BVB: Kein Ende des Verletzungstraumas für Christoph Metzelder

raka
11. Juni 2004, 19:10 Uhr

Kein Land in Sicht. Christoph Metzelders Leidensweg, auf den ihn die lädierte Achillessehne geführt hat, wird vorläufig kein Ende finden.

Kein Land in Sicht. Christoph Metzelders Leidensweg, auf den ihn die lädierte Achillessehne geführt hat, wird vorläufig kein Ende finden. "Ich gehe davon aus, dass ich beim Trainingsauftakt nicht dabei sein werde und meine Rehabilitations-Maßnahmen fortsetzen werde", muss der 23-Jährige die nächste Hoffnung begraben, endlich wieder auf dem Rasen der Lederkugel nachjagen zu können. Dabei war er noch vor einigen Wochen fest überzeugt, endlich am Ende des Verletzungstunnels zu sehen. Eine erneute Prognose, wann es denn nun endlich mit seinen Comeback klappen könnte, will er verständlicher Weise nicht mehr abgeben.
Klar, dass der Vize-Weltmeister mit reichlich betrübtem Gesicht zudem die Europameisterschaft in Portugal vor dem Fernsehen verfolgen wird. Noch vor zwei Jahren war er auf dem vorläufigen Zenit seiner Karriere, erlebte zuvor einen kometenhaften Aufstieg, um anschließend in das verdammt tiefe Verletzungsloch zu fallen. Auch menschlich erhielt er einen kleinen Tiefschlag.
Vier Jahre steht Christoph Metzelder nun beim BVB unter Vertrag, genau so lange war Matthias Sammer sein Trainer, auch wenn er aufgrund der bereits angesprochenen Achillessehnen-Beschwerden die Dienste des Fußball-Lehrers in der abgelaufenen Saison so gut wie nicht in Anspruch nehmen konnte. In der nächsten Spielzeit wird er ebenfalls nicht mehr mit dem Coach zusammenarbeiten, da der Rotschopf bekanntlich nach Stuttgart gewechselt ist. Für den Abwehrspieler ein ungewohntes Gefühl: "Wer meine bisherige Laufbahn verfolgt hat, weiß, welche Bedeutung Matthias Sammer für mich hat. Er hat mich nach Dortmund geholt und machte mich zum Mannschaftskapitän, zudem wurde ich unter seiner Führung Nationalspieler."
Obwohl "Metze" weiß, "letztendlich war der Druck für den Verein wohl einfach zu groß, jetzt konnte der Club noch in Ruhe handeln und einen vernünftigen Aufbau für die kommende Saison einleiten", gibt er zu, "der Trainerwechsel kam für mich persönlich schon sehr überraschend, weil das Verhältnis zwischen Matthias Sammer und der Mannschaft gut war. Außerdem hat er ja das Team zusammengestellt, einige Spieler sind sicher nur wegen Sammer überhaupt bekommen." Da dürfte sich insbesondere Torsten Frings angesprochen fühlen.
Wann er nun die Qualitäten von Bert van Warwijk schätzen lernen kann, steht also in den Sternen. Am letzten Samstag konnte er zumindest etwas Aufmunterung genießen wenn auch nur passiv auf der Tribüne. Beim Regionalliga-Abstiegsfinale zwischen seinen einstigen Preußen und der SG Wattenscheid 09 setzten sich die Gastgeber durch und so konnte er nach dem Schlusspfiff zumindest als Gast in der Sieger-Kabine einen kleinen Triumph genießen, der aber nicht mehr als ein Trostpflaster war.

Autor: raka

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