Marcel Koller ist ein Freund akribischer Analysen. Ins Schwitzen geraten sein wird er dabei vor allem, wenn die VfL-Abwehr Gegenstand seiner Untersuchungen war.

Bochum: VfL-Defensive wackelte in der Zentrale

Verdammte Standards

25. Juni 2008, 10:13 Uhr

Marcel Koller ist ein Freund akribischer Analysen. Ins Schwitzen geraten sein wird er dabei vor allem, wenn die VfL-Abwehr Gegenstand seiner Untersuchungen war.

Denn sie gibt Rätsel auf. Vor allem die Innenverteidigung. Einerseits sind Marcel Maltritz und Anthar Yahia im Team wie im Umfeld unumstritten. Beide gelten als gesetzt, fallen selten aus, streichen durchweg gute Noten ein. Man könnte sie sogar als Prunkstück der Mannschaft bezeichnen. Doch die nackten Zahlen, eben diese Fakten aus der Spielanalyse, sprechen eine andere, eine bedenkliche Sprache.

Denn die VfL-Defensive wackelte gerade in der Zentrale, dem Betätigungsfeld von Maltritz und Yahia. In Zahlen: 14 Kopfballtore gegen den VfL bedeuten den drittschlechtesten Wert in der Liga. 20 Tore nach ruhenden Bällen musste kein anderer Erstligist hinnehmen - verdammte Standards! Dazu gehören auch die elf Treffer nach Freistößen. Und auch nach Ecken wurde der VfL sechsmal bezwungen. Allein Eintracht Frankfurt musste in dieser Statistik einen Treffer mehr schlucken.

"Vorne" liegt der VfL auch bei individuellen Fehlern, die zu Toren führten und bei der ungewöhnlich schwachen Quote von 48 Prozent gewonnener Defensivzweikämpfe (also bei gegnerischem Ballbesitz). Kein Wunder, dass der VfL nach Cottbus die meisten Torschüsse zuließ sowie allein in der Rückrunde stolze 45 gegnerische Großchancen.

Dies allein den Innenverteidigern anzulasten, wäre natürlich verfehlt. Mit Recht verweisen sie darauf, dass gerade die Flanken von den Außenpositionen verhindert werden müssen. Und auch die Flut von Fouls (drittschlechteste Ligabilanz) in den Halbpositionen, die zu den Freistößen führten, zukünftig unterbleiben müssen. Auffällig ja auch, dass "Abräumer" Daniel Imhof eine der schlechtesten Zweikampfstatistiken aller "Sechser" der Liga aufweist. Und doppelt kurios: Gerade Imhof gehörte zu den "Gewinnern" der letzten Saison, sah sich bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden zum Ende der Serie als Stammspieler.

Marcel Maltritz und Anthar Yahia müssen für die neue Saison - vermeint mit dem "Langen" Christoph Dabrowski - an einer besseren Zuteilung bei Standards und Flanken arbeiten, die eine Bilanz wie in der letzten Rückrunde verhindert. Andernfalls werden die Planungen mit einer zukünftig spielstärkeren und effizienteren Offensive nicht aufgehen. Denn auch in der Saison 2008/09 werden die Spiele "hinten" gewonnen.

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