Bei der Suche nach einem Nachfolger für Matthias Sammer ist der VfB Stuttgart offenbar auch auf einen prominenten Namen gestoßen: Der italienische Erfolgstrainer Giovanni Trapattoni gilt als heißer Kandidat.

Trapattoni als neuer VfB-Trainer im Gespräch

tok
13. Juni 2005, 16:37 Uhr

Bei der Suche nach einem Nachfolger für Matthias Sammer ist der VfB Stuttgart offenbar auch auf einen prominenten Namen gestoßen: Der italienische Erfolgstrainer Giovanni Trapattoni gilt als heißer Kandidat.

Der italienische Erfolgstrainer Giovanni Trapattoni ist Kandidat für den Posten des Cheftrainers beim Bundesligisten VfB Stuttgart. Der 66-Jährige, der zuletzt Benfica Lissabon zur Meisterschaft in Portugal geführt hatte, soll die Nachfolge von Matthias Sammer antreten. Mit einer Einigung wird in den nächsten Tagen gerechnet.

Beim VfB soll Trapattoni nach dem Abgang der Nationalspieler Kevin Kuranyi zu Schalke 04 und Philipp Lahm nach München sowie dem bevorstehenden Abschied von Spielmacher Alexander Hleb zum FC Arsenal den Umbruch der Mannschaft und eine neue Erfolgs-Ära einleiten. VfB-Präsident Erwin Staudt bezeichnete Trapattoni als "positiv Fußball-Besessenen" und sagte der Stuttgarter Zeitung: "Jetzt geht es ans Eingemachte und damit an Dinge wie das Gehalt oder die Vertragslaufzeit."

Disziplinfanatiker und Defensivspezialist

Dass Trapattoni wie der vor zehn Tagen entlassene Sammer eher als Disziplinfanatiker und Defensivspezialist gilt, stört Staudt nicht: "Wenn dabei - wie zuletzt in Portugal bei Benfica Lissabon - der Titel herausspringt, ist dagegen nichts einzuwenden."

In Lissabon war "Trap" offiziell wegen Heimweh aus seinem bis 30. Juni 2006 laufenden Vertrag ausgestiegen. "Ich vermisse meine Enkelkinder, meine Kinder und meine Frau. Ich werde mit ihnen sprechen und dann eine Entscheidung treffen", hatte der Gentleman erklärt. Doch nun hat beim ehemaligen Coach der "Squadra Azzurra", dem auch ein Angebot vom Serie-A-Klub Lazio Rom vorliegen soll, offenbar ein Umdenken stattgefunden. "Ich will mich nochmal bei einem Erstligisten beweisen", wird Trapattoni in der Münchner tz und im Kölner Express zitiert.

Kultstatus in Deutschland

In Deutschland, wo er Rekordmeister München 1997 zum Double aus Meisterschaft und Triumph im DFB-Pokal führte, genießt "Trap" seit seiner Brandrede vom 10. März 1998 in München Kultstatus. Es war die spektakulärste Ansprache eines Trainers in 42 Jahren Bundesliga. Bruchstückhafte Aussagen des Italieners wie "Flasche leer", "was erlauben Strunz" oder "ich habe fertig" sind inzwischen zum Allgemeingut der deutschen Sprache geworden. Trapattoni müsste in Stuttgart wohl den Neubeginn mit einer runderneuerten Mannschaft starten. Denn nach den Wechseln von Kuranyi, Lahm und Imre Szabics (1. FC Köln) deutet auch bei Hleb vieles auf einen Abgang hin. Sein Berater Uli Ferber sprach im SWR von einer "50:50-Situation.

Englands Cup-Sieger Arsenal London soll für den 24 Jahre alte Weißrussen, der beim VfB noch einen Vertrag bis 2008 besitzt, zwischen 12 und 15 Millionen Euro bieten. Nach Informationen des Fachmagazins kicker soll auch Englands Meister FC Chelsea London Interesse an Hleb bekundet haben.

Autor: tok

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