Schalke will in Kaiserslautern Spitze übernehmen

as
29. Januar 2005, 14:55 Uhr

Zum Auftakt des 19. Spieltags der Bundesliga stehen heute sieben Partien auf dem Programm. Der FC Schalke 04 kann dabei durch einen Punktgewinn in Kaiserslautern zumindest für einen Tag die Spitzenposition übernehmen.

Überschattet vom Schiedsrichter-Skandal bemüht sich die Bundesliga am Wochenende um Rückkehr zur Normalität. Vor allem Titelanwärter Schalke 04 will sich heute ab 15.30 Uhr die Chance nicht entgehen lassen, erstmals seit dem 5. Mai 2001 wieder die Tabellenführung zu übernehmen und damit den bislang punktgleichen Spitzenreiter Bayern München für das Sonntagspiel bei Hertha BSC Berlin in Zugzwang zu bringen.

"Solche Gedankenspiele sind mir egal. Wichtig ist, dass wir die drei Punkte holen. Wie Bayern am Sonntag spielt, darauf haben wir keinen Einfluss", sagte Schalke-Coach Ralf Rangnick aber relativ emotionslos vor dem Auftritt der "Königsblauen" beim 1. FC Kaiserslautern.

Auf Rücksichtnahme der eigenen Anhänger vertraut Nationaltorwart Timo Hildebrand, der erstmals nach seinem ausgeschlagenen Vertragsangebot beim VfB Stuttgart mit den Schwaben vor heimischer Kulisse aufläuft. "Darüber gibt es nichts mehr zu reden. Das Thema Hildebrand ist vom Tisch", erklärte VfB-Trainer Matthias Sammer vor dem Duell mit dem 1. FC Nürnberg. Durch einen Sieg gegen den "Club" könnten die ohne ihren gelb-gesperrten Kapitän Zvonimir Soldo antretenden Stuttgarter Tuchfühlung zur Spitze halten.

Leverkusen gegen Bochum in der Pflicht

Seinen Aufwärtstrend will Bayer Leverkusen gegen Abstiegskandidat VfL Bochum untermauern. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, Bochum zu unterschätzen. Die Mannschaft ist besser, als es der Tabellenstand aussagt", warnte Bayer-Coach Klaus Augenthaler aber sein Team und verwies zudem auf die dürftige Bilanz des Werksteams gegen die Westfalen in der jüngeren Vergangenheit. Unter Trainer Peter Neururer hat der letztjährige UEFA-Cup-Starter noch nie in der BayArena verloren (vier Siege und ein Remis). "Leverkusen ist seit unserem Aufstieg unser Lieblingsgegner. Ich hoffe, dass diese Serie hält", meinte der VfL-Coach und klammerte sich nach zuletzt fünf Auswärtspleiten seiner Mannschaft in Serie an die Statistik.

Ihre Positionen im Vorderfeld der Tabelle wollen nach ihrem jeweiligen Fehlstart in die Rückrunde auch die drei Nordklubs VfL Wolfsburg (bei Schlusslicht SC Freiburg), Hannover 96 (bei Arminia Bielefeld) und der Hamburger SV (gegen den FSV Mainz 05) festigen. "Wir müssen den Mist gut machen, den wir uns gegen Borussia Dortmund eingebrockt haben. Für Freiburg ist der Druck aber größer als für uns", erklärte Wolfsburgs Trainer Erik Gerets, der allerdings die Stammkräfte Andres D'Alessandro, Diego Klimowicz und Thomas Rytter ersetzen muss.

In Bielefeld verstärkt Hannovers Trainer Ewald Lienen, der zum 200. Mal als Bundesliga-Coach auf der Bank sitzt, nach dem 0:3 gegen Leverkusen die Defensive, in der vermutlich der erst 18-jährige Sören Halfar sein Erstliga-Debüt gibt.

Nach den Diskussionen um den "Schiri"-Skandal erhofft sich HSV-Trainer Thomas Doll, "dass meine Spieler die Aggressionen der vergangenen Woche in positive Energie umwandeln". Sportchef Dietmar Beiersdorfer machte klar: "Um unsere Ziele zu verwirklichen, brauchen wir die drei Punkte." Dies gilt allerdings für die Mainzer nach vier Niederlagen hintereinander ebenso.

Holländisches Trainer-Duell in Dortmund

Beim Westderby zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach stehen die beiden niederländischen Trainer Bert van Marwijk und Dick Advocaat im Mittelpunkt. "Ich freue mich auf das Duell mit meinem alten Weggefährten Advocaat", meinte BVB-Coach van Marwijk, der auf den angeschlagenen Tomas Rosicky verzichten muss, dafür aber erstmals den neuen Torjäger Ebi Smolarek von Beginn an spielen lassen wird. "Es ist erstaunlich, wie schnell ihn Mannschaft und Fans in die Arme geschlossen haben." Bei den Gästen ist der Einsatz des belgischen Neuzugangs Wesley Sonck (Leistenprobleme) stark gefährdet.

Autor: as

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