Sein stets sonniges Lachen war Gerald Asamoah vergangen. Die 90. Minute, ein Zweikampf mit Marcio Amoroso, der Dortmunder geht zu Boden und der Schalker sieht Rot.

SCHALKE 04 - Zwei "Sünder", die keine sein wollen!

hb
04. August 2003, 14:35 Uhr

Sein stets sonniges Lachen war Gerald Asamoah vergangen. Die 90. Minute, ein Zweikampf mit Marcio Amoroso, der Dortmunder geht zu Boden und der Schalker sieht Rot.

Sein stets sonniges Lachen war Gerald Asamoah vergangen. Die 90. Minute, ein Zweikampf mit Marcio Amoroso, der Dortmunder geht zu Boden und der Schalker sieht Rot. "Ich foule ihn, dann tritt er mich im Fallen. Ich wollte sein Bein wegschieben, habe ihn aber in einer Art Reflex getroffen. Das war keine Tätlichkeit", mimte "Asa" nachher den Unschulds-Engel.

Die Fernsehbilder übermittelten eine andere Sicht. Asamoah trat Amoroso, und zwar in den Hintern. "Dann tut Amoroso so, als ob ich ihn umgehauen hätte und windet sich theatralisch. Das ist für mich unsportlich, aber er hat ja erreicht, was er wollte", ließ sich der von Schiri Fröhlich Bestrafte nicht umstimmen. "Der Trainer wird mich bestimmt heute in der Mannschafts-Sitzung darauf ansprechen. Ich hoffe, er hat es sich vorher im TV genau angesehen und mitbekommen, dass ich nichts Absichtliches gemacht habe", pochte Asamoah auf sein Recht: "Ich gehe davon aus, dass ich höchstens zwei Spiel gesperrt werde."

Darüber wird das DFB-Sportgericht wohl am kommenden Donnerstag entscheiden. Eine andere Szene aber geht unveränderbar als Tatsachen-Entscheidung in die Geschichte der zuletzt mit fragwürdigen Szenen gespickten Derbys ein. Als Leonardo Dede Asamoah in der 24. Minute von den Beinen holte, hätte es nur eine Konsequenz geben dürfen. "Das war für mich ein klarer Elfer. Das habe ich dem Schiri auch nachher gesagt", ereiferte sich Asamoah, der anschließend noch einen kleinen Disput mit seinem späteren "Opfer" hatte. "Der Amoroso kommt auch noch auf mich zu und behauptet, das wäre eine Schwalbe gesehen. Da habe ich ihm gesagt, er soll mal richtig hin gucken", regte sich der 24-Jährige auf.

Kurz vor Schluss auf der anderen Seite eine ähnliche Szene mit eigentlich klarem Regelverstoß. Doch auch Tomasz Hajtos Grätsche gegen Tomas Rosicky fand Fröhlich nicht elfmeterreif. "Ich spiele so wie immer, aggressiv und eng am Mann", rechtfertigt sich der Pole.

Kein Wort, dass es eventuell hätte Elfmeter geben müssen, keine Silbe über seinen harten Einstieg gegen Amoroso. "In der Halbzeit hat der Trainer zu mir gesagt, dass ich auf den Ball gehen soll und mir keinen Fehler mehr erlauben darf. Aber ich kriege nun einmal beim ersten Foul Gelb", erzählte Hajto, der insgesamt ein gutes Spiel machte, aber in genau der Szene von Glück reden konnte, dass es bei einer Verwarnung blieb. "Der Trainer will, dass wir anders spielen. Ich versuche schon, mich dort zu integrieren. Ich wiege nun einmal 90 Kilo und nicht 60. Bei Koller sieht das genau so aus", zog Hajto zunächst einen Vergleich mit Dortmunds "Dino", um bei einem BVB-Abwehr-Kollege die gleiche Strafe wie für sich zu fordern: "Der Wörns tritt den Agali aus zwei Metern Höhe in den Rücken und da passiert gar nichts!"

Autor: hb

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