Seit Montagnachmittag ist er wieder da. Der

Bochum: Koller will Team nicht "volllabern"

Die magische 45

27. Juni 2008, 09:42 Uhr

Seit Montagnachmittag ist er wieder da. Der "Macher", der dem VfL nicht nur den Aufstieg, sondern auch zweimal den Klassenerhalt gebracht hat.

Marcel Koller legte die 700 km von seiner Heimat Zürich nach Bochum zurück, und bevor er den Koffer überhaupt auspackte, zog es ihn ins Büro des rewirpowerStadions. Der akribische Arbeiter hat, lange bevor er heute Vormittag seine Akteure in der Kabine begrüßt, persönlich Fahrt aufgenommen. Koller wirkt ausgeruht, frisch und erstaunlich angriffslustig.

Und auch an seinen Zielen hat sich wenig verändert. Zunächst der Klassenerhalt, die magischen 45 Punkte (eine Zahl, die wieder an den Kabinenwand kleben wird), und dann sehen, was noch möglich ist. Bevor der Schweizer heute mit der Saisonvorbereitung beginnt, hatte RevierSport die Möglichkeit, mit dem Coach über die Perspektiven seines Teams, mögliche Veränderungen im Spielsystem und auch über seine ganz persönliche Befindlichkeit zu reden.

Herr Koller, haben Sie sich endlich einmal richtig erhol
Diese Frage kann ich endlich mal mit Ja beantworten. Denn im Gegensatz zum Vorjahr ist es mir gelungen, gänzlich abzuschalten. Das war möglich, denn bis auf die Personalie Fuchs waren unsere Transferaktivitäten rechtzeitig abgeschlossen.

Wie haben Sie Ihren Urlaub verbracht?
Zunächst war ich zehn Tage auf Mallorca, den Rest in Zürich.

Aber war es da nicht verlockend, sich ein EM-Spiel in Ihrer Heimat anzusehen?
Das schon, aber ich brauchte eine Auszeit. Und wenn ich ins Stadion gehe, dann ist das immer gleich mit Verpflichtungen verbunden. Und davon wollte ich mich freimachen.

Aber so ganz ohne EM ging es doch nicht.

Nein, das Gros der Spiele habe ich im Fernsehen verfolgt. Außerdem war ich beim Spiel Deutschland gegen Polen mit Freunden aus Bochum beim Public Viewing.

In der Baseler Zeitung vom Dienstag loben Sie auch bei diesem Turnier die deutschen Tugenden. Sind das nicht auch die Stärken, auf die ihre Mannschaft in der kommenden Spielzeit wieder angewiesen ist?
In der Tat. Die Zuschauer wollen doch zuerst sehen, dass wir laufen und grätschen. Gerade bei uns im Ruhrpott. Wenn wir mit Leidenschaft und Herz agieren und uns, wie schon in den letzten Jahren auch, als Unbeugsam erweisen, haben wir die Fans auf unserer Seite.

Betrachtet man die Aufsteiger und deren finanzielle Möglichkeiten, dann wird es ein ganz schweres Jahr.
Wie wahr. Köln, Mönchengladbach und Hoffenheim, das sind drei Teams, die uns wirtschaftlich schon überholt haben.

Und doch ein wenig Optimismus?
Wir haben keinen Leistungsträger verloren, und ich denke, dass wir mit den Neuen eine gute Wahl getroffen haben.

Was erwartet die Spieler zum Start der Vorbereitung?
Ich werde die Mannschaft nur kurz begrüßen, sie nicht gleich am ersten Tag volllabern. In Sachen Integration gibt es bei uns sowieso keine Probleme. Das wird sich auch nicht ändern.
Wird sich beim VfL vom Spielsystem etwas ändern?
Zunächst bleibt es im Mittelfeld bei der Raute, quasi als Grundausrichtung. Aber es reizt mich, schon aufgrund unserer neuen personellen Möglichkeiten, etwas offensiver zu spielen, das wird sich aus den Eindrücken der nächsten Wochen ergeben.

Wie sehen Sie Ihr Team im Vergleich zum Vorjahr?
Ich denke, es ist uns gelungen, die Qualität der Mannschaft nochmals zu verbessern.

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