Laut Präsident Wilfried Finke vom SC Paderborn ist Kapitän Thijs Waterink in den Bestechungsskandal um das Pokalspiel gegen Hamburg verwickelt. Finke sprach dabei von

Paderborns Waterink im Wettskandal belastet

31. Januar 2005, 10:59 Uhr

Laut Präsident Wilfried Finke vom SC Paderborn ist Kapitän Thijs Waterink in den Bestechungsskandal um das Pokalspiel gegen Hamburg verwickelt. Finke sprach dabei von "der Spitze des Eisberges".

Regionalligist SC Paderborn hat die Verwicklung seines Kapitäns Thijs Waterink in den Bestechungsskandal rund um das DFB-Pokalspiel gegen den Hamburger SV bestätigt und den Niederländer vorübergehend freigestellt. Gleichzeitig forderte SC-Präsident Wilfried Finke die Ausweitung der Untersuchung in diesem Fall auch auf den damaligen Gegner, der am 21. August 2004 die Partie überraschend mit 2:4 verloren hatte.

"Die in diesem Zuge gezahlten 10.000 Euro können nur die Spitze des Eisberges sein. Um eine Wette sicher zu machen, brauche ich drei Parteien: Sieger, Verlierer und Schiedsrichter. Das soll keine Schuldzuweisung in Richtung HSV sein, aber Recherchen sollten in alle Richtungen gehen", sagte Finke. Geleitet worden war die Begegnung von dem Berliner Schiedsrichter Robert Hoyzer, der seine Beteiligung an Spiel-Manipulationen gestanden und nach Informationen der Bild-Zeitung neben Waterink auch dessen Teamkollegen Alexander Löbe bei der Staatsanwaltschaft Berlin belastet hat.

10.000 Euro für den Sieg

Waterink hatte nach Aussage von Finke am Mittag vor dem Pokalspiel in unmittelbarer Nähe zum Paderborner Hermann-Löns-Stadion 10.000 Euro von einem "ihm unbekannten, südländisch anmutenden Mitbürger" mit dem Hinweis erhalten, dass er das Geld im Falle eines Sieges gegen den HSV behalten könne. Nach dem Erfolg gegen den Bundesligisten war das Geld unter den SC-Spielern verteilt worden, 500 Euro pro Mann. Die Paderborner Akteure, die sich zur Zeit im Trainingslager auf Mallorca befinden, haben mittlerweile an Eides statt versichert, nichts von den Vorfällen vor dem Spiel gewusst zu haben.

Freigestellt, nicht gekündigt

Waterink selbst ist vom Verein vorerst freigestellt, allerdings nicht gekündigt worden. Der Niederländer sei bereit, bei der Aufklärung des Sachverhalts zu helfen. "Es gilt die Unschuldsvermutung. Waterink hat Geld angenommen, die Wertung sollte man den Juristen überlassen. Es liegt jedenfalls kein Straftatbestand vor", sagte Finke, der nach eigenem Bekunden am vergangenen Samstag über die Vorfälle informiert worden war und umgehend den Deutschen Fußball-Bund (DFB) in Kenntnis gesetzt hatte.

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