Gelungener Auftakt für Meister Bayern

05. August 2005, 22:49 Uhr

Die neue Saison lässt sich für den FC Bayern gut an: Trotz einer Gelb-Roten Karte gegen Ismael siegte der Meister in der Allianz Arena durch Tore von Hargreaves und zwei Mal Makaay mit 3:0 gegen Borussia Mönchengladbach.

Mit einer kämpferisch überzeugenden Leistung in Unterzahl und dank Torgarant Roy Makaay ist Titelverteidiger Bayern München standesgemäß in die WM-Saison der Bundesliga gestartet. Das Team von Trainer Felix Magath bezwang bei der Punktspiel-Premiere in der neuen Allianz Arena Borussia Mönchengladbach mit 3:0 (1:0) und setzte sich damit auch in der 43. Spielzeit der deutschen Eliteklasse zunächst wieder an die Tabellenspitze.

Die Borussia konnte dagegen auch von der frühen Hinausstellung des Neu-Münchners Valerien Ismael (43.) nicht profitieren und läuft nun wie schon im Vorjahr der Konkurrenz von Beginn an hinterher. Ein Traumtor von Owen Hargreaves (28.) sowie zwei Kontertreffer durch Roy Makaay (86./89.) bescherten dem Double-Gewinner trotz einer vor allem spielerisch mäßigen Vorstellung einen Start nach Maß.

Der Engländer Hargreaves zirkelte den Ball nach Vorlage von Roque Santa Cruz unhaltbar für Gladbachs Torhüter Kasey Keller aus 15 Metern in die rechte obere Torecke und erzielte damit gleichzeitig das erste Tor der Saison. Makaay machte mit seinem Doppelschlag alle Hoffnungen der Gladbacher auf eine Überraschung zunichte.

Ballack: "Es war ein heißes Spiel"

"Es war ein heißes Spiel, das nicht einfach für uns war. Die Gladbacher haben uns das Leben schwer gemacht. Nach der Pause haben wir dann die Konter genutzt", meinte Nationalmannschaftskapitän Michael Ballack, der wenig Akzente setzen konnte. "Bis zum 2:0 war die Partie offen. Wir haben mit zehn Mann stark verteidigt", sagte Trainer Felix Magath.

Bei den Gladbachern herrschte dagegen Enttäuschung vor. "Man hat den großen Unterschied gesehen. Wir haben unsere wenigen Chancen einfach nicht genutzt", meinte Rückkehrer Giovane Elber, der in seinem Pflichtspieldebüt für die Gladbacher bei seinem Ex-Klub in der 72. Minute eingewechselt wurde, aber nicht wie erhofft traf.

Um 20.31 Uhr hatte DFL-Chef Werner Hackmann die Saison offiziell eröffnet. Der nach eigenem Bekunden "sehr nervöse" Vorstandsvorsitzende der Bayern, Karl Heinz Rummenigge, versprach den 66.000 Zuschauern im ausverkauften Rund zugleich eine "Saison der Superlative vor der Weltmeisterschaft".

Davon war jedoch zunächst nichts zu sehen. Die Hausherren, denen Magath eine "durchwachsene Vorbereitung" attestierte, fanden nur langsam ins Spiel und wirkten noch immer von der fünftägigen Japan-Reise geschlaucht. Vor allem der mitten im Poker um einen neuen Vertrag steckende Spielgestalter Michael Ballack wirkte gehemmt. Von Gladbachs Neuzugang Niels Oude Kamphuis gut bewacht, setzte er nur wenige Akzente nach vorne.

Hargreaves erlöst die Bayern

In der zwölften Spielminute hatten die Bayern jedoch Pech, als Schiedsrichter Manuel Gräfe (Berlin) ein Handspiel von Thomas Helveg vor der Starfraumgrenze übersah. Gräfe ließ die fällige Rote Karte für den Dänen, der als letzter Mann gerettet hatte, folglich stecken. Erst das Tor von Hargreaves erlöste die bis dahin pomadigen und verkrampft spielenden Bayern.

Gerade als die Münchner zu ihrem Spiel gefunden hatten, schwächten sie sich jedoch selbst. Nach einem Foul an Oliver Neuville sah der Ex-Bremer Valerien Ismael die Gelb-Rote Karte. Die Borussia vermochte allerdings auch in Überzahl nicht, sich eindeutige Torchancen herauszuspielen. Zwar spielten die Gäste gefällig nach vorne, die Stürmer glänzten jedoch durch eine verheerende Abschlussschwäche. So blieb Gladbach auch in der 20. Auswärtspartie in Folge ohne "Dreier" und verlor erstmals seit 1993 wieder sein Auftaktspiel.

Auch der in der 72. Spielminute eingewechselte Ex-Münchner Giovane Elber konnte sich nicht mehr entscheidend in Szene setzen. Ein Pfostenschuss von Marcell Jansen (79.) blieb so die beste Möglichkeit der Gäste auf den Ausgleich. Letztlich konnten die Borussen allerdings den zehnten Bundesliga-Sieg der Bayern in Folge nicht verhindern.

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