Kölns neuer Trainer Marcel Koller musste bei seinem Debüt auf der Bank die höchste Saisonniederlage seines FC miterleben. Beim VfL Bochum verloren die Kölner 0:4. Im Gespräch sucht der Schweizer nach Erklärungen.

Koller: "Viel Arbeit zu erledigen"

09. November 2003, 17:07 Uhr

Kölns neuer Trainer Marcel Koller musste bei seinem Debüt auf der Bank die höchste Saisonniederlage seines FC miterleben. Beim VfL Bochum verloren die Kölner 0:4. Im Gespräch sucht der Schweizer nach Erklärungen.

Marcel Koller hat als neuer Trainer des 1. FC Köln noch einen weiten Weg vor sich. Im Interview äußert sich der Schweizer zur höchsten Saisonniederlage der Kölner am Samstag in Bochum.

Frage: "Herr Koller, bei Ihrem Debüt hat der FC die höchste Saisonniederlage kassiert. Wie konnte es dazu kommen?"

Marcel Koller: "Ich habe nur eine Woche mit der Mannschaft trainiert, in der sie gewisse Dinge gut aufgenommen hat. Aber es war klar, dass es zwischen Training und Spiel Unterschiede gibt und dass nach einer Woche noch nicht alles klappen kann. Das habe ich der Mannschaft auch gesagt. Dass viel Arbeit zu erledigen ist, haben wir heute gesehen. Natürlich habe ich mir das Debüt vom Ergebnis her anders vorgestellt."

Frage: "Was bemängeln Sie konkret?"

Koller: "Wenn man vier Tore kassiert ist klar, dass das Hauptaugenmerk auf der Deckung liegt. Wir haben gut begonnen, dann aber durch zwei Schüsse zwei Tore kassiert. In der Defensive waren zu viele Löcher, wir haben zu viele Kopfballduelle verloren und uns im Aufbauspiel zu viele Abspielfehler geleistet. Außerdem haben wir uns im ganzen Spiel nur zwei oder drei Torchancen erspielt, das ist zu wenig."

Frage: "Ab Dienstag gehen Sie mit dem Team ins Trainingslager. Wie werden Sie dort arbeiten?"

Koller: "Ich brauche noch Zeit, um mir ein Bild zu machen. Es ist wichtig, dass ich jetzt meine eigenen Eindrücke sammle und umsetze. Dazu gehört auch ein Leistungstest. Die Länderspielpause werden wir nutzen. Ich bin froh, dass wir jetzt 14 Tage Zeit haben, um uns weiterzuentwickeln. Wir werden viel trainieren. Wir müssen überall ansetzen, Schritt für Schritt. Unser Weg wird über Wochen und Monate gehen."

Frage: "Überlegen Sie, das System zu ändern, um die Abwehr zu stärken?"

Koller: "Ich denke nicht, dass man das System ändern muss. Wir haben drei Gegentore nach Standardsituationen kassiert. In diesen Situationen ist die Abwehr also nicht ausgespielt worden. Es gab individuelle Fehler."

Frage: "Haben Sie ein wenig Angst, dass die Mannschaft hier in Bochum den letzten Kredit bei den Fans verspielt hat?

Koller: "Das kann ich noch nicht beurteilen."

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