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Sportmedizin: "Frag den Doc" (Folge 12)

Thema: Verletzung der Achillessehne

03. Dezember 2008, 22:23 Uhr

In unserer Kategorie "Frag den Doc'" stehen Eure und Ihre Fragen im Mittelpunkt. Dafür haben wir keinen geringeren als Dr. Joachim Schubert gewonnen, der vor wenigen Monaten noch als Teamarzt für den Afrika-Vizemeister Kamerun und in den 90er Jahren als Mannschaftsarzt beim VfL Bochum tätig war. Folge 12: Wie ist mit Schmerzen im Achillessehnenbereich umzugehen?

[infobox-right][imgbox-center]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/006/921-7194_preview.jpeg [/imgbox]Zur Person:

Dr. Joachim Schubert (55), Mediziner aus Bochum mit dem Spezialgebiet Sportmedizin, betreut in seiner Praxis viele Leistungssportler, darunter auch zahlreiche Fußballprofis und etliche Amateur- und Breitensportler. Der schnelle interdisziplinäre Austausch mit hoch kompetenten Ärzten anderer Fachrichtungen ermöglicht eine optimale und erfolgsorientierte medizinische Betreuung seiner Patienten. Dr. Schubert ist Mannschaftsarzt der Fußball-Nationalmannschaft von Kamerun und bestreitet mit dem Team Qualifikationsspiele zur WM 2010 in Südafrika. Von 1989 bis 1999 war er Vereinsarzt des VfL Bochum und 2006 Mannschaftsarzt von Togo bei der Fußball-WM in Deutschland.

www.sportmedizin-schubert.de [/infobox]

[i]"Sehr geehrter Herr Schubert, ich bin zwar kein aktiver Fußballer (mehr) sondern Läufer, möchte aber trotzdem eine Frage stellen. Mit meiner linken Achillessehne ärgerte ich mich schon ein Jahr herum, so dass ich noch drei Halbmarathon-Wettkämpfe bestritten habe. Nach dem letzten Rennen waren die Schmerzen jedoch so stark, dass ich meinen bewährten Orthopäden aufgesucht habe. Nachdem eine Spritzenkur keinen Erfolg hatte, wurde ich in die Röhre zur Kernspintomographie verfrachtet. Als niederschmetterndes Ergebnis kam heraus, dass ich einen Achillessehnenriss längs habe. Nun wurde manuelle und Elektrotherapie sowie Tabletteneinnahme (Voltaren) verordnet. Ein Comeback nach zwei Monaten scheiterte.

Nunmehr wurden wieder Spritzen gesetzt sowie die Stoßwellentherapie angewandt. Erfolg gleich null. Ein Kollege meinte, als er mich von hinten hat gehen sehen, dass ich ganz schön hinke. Meine Frage, bleibt außer einer Operation noch eine andere Möglichkeit und was wird bei dieser OP gemacht? Und nun natürlich auch noch die Frage, wie lange dauert es noch? Seit ca. fünf Monaten kann ich nicht mehr laufen, radle und schwimme nur noch."[/i]

Antwort von Dr.Joachim Schubert:

Das hört sich überhaupt nicht gut an, was mit Ihrer Achillessehne in den letzten Monaten geschehen ist. Sie merken selbst, dass hier viel Therapie auch mal zu viel des Guten sein kann. Die Achillessehne hält im Leben eines Sportlers viel aus - nur wenn sie einmal in einen chronischen Überlastungszustand geraten ist, dann ist ihre Regeneration auch sehr langwierig und problematisch. Und wenn sie so geschädigt ist, dass sich schon eine Rissbildung eingestellt hat, dann werden weder Spritzen noch Stoßwellen ihre Heilung fördern. Meines Erachtens ist hier Ruhe angesagt. Nun kann ich die Frage nach der Dauer, die die Achillessehne zur Ausheilung benötigt, nicht beantworten. Es ist aber durchaus möglich, dass eine Operation mit Entfernung der schadhaften Anteile der Sehne und ‚Übernähung‘ mit Muskelfascien bzw. einer in der Nähe verlaufenen kleinen Sehne den gewünschten Erfolg, also die Belastbarkeit im Sport erbringen kann. Nach einer derartigen Operation dauert es etwa drei Monate, bis Sie ganz vorsichtig wieder mit dem Laufsport beginnen können.

Herzlichen Gruß, Ihr Dr. Joachim Schubert

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