Mit einem Traumtor schoss der neue Star des Hamburger SV, Rafael van der Vaart, seine Mannschaft zum 1:0 (0:0)-Sieg bei  ZSKA Sofia. Damit starteten die Hanseaten mit einem Sieg in die UEFA-Pokal Gruppenphase.

Van der Vaarts "goldener Schuss" zum HSV-Sieg

20. Oktober 2005, 22:34 Uhr

Mit einem Traumtor schoss der neue Star des Hamburger SV, Rafael van der Vaart, seine Mannschaft zum 1:0 (0:0)-Sieg bei ZSKA Sofia. Damit starteten die Hanseaten mit einem Sieg in die UEFA-Pokal Gruppenphase.

Rafael van der Vaart hat mit einem sensationellen Tor aus 25 Metern Wiedergutmachung für seinen Ausraster gegen Wolfsburg geleistet und den Hamburger SV beim bulgarischen Meister ZSKA Sofia zum völlig verdienten 1:0 (0:0)-Sieg geschossen. Den Hanseaten ist durch den Treffer in der 57. Minute ein idealer Start in die Gruppenphase des UEFA-Cups geglückt, gleichzeitig bauten sie ihre Serie gegen ZSKA aus und kamen im fünften Spiel bereits zum fünften Erfolg.

Sofia kombinierte nur selten gefährlich

Die Hamburger behielten in dem eiskalten "Hexenkessel" vor rund 20.000 Zuschauern stets kühlen Kopf und beherrschten die Partie insgesamt sicher. Sofia kam nur selten dazu, sein gefährliches Kombinationsspiel aufzuziehen, mit dem die Bulgaren in der ersten Runde mit zwei 1:0-Siegen Bayer Leverkusen ausgeschaltet hatten. Am 3. November trifft der HSV nun im "Spitzenspiel" der Gruppe A auf die Norweger von Viking Stavanger, die sich überraschend mit 1:0 gegen den AS Monaco durchsetzten.

"Die Mannschaft hat da angeknüpft, wo sie in den letzten internationalen Spielen aufgehört hat", sagte Trainer Thomas Doll, "wir sind wieder ohne Gegentor geblieben und können jetzt mit breiter Brust in das Spiel gegen Stavanger gehen." Van der Vaart konnte selbst kaum glauben, wie gut er den Ball getroffen hat: "Das war ein Traumtor, der ist richtig reingefallen. Ich hoffe, dass geht noch weiter so."

Demel wurde verletzt ausgewechselt

Der HSV-Erfolg hätte sogar noch höher ausfallen können, wenn Sergej Barbarez nicht in der 35. Minute freistehend das Tor verfehlt hätte. Außerdem verweigerte Schiedsrichter Pedro Proeca aus Portugal den Gästen in der 43. Minute einen Strafstoß, als Ibrahima Gueye Guy Demel im Strafraum umgrätschte. Der Hamburger erlitt dabei eine Innenbanddehnung im Knie und musste ausgewechselt werden.

Trainer Thomas Doll musste wegen der Sperre von Verteidiger Khalid Boulahrouz sein Team umstellen. Der wie van der Vaart in der Bundesliga nach den Rangeleien gegen Wolfsburg gesperrte Demel rückte an die Seite von Kapitän Daniel van Buyten in die Innenverteidigung, dafür rückte Raphael Wicky auf die rechte Außenbahn. Der Schweizer hatte allerdings in der Anfangsphase einige Probleme mit dem schnellen Tiago.

Doll nicht auf der Trainerbank

Doll hatte alle während der Partie möglichen taktischen Varianten bereits vor dem Spiel im Hotel mit seinem Assistenten Ralf Zumdick genau durchgesprochen. Der HSV-Coach durfte während der Begegnung keinerlei Einfluss auf sein Team nehmen, weil er während des Rückspiels in Kopenhagen die Coachingzone verlassen hatte und auf die Tribüne verbannt wurde. Er verfolgte das Spiel aus einer uneinsehbaren Radiokabine. "Ralf hat alles richtig gemacht", sagte Doll, "wir wissen, wir sind ein eingespieltes Team."

Sein in dieser Saison weiter auswärts noch ungeschlagenes Team begann die Partie mit viel Selbstvertrauen. Die Hanseaten kombinierten ruhig im Mittelfeld und versuchten, die Bulgaren nicht ins Spiel kommen zu lassen. Erst in der 14. Minute musste Torwart Stefan Wächter bei einem harmlosen 20-Meter-Schuss von Welisar Dimitrow eingreifen.

100 Hamburger Fans begleiteten ihr Team

Gefährlicher wurde es sechs Minuten später, als van Buyten eine Eingabe von Tiago abfälschte, der souverän wirkende Wächter aber zur Stelle war. Insgesamt kontrollierte der HSV die Partie jedoch gut. Auch die Schlussoffensive der Gastgeber mit zwei neuen Stürmern überstanden die von 100 Fans begleiteten Hamburger ohne Gegentreffer.

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