Das Verfolgerduell zwischen Werder Bremen (4.) und dem VfB Stuttgart (3.) zieht am 27. Bundesliga-Spieltag die meistens Blicke auf sich. Selbst den Kampf um die Meisterschaft stellt es in den Schatten.

Verfolgerduell stellt Titelrennen in den Schatten

02. April 2005, 08:05 Uhr

Das Verfolgerduell zwischen Werder Bremen (4.) und dem VfB Stuttgart (3.) zieht am 27. Bundesliga-Spieltag die meistens Blicke auf sich. Selbst den Kampf um die Meisterschaft stellt es in den Schatten.

Während das Fernduell um die Meisterschaft zwischen dem FC Bayern München und dem FC Schalke 04 in die nächste Runde geht, richten sich die meisten Augen am 27. Spieltag auf das Verfolgerduell um Platz drei. Wenn der deutsche Meister Werder Bremen am Samstag (15.30 Uhr) als Tabellenvierter auf den unmittelbar vor ihm platzierten VfB Stuttgart trifft, geht es im Weserstadion nicht nur um die mögliche Teilnahme an der Champions League - beide Klubs rechnen sich trotz fünf beziehungsweise sechs Punkten Rückstand sogar noch Chancen aus, ins Meisterschaftsrennen eingreifen zu können. Für den Verlierer hingegen dürften nicht nur Meisterschaft und Championsleague-Teilnahme in weite Ferne gerückt sein, auch um den UEFA-Cup wird er bangen müssen. In der Vorsaison galt als die Partie der beiden Traditionsvereine im Gottlieb-Daimler-Stadion (4:4) als Spiel der Saison.

Tabellenführer München hat im Kampf um die Spitze mit dem Gastspiel beim VfL Wolfsburg die vermeintlich schwierigere Aufgabe zu lösen als Schalke im Heimspiel gegen den abstiegsbedrohten 1. FC Nürnberg. Im Tabellenkeller gibt es gleich zwei direkte Duelle. Der Tabellen-17. Hansa Rostock will seine Aufholjagd mit einem Heimsieg gegen Mainz 05 fortsetzen und könnte dabei auch vom direkten Duell der vor ihm platzierten Klubs Borussia Mönchengladbach und VfL Bochum profitieren, die am Sonntag gegeneinander spielen.

Kampf um die internationale Plätze

Mit Interesse auf das Match in Bremen werden im Kampf um den internationalen Wettbewerb auch die Verfolger Bayer Leverkusen und der Hamburger SV blicken. Bayer tritt gleichzeitig bei Arminia Bielefeld an, der HSV bei Schlusslicht SC Freiburg. Der einen Punkt bessere Tabellenfünfte Hertha BSC Berlin erwartet erst am Sonntag das wieder erstarkte Borussia Dortmund.

"Mich interessiert nur der Titel, Bayern und Schalke werden auch noch scheitern", verkündete Bremens Nationalspieler Fabian Ernst bereits und sein Trainer Thomas Schaaf hat trotz derzeit sechs Punkten Rückstand ebenfalls noch Hoffnung auf eine erfolgreiche Titelverteidigung: "Ich habe mit Blick auf unsere Saisonziele in keinster Weise irgendetwas abgeschrieben."

Auch Kollege Matthias Sammer sieht die Partie im Weserstadion als richtungsweisend an: "Der Bessere und nicht der Ängstlichere wird gewinnen. Wir fahren mit der Vorgabe dorthin, drei Punkte zu holen." Deshalb glaubt auch der VfB-Coach daran, dass auch sein Team noch zum Duo Bayern-Schalke aufschließen kann: "Ich habe schon so viel erlebt. Fünf Punkte wurden auch schon mal an den letzten beiden Spieltagen aufgeholt."

Bayern denken an das Triple - Schalke will Wiedergutmachung

Die Bayern haben in bislang 15 Partien gegen Wolfsburg nur einmal verloren und fahren entsprechend selbstbewusst in die VW-Stadt. Ihr Blick geht dabei bereits weit über den Samstag hinaus, denn auch im Pokal und der Champions League sind sie ja noch im Rennen: "Wir müssen jetzt zeigen, ob wir stark genug für das Triple sind", sagt Torwart Oliver Kahn: "Man hat nicht oft die Möglichkeit, in zwei Monaten drei Titel zu gewinnen." Trainer Felix Magath schlägt in die gleiche Kerbe: "Wolfsburg ist ein Schlüsselspiel, der Auftakt zu zwei entscheidenden Monaten in denen es darum geht, die Erfolge einzufahren, für die wir die gesamte Saison gearbeitet haben."

Bei den krisengeschüttelten Niedersachsen trifft der ehemalige Münchner Nationalspieler Thomas Strunz erstmals als Sportdirektor auf seine alte Mannschaft. "Bayern ist in der derzeitigen Phase die leichteste Aufgabe für uns", meinte Strunz, "wir haben in einem Spiel die Gelegenheit, die 1:5-Blamage gegen Bochum vergessen zu machen." Trainer Erik Gerets, der überlegt, seinen formschwachen Spielmacher Andres d´Alessandro auf die Bank zu setzten, kündigte jedenfalls einen verbissenen Kampf an: "Ich brauche gegen die Bayern elf Löwen."

Rehabilitation lautet auch das Motto in der Arena AufSchalke nach dem blamablen 1:2 bei Mainz 05 und der damit aus der Hand gegebenen Tabellenführung. "Vielleicht sieht die Welt am Samstag schon wieder ganz anders aus", meinte Trainer Ralf Rangnick, "die Mannschaft brennt auf Wiedergutmachung für das weggeworfenen Spiel gegen Mainz."

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