Zumindest hat der VfL Bochum auf einer Pressekonferenz verkündet, dass der Abwehrspieler Raymond Kalla vom DFB für drei Spiele gesperrt wurde. Kalla hatte es versäumt, die Triamcinolon-Einnahme rechtzeitig anzumelden.

Sperre von Kalla ist nicht ausgeschlossen

11. Dezember 2003, 14:29 Uhr

Zumindest hat der VfL Bochum auf einer Pressekonferenz verkündet, dass der Abwehrspieler Raymond Kalla vom DFB für drei Spiele gesperrt wurde. Kalla hatte es versäumt, die Triamcinolon-Einnahme rechtzeitig anzumelden.

Für Bochums Raymond Kalla könnte der Verstoß gegen die Durchführungs-Bestimmungen des Dopingtest-Verfahrens fatale Folgen haben. Dem Defensivmann droht offenbar eine mehrwöchige Sperre. Der Nationalspieler aus Kamerun hatte sich vor der Partie bei Schalke 04 (2:0) am 19. Oktober von seinem Privatarzt wegen Rückenschmerzen das entzündungshemmende Mittel Triamcinolon spritzen lassen. Das Mittel steht auf der Dopingliste des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) als nicht verboten, muss aber 72 Stunden vor einem Spiel angemeldet werden. Kalla hatte dies versäumt.

Entscheidung über Strafmaß offenbar noch nicht gefallen

Der VfL verkündete auf der Pressekonferenz bereits, dass Kalla vom DFB für drei Spiele gesperrt worden sei. Der Verband widersprach jedoch dieser Version. "Wir können bestätigen, dass es eine Anklage des Kontrollausschusses gab und ein Verfahren eingeleitet wurde. Über das Strafmaß ist jedoch noch keine abschließende Entscheidung gefallen", sagte Pressesprecher Harald Stenger, bestätigte jedoch gleichzeitig, dass dem Verein keine Geldstrafe und auch nicht die Aberkennung der drei Punkte drohe. "Da das Mittel nicht verboten ist, sondern nur angegeben werden muss, war es ein persönlicher Formfehler, der nicht den Verein betrifft", erklärte Stenger.

Keine Vorwürfe von Coach Neururer

Schalkes Manager Rudi Assauer bestätigte am Donnerstag indes, dass sein Klub keinen Protest gegen die Wertung einlegen werde. "Ich frage mich überhaupt, warum der Spieler jetzt gesperrt werden soll. Ich dachte, der Fall sei längst erledigt." Bochums Trainer Peter Neururer machte seinem Spieler allerdings keinen Vorwurf: "Wahrscheinlich ist das alles nur aus Unwissenheit passiert, und das kann man bei einem Spieler, der aus Kamerun kommt, durchaus nachvollziehen. Da hätte eher der Arzt Bescheid wissen müssen." Sollte Kalla noch vor dem Spiel am Samstag gegen Eintracht Frankfurt offiziell gesperrt werden, könnten sowohl er, als auch der Klub das Urteil gelassen hinnehmen. Wegen eines Muskelfaserrisses wird der 28-Jährige den Westfalen ohnehin in den letzten beiden Spielen vor der Winterpause fehlen.

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