Der wegen der Entlassung von Trainer Ewald Lienen in die Kritik geratene Gladbacher Sportdirektor Christian Hochstätter steht zu seiner unpopulären Entscheidung.

Hochstätter: "Fans wissen, was ich geleistet habe"

28. September 2003, 11:41 Uhr

Der wegen der Entlassung von Trainer Ewald Lienen in die Kritik geratene Gladbacher Sportdirektor Christian Hochstätter steht zu seiner unpopulären Entscheidung. "Damit kann ich leben", kommentiert er die Kritik.

Sportliche Talfahrt und unpopulärer Trainerwechsel - Borussia Mönchengladbach sorgte in den letzten Wochen für jede Menge Schlagzeilen. In einem Interview nahm Sportdirektor Christian Hochstätter Stellung zu den turbulenten Zeiten am Bökelberg.

Frage: "Herr Hochstätter, nach der Entlassung von Trainer Ewald Lienen war gegen den VfL Bochum noch kein Aufschwung zu erkennen. Wie erklären Sie sich die enttäuschende Leistung?"

Christian Hochstätter: "Die Mannschaft war nicht frei im Kopf. Nach dem frühen Führungstreffer haben wir nur noch reagiert statt zu agieren. Hinzu kam die Verletzung von Peer Kluge. Als er raus war, gab es einen Bruch in unserem Spiel. Am Ende war der Punkt sehr glücklich."

Frage: "Das sahen die Fans auch so. Nach dem Schlusspfiff gab es Pfiffe. Können Sie die Reaktion der Fans verstehen?"

Hochstätter: "Natürlich. Wir waren ein Jahr lang eine Hausmacht auf dem Bökelberg. Nun haben wir vier Punkte in vier Partien daheim eingefahren. Die Fans sind unzufrieden, wir auch. Unser Ziel war es, dem Abstiegskampf aus dem Weg zu gehen."

Frage: "Auch gegen Ihre Person gab es Unmutsäußerungen ...

Hochstätter: "Damit kann ich leben. Nach den letzten Tagen gibt es sicherlich den einen oder anderen Fan, der die Meinung von Lienen teilt. Ich denke aber, dass die Leute in Gladbach wissen, was ich geleistet habe."

Frage: "Für die Entlassung von Lienen mussten Sie viel Kritik einstecken. Halten Sie Ihre Entscheidung nach wie vor für richtig?"

Hochstätter: "Tatsache ist, dass die Mannschaft unter Lienen in eine sportliche Schieflage geraten ist. Es ging bei der Entlassung nicht um vier Niederlagen, sondern um die Art und Weise wie die Mannschaft aufgetreten ist. Ich bin nicht der Typ, der sagt: Warten wir mal ab, bis die Fans den Rauswurf von Lienen fordern und dann handeln wir. Das war eine grundsätzliche Entscheidung."

Frage: "Peter Neururer hat die Entlassung pervers bezeichnet. Haben Sie mit ihm über das Thema gesprochen?"

Hochstätter: "Nein, und da habe ich auch keine Lust drauf. Ich finde die Geschichte schon sehr eigenartig. Er sollte sich nicht nur einseitig informieren. Es wäre gut gewesen, wenn er mich angerufen hätte. Dann hätte ich ihm gesagt, was hier wirklich abgelaufen ist."

Frage: Ist der einstellige Tabellenplatz als Saisonziel überhaupt noch möglich?"

Hochstätter: "In unserer Situation sollten wir nicht mehr über Ziele reden. Wir sollten erst einmal wieder zu einer kompakten Mannschaft finden. Bis dahin bleibt noch viel Arbeit."

Autor:

Kommentieren