Der VfL Bochum besiegte den 1. FC Köln mit 4:0. Damit sammelten die Schützlinge von Peter Neururer zwölf Punkte aus den vergangenen fünf Partien. Der Einstand von FC-Trainer Koller hätte kaum schlechter ausfallen können.

Das "Wunder von Bochum" geht in die nächste Runde

ar
09. November 2003, 11:34 Uhr

Der VfL Bochum besiegte den 1. FC Köln mit 4:0. Damit sammelten die Schützlinge von Peter Neururer zwölf Punkte aus den vergangenen fünf Partien. Der Einstand von FC-Trainer Koller hätte kaum schlechter ausfallen können.

Das Debüt von Trainer Marcel Koller beim 1. FC Köln endete mit einem Debakel für den Bundesliga-Aufsteiger. Im ersten Spiel unter dem Nachfolger von Friedhelm Funkel erlebten die Rheinländer eine 0:4 (0:3)-Pleite beim VfL Bochum und damit die höchste Saisonniederlage. Der FC bleibt damit weiter ohne Auswärtssieg und auf einem Abstiegsplatz. Die Bochumer, die ihre letzten fünf Pflichtspiele gegen Köln verloren hatten, rehabilitierten sich dagegen eindrucksvoll für das 1:3 bei 1860 München und unterstrichen ihre Ambitionen auf einen UEFA-Cup Platz.

Vor 30.777 Zuschauern im Ruhrstadion brachte Torjäger Vahid Hashemian die Gastgeber mit seinem achten Saisontor bereits nach sieben Minuten in Führung. Nur sieben Minuten später erhöhte Peter Madsen mit seinem sechsten Treffer auf 2:0, ehe Abwehrspieler Raymond Kalla (45.) mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für den VfL schon vor der Pause für die Entscheidung sorgte. Den Schlusspunkt setzte Miroslav Stevic (87.).

Bochum von Anfang an druckvoll

Die vom Schweizer Koller ausgegebene Strategie funktionierte bei den Gästen nur fünf Minuten lang. Bis zu Hashemians Führungstreffer setzten die läuferisch starken Kölner den VfL früh unter Druck und spielten durchaus gefällig. Doch zwei altbekannt Kölner Probleme, Stellungsfehler in der Abwehr und mangelnde Chancenverwertung, spielten den Platzherren in die Karten.

Beim 1:0 nutzte Hashemian den Tiefschlaf der kompletten Kölner Deckung, spielte Torwart Stefan Wessels aus und schob ins leere Tor ein. Anschließend verlängerte der Iraner einen Freistoß des Ex-Kölners Sunday Oliseh auf Madsen und der Däne hatte aus kurzer Distanz per Kopf keine Probleme.

Trotz neuen Trainers werden alte Schwächen offenbart

Danach musste Koller mit ansehen, wie sein Team zwei "hundertprozentige" Chancen durch Matthias Scherz (24.) und Carsten Cullmann (30.) vergab. In der letzten Szenen vor der Pause war die FC-Abwehr erneut bei einem Freistoß unaufmerksam, Kalla verwertete eine Flanke von Kapitän Dariusz Wosz.

Der 42-jährige Koller, der am kommenden Dienstag zu Karnevalsbeginn Geburtstag feiert, hatte die Startelf des FC im Vergleich zum 1:2 gegen Hannover 96 auf zwei Positionen verändert. Andrej Woronin spielte nach überstandener Knieverletzung für Alexander Voigt, Tomasz Klos ersetzte Mustafa Dogan (Adduktoren-Zerrung). Bei Bochum stand Nationalspieler Paul Freier erstmals nach seinem Mittelfußbruch und zweieinhalb Monaten Pause wieder in der Startelf.

Kölner Fans mit Galgenhumor

Nach der Pause gaben sich die Kölner phasenweise der Lächerlichkeit preis. Obwohl die Bochumer nur noch mit halber Kraft spielten kamen die Gäste teilweise minutenlang nicht an den Ball und kaum noch zu Torchancen. Die gut 5000 mitgereisten FC-Fans quittierten die schwache Leistung mit Sprechchören wie "Wir sind nur ein Karnevalsverein".

Autor: ar

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