Der europäische Super-GAU ist perfekt. Nach dem 0:4-Debakel in Sochaux ist die internationale Bühne zumindest bis zum nächsten August für die Borussen geschlossen.

BVB - Sammer: „Nicht unter die Räder kommen“

raka
01. Dezember 2003, 09:15 Uhr

Der europäische Super-GAU ist perfekt. Nach dem 0:4-Debakel in Sochaux ist die internationale Bühne zumindest bis zum nächsten August für die Borussen geschlossen.

Der europäische Super-GAU ist perfekt. Nach dem 0:4-Debakel in Sochaux ist die internationale Bühne zumindest bis zum nächsten August für die Borussen geschlossen. Eine bittere Pille, an der man schwer zu schlucken hat. „Wir sind dabei, unser Potenzial aus den 90er Jahren zu verspielen. Da müssen wir uns große Sorgen machen und höllisch aufpassen“, warnt BVB-Präsident Dr. Gerd Niebaum vor weiteren Folgeschäden, wenn in der Bundesliga nicht die Kurve nach oben gekratzt werden kann.

Das gleiche Horror-Szenario hat auch Matthias Sammer im Hinterkopf: „Die größte Gefahr besteht darin, dass wir nun unter die Räder kommen. Wir müssen sehen, dass wir in der Meisterschaft weiter dran bleiben.“

Mit einem ähnlichen Auftritt wie in Frankreich werden die Angstbilder mit Leben erfüllt. Das weiß selbst Tomas Rosicky, der die letzten 90 Minuten im UEFA-Cup kurz und nüchtern zusammenfasste: „In der ersten Halbzeit konnten wir noch mithalten. Am Ende hatten wir nichts mehr zuzusetzen.“ Natürlich waren die Schwarz-Gelben durch den Platzverweis nach 240 Sekunden für Salvatore Gambino frühzeitig geschwächt, das darf den späteren Abschuss trotzdem nicht begründen. So sieht es auch Sammer: „Dennoch darf man nicht 0:4 verlieren.“

Selbstverständlich kann auch in Sochaux wieder das unsägliche Verletzungspech herangezogen werden. Dort waren zwar mit Tomas Rosicky, Flavio Conceicao sowie Henrique Ewerthon drei Top-Leute ins Team zurückgekehrt, doch aufgrund ihrer langen Zwangspausen fehlte ihnen die Spielpraxis. Damit bestätigte das Trio die Einschätzung von Christian Wörns: „Vom Namen her sind wir besser besetzt, doch kann niemand von ihnen Wunderdinge erwarten, dafür waren zu lange nicht dabei.“

Stimmt, aber mehr Engagement und Herzblut wäre schon angebracht gewesen. Irgendwie entstand in der „Peugeot-Metropole“ der Eindruck, dass sich die Dortmunder schon vorher in ihr Schicksal ergeben hatten. Noch bitterer die spielerische Armut, die durch die nicht vorhandenen eigenen Torchancen bitter verdeutlicht wurden. Bei positiver Betrachtung brachten die Gäste die Franzosen lediglich zwei Mal in Bedrängnis. Und dann bleiben Hoffnungsträger wie Fernandez oder aktuelle Nationalspieler wie Niclas Jensen erneut alles schuldig, was zum Gewinn eines Fußballspieles nun einmal erforderlich ist. Sie verfügen nicht über die entsprechende Qualität, die einen BVB-Profi auszeichnen sollte. Leider war das keine Ausnahme, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison. Die Partien in Stuttgart, Köln oder Brügge lassen unangenehm grüßen.

Autor: raka

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