Lewis Hamilton hat beim Showdown um den Formel-1-Titel in Shanghai den ersten Schlagabtausch mit Felipe Massa und Robert Kubica gewonnen. Während der britische McLaren-Mercedes-Pilot seinen Silberpfeil mit deutlichem Abstand in der Tagesbestzeit von 1:35,630 Minuten über die 5,451 Kilometer lange Strecke steuerte, sorgte hinter den Kulissen der Automobil-Weltverband für Aufregung.

Formel 1: Hamilton gewinnt ersten Schlagabtausch

FIA kündigte eine Ausschreibung an

sid
17. Oktober 2008, 13:32 Uhr

Lewis Hamilton hat beim Showdown um den Formel-1-Titel in Shanghai den ersten Schlagabtausch mit Felipe Massa und Robert Kubica gewonnen. Während der britische McLaren-Mercedes-Pilot seinen Silberpfeil mit deutlichem Abstand in der Tagesbestzeit von 1:35,630 Minuten über die 5,451 Kilometer lange Strecke steuerte, sorgte hinter den Kulissen der Automobil-Weltverband für Aufregung.

Die FIA kündigte eine Ausschreibung an, deren Gewinner die Baupläne für Einheitsmotoren ab 2010 für drei Jahre erstellen soll. "Besser kann man ein Grand-Prix-Wochenende kaum beginnen, und ich bin jetzt erst recht zuversichtlich für das Wochenende", sagte Hamilton. Auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug strahlte angesichts der Vorstellung des WM-Führenden: "Ein erfolgreicher erster Trainingstag mit wirklich guten und sehr konstanten Rundenzeiten samt Bestzeit von Lewis. Das sah vielversprechend aus."

Der 23-Jährige liegt vor dem vorletzten Saisonrennen am Sonntag (9.00 Uhr MESZ/live bei RTL und Premiere) mit 84 Punkten fünf Zähler vor dem Brasilianer Massa (Ferrari/79) und BMW-Sauber-Pilot Kubica (72) aus Polen. Sollte Hamilton den Titel holen, würde er sich zum jüngsten Weltmeister in der Geschichte der Königsklasse krönen. Die beiden WM-Rivalen konnten mit dem starken Auftritt des zuletzt wegen seines rabiaten Fahrstils scharf kritisierten Hamilton nicht mithalten. Massa belegte zwar den zweiten Platz, hatte aber mit knapp vier Zehnteln einen deutlichen Abstand. Kubica kam nicht über Platz neun hinaus.

Dritter wurde der Sieger der vergangenen beiden Rennen, der Spanier Fernando Alonso (Renault). Trotz des kleinen Dämpfers blickt auch Massa zuversichtlich auf Qualifying und Rennen. Zufrieden sei er mit dem ersten Tag in China, sagte er. Kubica war enttäuscht: "Ich bin mit der Fahrzeugbalance noch nicht zufrieden, die Reifenhaftung ist insgesamt gering. Es gibt noch eine Menge zu tun."

Die fünf deutschen Piloten fuhren hinterher. Am besten schnitt noch Kubicas Teamkollege Nick Heidfeld (Mönchengladbach) als Elfter ab, direkt dahinter reihten sich der Wiesbadener Nico Rosberg (Williams-Toyota) und Timo Glock (Wersau) Toyota) ein. Toro-Rosso-Pilot Sebastian Vettel (Heppenheim) belegte Platz 15, Adrian Sutil aus Gräfelfing kam im Force India auf Rang 18. Dessen Kollege Giancarlo Fisichella wurde am Freitag von Teambesitzer Vijay Mallya als zweiter Fahrer neben Sutil auch für 2009 bestätigt.

Unterdessen kündigte die FIA eine Ausschreibung für Einheitsmotoren ab der Saison 2010 an und setzte die Hersteller damit massiv unter Druck. Am Dienstag wollen diese dem FIA-Präsidenten Max Mosley in Genf ihre Vorschläge zur angestrebten drastischen Kostensenkung präsentieren. Zuvor hatten die Autobauer bereits deutlich gemacht, dass man gegen die Einführung von Einheitsmotoren sei. Zu dem neuerlichen Vorstoß des Verbandes wollten sich Haug und BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen am Freitag zunächst nicht äußern.

Allerdings, so stellte die FIA-Presseabteilung später klar, solle der Gewinner der Ausschreibung nur ein detailliertes Design entwickeln und voll funktionsfähige Motoren oder detaillierte Designs liefern, die es den Wettbewerbern erlaubten, ihren eigenen standardisierten Motor zu bauen. Demnach könnten die Hersteller weiter alle oder einzelne Teile des Motors selbst bauen, das Design und die Leistung wären aber durch einen engen Rahmen reglementiert. Details dazu wolle man in Kürze auf der eigenen Internetseite bekanntgeben, hieß es von Seiten der FIA. Für die Autobauer wäre ein komplett standardisierter Motor ohne Spielraum ein Schlag ins Gesicht, Theissen glaubt in diesem Fall an Hersteller-Ausstiege.

Autor: sid

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