Timo Hildebrand ist der Torwart der Stunde. Mit dem VfB Stuttgart ist er seit 555 Minuten ohne Gegentor. Heute muss der junge Keeper seine Feuertaufe in der Champions League bestehen: Die Glasgow Rangers warten.

Hildebrand will die Null auch gegen Glasgow

16. September 2003, 11:57 Uhr

Timo Hildebrand ist der Torwart der Stunde. Mit dem VfB Stuttgart ist er seit 555 Minuten ohne Gegentor. Heute muss der junge Keeper seine Feuertaufe in der Champions League bestehen: Die Glasgow Rangers warten.

Der VfB Stuttgart steht auch in dieser Saison wieder weit vorne. Einen großen Anteil daran hat Torhüter Timo Hildebrand. In den ersten fünf Saisonspielen der Bundesliga fing sich der Torhüter noch kein Gegentor und parierte beim 1:0-Sieg bei Borussia Mönchengladbach sogar einen Elfmeter. Insgesamt musste der 24-Jährige im deutschen Oberhaus seit 555 Minuten nicht mehr hinter sich greifen. Nach dem Erstliga-Startrekord will Hildebrand mit dem deutschen Vize-Meister jetzt auch auf höchster internationaler Fußball-Bühne für Furore sorgen und sich zugleich bei DFB-Teamchef Rudi Völler als dritter Schlussmann für die EM 2004 in Portugal empfehlen.

"Ich denke, dass ich nun eine größere Chance habe, in der Nationalmannschaft noch auf den EM-Zug aufzuspringen. Die Spiele in der Champions League erregen einfach mehr Aufmerksamkeit. Du stehst viel mehr im Blickpunkt", sagt Hildebrand, der am Dienstag im Ibrox-Park von Glasgow gegen Schottlands Rekordmeister Rangers seine Feuertaufe in der "Königsklasse" erleben wird. Der 1,85 Meter große Keeper wäre nach Kevin Kuranyi und Andreas Hinkel der Dritte in der neuen Generation der Stuttgarter "jungen Wilden", der in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) Tritt fassen würde.

Beim DFB ist Hildebrand ein alter Bekannter

Beim DFB ist Hildebrand ohnehin schon ein alter Bekannter. Der Blondschopf, der mit 16 Jahren vom FV Hofheim zum VfB kam und dort im November 1999 beim 2:0-Sieg in Freiburg einen Erstliga-Einstand nach Maß feierte, durchlief beinahe alle Jugend-Nationalmannschaften und wurde mit der "U18" Vize-Europameister. Im April 2002 sammelte Hildebrand, dessen Vorbild der ehemalige italienische Auswahlschlussmann Walter Zenga ist, schließlich im Rahmen der WM-Vorbereitung beim Länderspiel gegen Kuwait in Freiburg erstmals Erfahrung im Völler-Team.

Doch eine Virusinfektion und kurz darauf ein Innenbandanriss stoppten in der vergangenen Saison zunächst den Höhenflug. Nach seiner Genesung drohte Hildebrand, in dem viele Experten für die Zeit nach der WM 2006 bereits den Nachfolger von Oliver Kahn sehen, sogar die Ersatzbank beim VfB. Doch er biss sich durch und bekam von Trainer Felix Magath wieder das Vertrauen geschenkt.

Für Magath hat sich Hildebrand in dieser Saison weiter positiv entwickelt. "Er ist gereift und versteht, dass es für ihn an der Zeit ist, aus dem Status des Talents herauszutreten und Verantwortung zu übernehmen", erklärte der VfB-Coach. Magath macht für Hildebrands Aufschwung auch die verstärkte Konkurrenz-Situation beim VfB durch die Verpflichtung von Torhüter Dirk Heinen verantwortlich: "Timo ist durch diesen Druck gewachsen."

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