) in Edmonton. "Wir arbeiten weiter an taktischen Verfeinerungen", nutzt Herhaus die Zeit, um defensive "Ungeselligkeit", wie die von Rheine, zu entlarven. "Sowas wird noch häufiger auf uns zukommen", grübelt Herhaus, "das Tempo darf nicht nur phasenweise hoch gehalten werden." Weitere Schlagworte, die der A-Lizenzinhaber einimpft: "Ballgeilheit, Dynamik."

"Ballgeilheit, Dynamik"

Interessant zu beurteilen ist zweifellos die neue Rolle von Thompson, in der letzten Spielzeit mit 30 Treffern noch die Bundesliga-Knipserin schlechthin, bislang "erst" mit einem Erfolgserlebnis. "Wir dürfen sie nicht nur an ihren Toren messen", stellt sich Herhaus bewusst vor Thompson, "sie kommt jetzt aus dem Halbfeld." Gewissermaßen in bester Günter Netzer-Manier aus der Tiefe des Raumes. Thompson ist nicht mehr ständig in die Spitze unterwegs, "sondern hilft zurück gezogen beim Aufbau und der Balleroberung." Und wird zu Abschlüssen kommen. Herhaus: "Auf jeden Fall, ihre Gabe ist doch, mit großer Geschwindigkeit und Ball zu agieren."
Dass Thompson eher nicht zur eitlen Fraktion gehören dürfte, die ihre Tore braucht, wie andere Wasser und Brot, dürfte klar sein. "Genau", legt sich Herhaus fest, "wir haben ihre Rolle in Vorgesprächen auch geklärt." Ein Konzept, das auch für Thompsons Entwicklung passen wird, schließlich wurde sie für die kürzliche EM nicht mit einem Ticket ausgestattet, weil ihre Robustheit noch bemängelt wurde. Die jetzige Einbindung in das FCR-System dürfte Thompson Argumente liefern. In Kanada ist Thompson noch nicht dabei.

Bresonik-Fall: Anwälte sprechen

Interessant auch die polarisierende Talenteentwicklung. Eine Franceska Weber drängt sich in den Fokus, scheint aus dem FCR-Talentepool den direkten Weg in die Bundesliga zu nehmen, während eine Mandy Islacker "hinschmiss", wie Herhaus erläutert. An einer möglichen Islacker-Verpflichtung versuchte sich die SG Schönebeck, genau wie an Linda Bresonik. Die Trennung von der Mittelfeldspielerin - es geht um Vertragsauflösung mit Abfindung oder nicht - ging bis gestern, 31.August, nicht durch. Die Anwälte sprechen. Früheste Wechselmöglichkeit ist jetzt die Winterpause.

Autor: og

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