Glücklicher Schuster, geschlagener Matthäus

us
14. August 2003, 16:49 Uhr

Trainer Bernd Schuster feierte in der dritten Quali-Runde der Champions League mit Schachtjor Donezk ein 1:0 im Hinspiel gegen Lok Moskau. Lothar Matthäus unterlag indes mit Partizan Belgrad 0:1 gegen Newcastle.

Der Mittwochabend war nicht immer nach dem Geschmack der deutschen Trainer, die bei Europas Champions-League-Bewerbern unter Vertrag stehen. Einziger Gewinner nach den Hinspielen der dritten Champions-League-Qualifikationsrunde war zweifellos Bernd Schuster. Für den neuen Coach des ukrainischen Fußballmeisters Schachtjor Donezk ist der Einzug in die Champions League nach dem 1:0 über Lokomotive Moskau zum Greifen nah.

Lothar Matthäus dagegen verlor mit dem serbischen Titelträger nach starker Vorstellung gegen Newcastle United 0:1. Dem Rekordnationalspieler bleiben genauso wie Joachim Löw als Trainer von Austria Wien (0:1 gegen Olympique Marseille) nur noch Durchhalteparolen vor den Rückspielen in knapp zwei Wochen.

Unglückliche Niederlage in Belgrad

"Wir werden alles versuchen in England. Wir dürfen uns zu Recht noch Hoffnung machen", sagte Matthäus nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Newcastle vor 32.000 Zuschauern. Der Weltmeister von 1990 sah eine spielstarke Belgrader Mannschaft, die vor allem in der Schlussphase etliche Großchancen und somit eine bessere Ausgangsposition vergab. Dennoch waren die traditionell kritischen serbischen Fans zufrieden mit ihrer Mannschaft und applaudierten trotz der Pleite.

"Ein großes Kompliment an meine Mannschaft. Wir haben den serbischen Fußball würdig vertreten", meinte Matthäus. Zumal die Mannschaft das Minimalziel durch den Einzug in die dritte Runde der Qualifikation und die damit verbundene Teilnahme am UEFA-Pokal erreicht hat. Und das ohne seine im Sommer für insgesamt rund zehn Millionen Euro verkauften Leistungsträger Danko Lazovic (Feyenoord Rotterdam) und Zvonimir Vukic (Schachtjor Donezk).

Schuster bedankt sich bei Vukic

Eben jener Vukic versetzte den ukrainischen Meister aus Donezk in einen Freudentaumel gegen Lokomotive Moskau. Der Serbe verwandelte nach 56 Minuten einen Foulelfmeter zum Siegtor der klar überlegenen Gastgeber, die einen höheren Erfolg verschenkten. Donezk ließ auch die besten Möglichkeiten bereits vor der Pause fahrlässig aus und hat jetzt noch 90 Minuten ganz harte Arbeit in der russischen Hauptstadt vor der Brust. "Nach dem Spielverlauf hätte ich mir das ein oder andere Tor mehr gewünscht. Lokomotive ist noch lange nicht geschlagen. Aber es ist wichtig, dass wir kein Gegentor zugelassen haben", meinte Schuster.

Löw erntete Pfiffe

In Wien gingen die Heimfans unterdessen tief enttäuscht nach Hause. Die Austria scheiterte unter Löw kläglich an der ersten echten internationalen Hürde. Gegen Olympique Marseille lag der Ex-Klub von Trainer Christoph Daum bereits nach vier Minuten durch einen Treffer des Russen Dimitri Sytschew in Rückstand. "Das war ein Schock, von dem wir uns nie richtig erholt haben. Wir haben zu keiner Zeit unseren Rhythmus gefunden", gab Löw zu. Mit gellenden Pfiffen machten die Austria-Fans ihrem Unmut Luft. Löw blieb nichts anderes übrig, als darauf hinzuweisen, dass noch 90 Minuten zu spielen sind: "Ich glaube noch immer daran, dass wir es schaffen können. Wir dürfen die Hoffnung nicht aufgeben und versuchen das schier Unmögliche möglich zu machen."

Autor: us

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