Dortmund: Drei Fragen an vier Trainer (Kreisliga A 2)

Die Erfolgsgeheimnisse der Spitzenteams

Felix Guth
02. November 2006, 12:47 Uhr

Die Staffel 2 der Dortmunder Kreisliga A bietet nach zwölf absolvierten Spielen ein ungewöhnliches Bild: Mit dem TSC Eintracht Dortmund, FC Brünninghausen, VfR Sölde und RW Barop stehen vier Teams gleichauf mit 27 Zählern an der Tabellenspitze. Nur einen Punkt dahinter liegt der VfL Hörde, gefolgt vom BSV Schüren (25) und den Außenseitern Hörder SC (21) und Hombrucher SV II (20). Schon am nächsten Spieltag kommt es dabei zu weiteren Spitzentreffen, wenn Barop beim VfL Hörde gastiert und der HSC auf Schüren trifft. revierkick.de sprach mit den vier Trainern der Top-Teams über Erfolgsgeheimnisse, die Stützen ihrer Teams und Prognosen für das Titelrennen.

revierkick.de: Wie bewerten Sie den bisherigen Saisonverlauf?

Marc Ritterswürden (Trainer TSC Eintracht Dortmund): "Bei uns redet niemand vom Aufstieg. Denn alles was zu einem Fußballverein dazu gehört, machen die Mannschaft und ich alleine. Wir sind bei Eintracht eben nur eine von 39 Abteilungen. Die Euphorie von sieben Siegen in Folge hat uns eine zeitlang getragen. Als wir dann gegen Schüren vor zwei Wochen verloren haben, hatte ich schon Bedenken. Aber die Mannschaft hat am letzten Sonntag beim 6:0 gegen BSV Fortuna hervorragend reagiert."

Markus Laußmann (Trainer FC Brünninghausen): "Wir sind als großer Favorit in die Saison gegangen und nehmen diese Rolle auch gerne an. Aber wir hatten anfangs einige Probleme, uns als Mannschaft zu finden. Jetzt sind wir seit acht Spielen ungeschlagen und man merkt, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht. Dieser Teamgeist kann gerade in den unteren Amateurklassen vieles wett machen."

Michael Parke (Trainer VfR Sölde): "Nach dem Aufstieg in die Kreisliga A war von uns ja nicht allzu viel zu erwarten, zumal wir die Mannschaft kaum verändert haben. Doch wir haben hier eine gute Mischung auf dem Platz. Leider ist am letzten Wochenende unsere Serie von 35 Spielen ohne Niederlage zu Ende gegangen. Aber ich habe den Jungs gesagt, dass sie sich das jetzt nicht so sehr zu Herzen nehmen sollen. Jetzt müssen wir zu Hause gegen Sarajewo Bosna wieder wach sein und danach geht es nach Brünninghausen."

Peter Schemmann (Trainer RW Barop): "Im letzten Spiel gegen Sölde sind wir endlich wieder mit der richtigen Einstellung aufgetreten. Das haben wir in den beiden Spielen davor versäumt und haben deshalb auch zu Recht unsere ersten beiden Saisonniederlagen kassiert. Vielleicht war der Druck, als Tabellenführer unbedingt gewinnen zu müssen, für die junge Mannschaft einfach zu groß. Aber es war ja auch eine unerwartete Situation. Deswegen bleiben wir auf dem Teppich und stellen keine Ansprüche."

revierkick.de: Was macht Ihr Team in dieser Saison so stark?

Marco Ritterswürden: "Wir haben keinen richtigen Überflieger in der Mannschaft und leben von der Geschlossenheit. Defensiv stehen wir gut, haben erst elf Gegentore kassiert, wovon wir einige quasi selbst gemacht haben. Vorne haben wir mit Samir Borzat einen Stürmer, der zuverlässig trifft."

Markus Laußmann: "Im Offensivbereich sind wir sehr gut ausgestattet. Aber auch defensiv haben wir uns zuletzt verbessert und sind seit vier Spielen ohne Gegentor. Eigentlich sind in unserem 19-Mann-Kader alle Leistungsträger. Wir haben kein so großes Leistungsgefälle wie andere Vereine, deshalb können wir Ausfälle wie zuletzt besser verkraften."

Michael Parke: "Wir sind von Abwehr bis Sturm sehr ausgeglichen besetzt. Zwar fallen Einzelne immer wieder besonders auf, aber fast jeder hatte bisher schonmal seinen Tag. Hinten halten die Erfahrenen wie Libero Evgeni Kuznetsov den Laden zusammen, im Angriff haben wir drei Top-Stürmer, die jede Menge Tricks auf Lager haben. Selbst ein Frank Schwollow bringt mit 40 Jahren noch konstant seine Leistung. Den größten Sprung hat aber Michael Sojker gemacht."

Peter Schemmann: "Wir haben keinen Star, bei uns macht es eher das Kollektiv. Alle müssen sich an ihre taktischen Aufgaben halten und das gelingt derzeit sehr gut. Mit 16 Spielern im Kader kommen wir bislang aus. Wir haben aber auch schon einige Anfragen für den Winter. Der Erfolg macht Barop scheinbar attraktiver, als es ohnehin schon war."

revierkick.de:Wer wird am Ende das Rennen machen?

Marco Ritterswürden: "Brünninghausen, wegen der individuellen Klasse, die in der Mannschaft steckt. Wenn die sich finden, wird da keiner mithalten können."

Markus Laußmann: "Dass Barop und Sölde da oben Konkurrenten sind, ist schon überraschend. Aber letztlich sehe ich Eintracht, Schüren, VfL Hörde und uns da oben. Hörde schätze ich dabei als den härtesten Konkurrenten ein."

Michael Parke: "Ich kann nur die Teams bewerten, gegen die wir bislang gespielt haben. Hörde war sehr stark, aber da haben wir bislang unser bestes Saisonspiel geboten. Ich glaube, dass meine Mannschaft die Stärke hat, bis zum Ende oben zu bleiben. Wir können jeden schlagen."

Peter Schemmann: "Ich sage mal was ganz Neues: Von den ersten acht wird eine Mannschaft aufsteigen. Die spielerisch bislang beste Mannschaft gegen die wir gespielt haben war TSV Eintracht, aber wir haben ja noch Brünninghausen und Sölde vor der Brust. Insgesamt kenne ich die Liga noch nicht so gut, da ich zuletzt drei Jahre Trainer in Brackel in der Bezirksliga war."

Autor: Felix Guth

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