Homm will Akte Niebaum endgültig schließen

cle
20. Oktober 2004, 16:47 Uhr

Der Rücktritt von Dr. Gerd Niebaum als Präsident ist BVB-Großaktionär Florian Homm noch nicht genug: Jetzt soll Niebaum auch noch als Geschäftsführer von seinen Aufgaben in Dortmund entbunden werden.

Die Tage des als Präsident beim finanziell schwer angeschlagenen Bundesligisten Borussia Dortmund zurückgetretenen Gerd Niebaum sollen nach den Plänen des BVB-Großaktionärs Florian Homm endgültig gezählt sein. "Ich werde es begrüßen, ihn bei der Hauptversammlung zum Ehrenmitglied auf Lebenszeit zu machen. Außerdem soll Herr Niebaum für seine Verdienste eine marktübliche Abfindung erhalten, die sich im Rahmen von zirka 600.000 Euro bewegt", erklärte Homm, der in der SportBild einen Fünf-Punkte-Plan zur Zukunft der Borussia vorstellte.

Groß-Aktionär Homm plant Neuerungen

Neben dem endgültigen Ende der Ära Niebaum, der nach seinem Rücktritt weiter Geschäftsführer der KGaA des börsennotierten Traditionsklubs bleiben wollte, will Neckermann-Erbe Homm bei der Mitgliederversammlung am 14. November noch zahlreiche weitere Neuerungen durchsetzen. So soll die Geschäftsführung von Unternehmensberatern unterstützt und der mediale Auftritt des BVB verbessert werden. Das Präsidentenamt soll nach der Vorstellung Homms zukünftig von der Geschäftsführung getrennt und die Sponsoren sollen verstärkt in die Entscheidungen eingebunden werden. Homm hat laut SportBild seine Mitgliedschaft beim BVB beantragt.

Rauball weist Homm in die Schranken

Die Pläne des Großaktionärs stoßen allerdings beim neuen Präsidenten Reinhard Rauball auf wenig Gegenliebe. "Er tut dem BVB keinen Gefallen, wenn er durch öffentliche Erklärungen fordernd nach außen tritt. Nach meiner Auffassung haben die Mitglieder alleine das Sagen. Selbst wenn ein Mann wie Homm so viel Geld in den BVB gesteckt hat, hat er damit keinen Anspruch auf Konsequenzen, die er von außen fordert", sagte Rauball der Wochenzeitung Die Zeit. Er habe dies Homm bereits telefonisch deutlich gemacht, so Rauball weiter.

Niebaum sieht sich als Opfer der Medien

Unterdessen hat sich auch Niebaum zu Wort gemeldet. Der 55-Jährige sieht sich als Opfer der Medien. "Ich fühle mich manchmal wie in Bölls "Die verlorene Ehre der Katharina Blum". Da kommt ein Prozess der Rufschädigung in Gang, und am Ende kommt man aus dem Strudel kaum noch heraus", sagte Niebaum im Stern, und erklärte die momentane Situation beim BVB aus seiner Sicht: "Der Rücktritt ist mein Beitrag, um die Wogen zu beruhigen. Es ist vor allem eine Geste nach außen. Von einer Überschuldung des Unternehmens sind wir weit entfernt."

Autor: cle

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