2:6-Jahreskehraus, aber Zufriedenheit! Die SG Schönebeck ging trotz der Niederlage im Heimspiel gegen Turbine Potsdam entspannt in die Winterpause.

SCHÖNEBECK: Wißing: "Ist kein Abenteuer"

og
27. Dezember 2004, 12:19 Uhr

2:6-Jahreskehraus, aber Zufriedenheit! Die SG Schönebeck ging trotz der Niederlage im Heimspiel gegen Turbine Potsdam entspannt in die Winterpause.

2:6-Jahreskehraus, aber Zufriedenheit! Die SG Schönebeck ging trotz der Niederlage im Heimspiel gegen Turbine Potsdam entspannt in die Winterpause. Willi Wißing, SG-Manager, will das alles nicht abstreiten. "Wir haben uns sehr gut verkauft. Mensch, eigentlich war dieser Bundesliga-Aufstieg doch auch überhaupt nicht geplant, wir haben die bisherigen elf Zähler ohne großartige Verstärkungen geholt." Es kamen: Barbara Müller, Petra Unterbrink, Monique Langpohl, Mirja Kothe.
Gegen alle Dominanz-Teams der Liga - FFC Frankfurt (0:6), Potsdam (0:4, 2:6), Duisburg (1:4), Bayern München (0:0) - wurde gezockt, ein Punkt wurde geholt, allerdings ist die Entwicklung nicht nur an den Resultaten deutlich zu ersehen. Im Viertelfinale des DFB-Pokals trat die Agolli-Truppe bekanntlich auch in "Mainhattan" an, hielt 90 Minuten ein 0:0, bis weit in Hälfte zwei stand es gegen Turbine 2:3. Ein Abrutschen in Abstiegsgefahr sollte kaum noch passieren, mit dieser Prognose wird man nicht falsch liegen, auch in Schönebeck herrscht diese Überzeugung vor, wird auch offensiv formuliert. "Viel ging durch die Euphorie", legt sich Wißing fest, "letztendlich sind das doch die Mannschaftsstrukturen, die in der Regionalliga auch da waren."
Wie gesagt, Schönebeck ist angekommen in der Bundesliga. "An das Niveau mussten wir uns rantasten", formuliert Wißing, "es ist doch klar, dass wir Potsdam oder Frankfurt nicht komplett Paroli bieten können, das sind Teams, die machen kaum Fehler, können sich Verstärkungen kaufen." Für Schönebeck ein Wunschtraum.
Wißing weiß das: "Wichtig wäre das, uns sind vor der Saison doch Sandra Deilmann und Steffi Ducke für die Offensive komplett ausgefallen." Deilmann absolviert nach ihrem Kreuzbandriss Aufbautraining, Ducke absolviert ein neunmonatiges Trainingslager mit Blickrichtung 1.April: An diesem Tag wird sie Mutter eines Sohnes. Wißing: "Carola Winter ist erst 17 Jahre, eine Carina Hellmann ist ein Youngster." Wobei Winter auch lange verletzt war, sich über ihr Tor gegen Turbine berechtigt ein Loch in den Bauch freute. Wißing kann weiter erklären: "Eine Silke Tancyus hat vor ihrem Wechsel zu uns drei Jahre in der Landesliga gespielt, jetzt muss sie sich ganz oben bewähren."
Insgesamt kann Wißing aber mit einiger Überzeugung behaupten: "Die Bundesliga ist für uns kein echtes sportliches Abenteuer geworden, auch organisatorisch lernen wir immer mehr hinzu. Insgesamt ist das alles ein riesiger Imagegewinn." Wißings Fazit: "Wir haben nicht vor, uns oben wieder zu verabschieden. Müssen uns dafür aber eine permanente Klientel aufbauen."
Übersetzt: Sponsoren und Zuschauer - Wißing schleicht nicht um den heißen Brei: "Wir haben eine Menge angeleiert, wollen in den nächsten Monaten noch weitere Geschichten auf die Reihe kriegen." Mit dem Ziel, beim Gesamt-Etat in der kommenden Bundesliga-Saison - von nichts anderes gehen Team und Verantwortliche aus - zulegen zu können. Wißing: "Hungerlöhne für die Mädels sind einfach zu wenig, mein Ziel ist es, jeder Spielerin irgendwann mindestens 400 Euro zahlen zu können." Plus der Fahrgeld-Quote. Eine summierte Etat-Ziffer von 250.000 Euro wäre für Wißing ein Meilenstein, vieles läuft auch über Partner (Wohnbau EG, Renault Boden). Wißing nickt ab: "Günstige Wohnungen, Autowerbung." Insgesamt scheut sich der Funktionär auch nicht vor neuen Wegen - Wißing: "Ich habe nichts dagegen, wenn jemand den Bereich Sponsoren für uns professionell unterstützt." Natürlich war die Gewinnung der KPMG als Trikotsponsor ein echter Hammer für den Club. Wißing: "Super, wir werden uns unterhalten, wie das weiter geht." Spielerinnen (wie Duisburgs Stephanie Mpalaskas, mit der Agolli einig ist, jetzt müssen nur noch die Clubs klar kommen), Sponsoren, alles muss zum Club passen - Wißing: "Es liegt uns am Herzen, das familiäre Image weiter zu pflegen, uns aber trotzdem immer professioneller auszustatten." Und das soll sich nicht beißen!og

Autor: og

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