Ein großes Qualitätsmerkmal des „neuen“ Jahnstadions ist die barrierefreie Bauweise des Bottroper Schmuckkästchens. Eine einseitige Verantwortung lediglich gegenüber den Zuschauern mit Behinderung liegt den Verantwortlichen in Bottrop allerdings fern. Auch die aktive Behindertensportszene bekommt in Bottrop eine Plattform, die dem Standort langsam einen Vorzeigestatus einbringt.

Sportstadt Bottrop: Aktivität im Zeichen der Integration

Energie für den Behindertensport

Thomas Wein
30. März 2009, 12:20 Uhr

Ein großes Qualitätsmerkmal des „neuen“ Jahnstadions ist die barrierefreie Bauweise des Bottroper Schmuckkästchens. Eine einseitige Verantwortung lediglich gegenüber den Zuschauern mit Behinderung liegt den Verantwortlichen in Bottrop allerdings fern. Auch die aktive Behindertensportszene bekommt in Bottrop eine Plattform, die dem Standort langsam einen Vorzeigestatus einbringt.

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/008/683-9002_preview.jpeg INAS-FID WM 2006 Viertelfinale (GER-FRA) in Bottrop: Stürmer Andreas Timm[/imgbox]Das restlos ausverkaufte Viertelfinale der INAS-FID-Fußball-WM für Menschen mit Behinderung war mit mehr 5.000 Zuschauern im September 2006 auch aufgrund der Liveübertragung durch das WDR-Fernsehen ein national beachteter Erfolg. Mit dem Goalball-Event „Mondschein-Cup“ 2007 und 2008 erhielt eine weithin unbekannte paralympische Sportart für Blinde und Sehbehinderte eine Bühne, die ebenso über die Grenzen der Stadt ausstrahlte. Dass solche Veranstaltungen das Renommee und die Flexibilität der Sportstätte untermauern, spricht für die Effizienz der lokalen Sportpolitik. Die nächsten Highlights folgen, wenn 2009 die NRW-Meisterschaften und 2010 sogar die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Körperbehinderten im Jahnstadion veranstaltet werden.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/008/688-9007_preview.jpeg Plakat zum Mondschein-Cup 2008[/imgbox]Dass die Vokabel Integration bei allen Behindertensport-Events nicht nur als hohle Phrase genutzt wird, beweist die enge und vorbildliche Zusammenarbeit der Stadt mit Partnern wie der Behindertensportabteilung des SC Viktoria 21 oder dem überregionalen Netzwerk FUBA-NET (Fußball unter besonderen Aspekten – Netzwerk) und seinen Sponsoren ELE und RWE im Schlepptau. Sich aus der Perspektive der Betroffenen einer unbekannten Sportart zu nähern, ist der Leitgedanke bei den FUBA-NET-Projekten. Nach der Demonstration durch die „Profis“ erproben sich in Einlagespielen auch immer Nichtbehinderte in der für sie fremden Disziplin.

Im Jahnstadion werden auf diesem Wege Ressourcen und unterschiedliche Interessen gesellschaftlich gebündelt. So auch in der Vollmondnacht am 7. August 2009. Die dann höchstwahrscheinlich wieder erstklassigen RWE Volleys Bottrop gestalten gemeinsam mit FUBA-NET und der Stadt den diesjährigen Mondschein-Cup und präsentieren die paralympische Sportart Sitzvolleyball. Die Sportstätte wird in dieser Form Ihrer wesentlichen Bestimmung als Ort der Begegnung, der sozial-integrative Prozesse fördert, gerecht.

Autor: Thomas Wein

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