Gleich am ersten Bundesligaspieltag kehrt Felix Magath mit seinem neuen Verein Bayern München an seine alte Wirkungsstätte zum Hamburger SV zurück. Auch drei weitere neue Trainer geben heute ab 15.30 Uhr ihren Einstand.

Magath mit neuem Klub in der alten Heimat

07. August 2004, 08:32 Uhr

Gleich am ersten Bundesligaspieltag kehrt Felix Magath mit seinem neuen Verein Bayern München an seine alte Wirkungsstätte zum Hamburger SV zurück. Auch drei weitere neue Trainer geben heute ab 15.30 Uhr ihren Einstand.

Felix Magath verbindet einiges mit dem Hamburger SV, allerdings läuft es für den Trainer nicht gut gegen sein altes Team. Sechs Versuche, null Erfolg: So lautet Magaths Bilanz in der Hansestadt. Ausgerechnet an der Stätte seiner großen Triumphe als Spieler steht er scheinbar unter einem Fluch. Noch nie konnte er beim Hamburger SV als Gästecoach gewinnen, vier Niederlagen und zwei Unentschieden sind seine magere Bilanz. Am Samstag (15.30 Uhr/live bei Premiere) hat er beim Bundesliga-Auftakt aber die große Chance, seine Negativserie zu brechen. Bei seiner Punktspiel-Premiere mit dem deutschen Rekordmeister Bayern München tritt er als klarer Favorit zum Nord-Süd-Klassiker in der längst ausverkauften AOL-Arena an.

Gegen kein Team in der Bundesliga haben die Münchner schließlich mehr Siege zu verzeichnen als gegen den HSV. Zuletzt konnten die Hamburger am 11. Februar 1996 mit 2:1 gegen die Bayern ein Heimspiel gewinnen - HSV-Trainer damals: Na klar - Felix Magath. "Ich freue mich auf dieses Spiel", meinte der 51-Jährige, der am Freitag mit seinem Team in der Hansestadt noch ein Geheimtraining unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvierte. "Nach dem Sieg im Ligapokal sind wir sehr selbstbewusst", sagt er, "im ersten Spiel ist immer Unsicherheit dabei, aber ich bin überzeugt, dass wir drei Punkte holen können."

Denn während seine Mannschaft mit breiter Brust auflaufen wird, herrscht beim HSV nach dem blamablem Aus im UI-Cup bereits wieder Krisenstimmung. Die Angst vor einem erneuten Fehlstart in die Saison steckt in den Knochen, das Selbstbewusstsein tendiert gegen Null. "Ich habe uns im eigenen Stadion noch nie so schwach gesehen", sagte Verteidiger Bastian Reinhardt nach dem 0:1 gegen FC Villareal, "das stimmt mich nicht sehr zuversichtlich."

van Marwijk, Götz und Sammer bei neuen Teams auf der Bank

Neben dem Debüt des angeblich mit drei Millionen Euro bestbezahlten Bundesliga-Trainers auf der Bayern-Bank stehen auch die drei weitere neue Übungsleiter im Mittelpunkt des Interesses. Bart van Marwijk empfängt mit Borussia Dortmund den VfL Wolfsburg, Falko Götz sitzt beim Spiel von Hertha BSC gegen den VfL Bochum erstmals nach über zwei Jahren wieder auf der Bank der Hauptstädter und Matthias Sammer empfängt mit dem VfB Stuttgart am Sonntag (17.30 Uhr/live bei Premiere) Aufsteiger Mainz 05 zu dessen Bundesliga-Debüt.

Gleich fünf Ex-Nationalspieler von Bayern München feiern zum Auftakt der 42. Saison ihr Comeback in der Eliteliga. Christian Nerlinger und Carsten Jancker treten für den 1. FC Kaiserslautern gegen Aufsteiger 1. FC Nürnberg an, der bereits 34 Jahre alte Michael Tarnat spielt mit Hannover 96 bei Bayer Leverkusen. Am Sonntag führt Christan Ziege Borussia Mönchengladbach als Kapitän in die Partie bei Aufsteiger Arminia und Markus Babbel verteidigt für Stuttgart. Der SC Freiburg und Hansa Rostock komplettieren den Spieltag.

van Marwijk glaubt an neuen Teamspirit

"Ich freue mich, in der Bundesliga zu arbeiten", meinte van Marwijk vor seiner Premiere beim BVB. Erstmals seit fünf Jahren spielen die Dortmunder nicht im Europacup, das Aus im UI-Cup war wie beim HSV ein Rückschlag, bevor die Saison richtig losging. Langsam kehrt aber wieder der Optimismus bei den Schwarz-Gelben zurück. "Wir haben uns im letzten Testspiel stark verbessert gezeigt", sagte van Marwijk, "ich habe das Gefühl, dass in der Mannschaft ein neuer Teamspirit entsteht."

Nach einer Vorbereitung ohne Niederlage, dem neuen Olympiastadion und mit dem "Berliner Jung" Falko Götz in der Verantwortung, der bereits bei seinem ersten Engagement über vier Monate in 2002 sehr erfolgreich war, ist die Abstiegsangst des Vorjahres bei Hertha BSC verdrängt. Neuzugang Gilberto nahm bereits das Wort "Champions League" in den Mund. Götz aber will von all dieser Euphorie nichts wissen: "Platz neun ist das Ziel, dabei bleibt es."

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