Real Madrid, Manchester United und der FC Chelsea blicken dem Champions-League-Abend am Mittwoch entspannt entgegen. Alle Teams sind bereits fast sicher fürs Achtelfinale qualifiziert. Für Lazio Rom geht es um alles.

Pflichtaufgaben für europäische Top-Teams

as
25. November 2003, 13:31 Uhr

Real Madrid, Manchester United und der FC Chelsea blicken dem Champions-League-Abend am Mittwoch entspannt entgegen. Alle Teams sind bereits fast sicher fürs Achtelfinale qualifiziert. Für Lazio Rom geht es um alles.

Unterschiedlicher könnte die Ausgangslage vor diesem Spieltag nicht sein. Während einige Außenseiter ums Überleben in der Champions League kämpfen, erledigen die Top-Teams Real Madrid, Manchester United und der FC Chelsea eine lästige Pflicht. Den englischen Vertretern fehlt in den verbleibenden zwei Gruppenspielen nur jeweils ein Punkt zum Sprung ins Achtelfinale. Kein Wunder, dass die Gedanken schon um das bevorstehende Liga-Wochenende kreisen. "Am Sonntag spielen wir gegen ManU. Das ist ein sehr, sehr wichtiges Spiel auf dem Weg zum Titel", bestätigt Chelsea-Teammanager Claudio Ranieri.

Mit einem Sieg über Sparta Prag in der Gruppe G soll jedoch zuvor der Einzug in die Runde der letzten 16 Klubs klar gemacht werden. Manchester muss als Tabellenführer der Gruppe E beim bereits ausgeschiedenen Schlusslicht Panathianikos Athen antreten.

Real Madrid nur mit B-Elf in Marseille

Den Luxus mit einer "B-Elf" anzutreten, können sich die "Königlichen" aus Madrid bei ihrem Gastspiel bei Olympique Marseille leisten. Bereits für das Achtelfinale qualifiziert, spielt Trainer Carlos Queiroz mit dem Gedanken, einigen Stars eine Pause zu gönnen - so auch seinem Mittelfeld-Regisseur Zinedine Zidane. Doch der protestierte bereits und besteht auf seinem Einsatz in seiner südfranzösischen Heimatstadt, in der einst sein Fußball-Stern aufging und wo noch immer Eltern und Geschwister leben. Das Velodrome in Marseille ist seit Wochen ausverkauft, der Schwarzmarkt blüht. Alle wollen "Zizou" sehen.

Marseille kann sich allenfalls noch Hoffnungen auf Tabellenplatz drei hinter dem FC Porto und den Verbleib im UEFA-Cup machen. Porto würde ein Zähler im Heimspiel gegen das vom deutschen Ex-Nationalspieler Lothar Matthäus betreute Partizan Belgrad zum Überwintern in Europas Beletage reichen.

Echtes Endspiel zwischen Lazio und Besiktas

Um Millionen und viel Renommee geht es hingegen für Lazio Rom als Tabellenletzter der Chelsea-Gruppe. Das Gastspiel von Besiktas Istanbul wird zu einem echten Finale. Spätestens jedoch seit der 0:4-Pleite gegen das englische Starensemble aus London kämpfen die Römer gegen einen Heimkomplex. Nur ein Punkt steht nach den vergangenen sechs Auftritten im Olympiastadion zu Buche.

Die Lazio-Stars greifen in der Not offenbar nach jedem Strohhalm. "Meine Mutter und mein Vater haben mich dreimal spielen sehen, dreimal haben wir gewonnen. Sie werden erneut aus Piacenza anreisen", verriet Torjäger Simone Inzaghi, "denn es ist enorm wichtig für den Klub, in der Champions League zu bleiben." Doch auch die Türken dürfen sich angesichts von nur drei Punkten Vorsprung vor Rom keinen Ausrutscher leisten.

Gruppe H ist noch völlig offen

In der Gruppe H, die Titelverteidiger AC Mailand (7 Punkte) vor der Reise zu Ajax Amsterdam (6) anführt, können sich selbst Celta Vigo (5) sowie der FC Brügge (4) noch fürs Achtelfinale qualifizieren. Brügge benötigt jedoch am vorletzten Vorrundenspieltag unbedingt einen Sieg beim aktuellen Tabellen-17. der spanischen Primera Division. In Vigo belastet der Streit zwischen Trainer Migel Lopina und seinem Star Alexander Mostowoj die Vorbereitung. Der Russe ist in Ungnade gefallen, weil er in der vergangenen Woche mit zweitägiger Verspätung vom Länderspiel zurückkehrte.

Für Vigo geht es gegen den belgischen Double-Gewinner Brügge schon im alles. Der finanziell angeschlagene Klub sieht in der Champions League seine letzte Möglichkeit für große Einnahmen. Denn noch immer warten einige Spieler auf Gehaltszahlungen aus der vorigen Saison.

Autor: as

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