Noch heute liegt eine Postkarte meiner damaligen Freundin mit der Notiz „Das müsste etwas für Dich sein!“ in dem Buch. Recht hatte sie.

Nick Hornby: Fever Pitch. Ballfieber. Die Geschichte eines Fans

Auf der Suche nach sich selbst

Ralf Piorr
11. März 2008, 12:53 Uhr

Noch heute liegt eine Postkarte meiner damaligen Freundin mit der Notiz „Das müsste etwas für Dich sein!“ in dem Buch. Recht hatte sie.

[imgbox-right]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/006/833-7062_preview.jpeg Nick Hornby: Fever Pitch. Ballfieber. Die Geschichte eines Fans, TB, Kiepenheuer & Witsch, EUR 9,95[/imgbox] Allein der Anfang des Romans: „Ich verliebte mich in den Fußball, wie ich mich später in Frauen verlieben sollte: plötzlich, unerklärlich, unkritisch und ohne einen Gedanken an den Schmerz und die Zerrissenheit zu verschwenden, die damit verbunden sein würden.“ Wow, das saß.

Nick Hornbys Geschichte ist ein klassischer Entwicklungsroman wie Goethes „Wilhelm Meisters Lehrjahre“, nur verbringt der Ich-Erzähler seine Jugend in Highbury, der Spielstätte des FC Arsenal London. Das fiktive Tagebuch wird zu einer Erzählung über das Erwachsenwerden, der Suche nach sich selbst, Siegen und Niederlagen – und alles vor dem Auf- und Ab des Londoner Traditionsclubs, der damals noch weit von den Erfolgen der Ära Arsène Wenger entfernt war. Hornby revolutionierte mit diesem Buch „das Schreiben“ über den Fußball. Plötzlich waren persönliche Erinnerungen, kulturelle Doppelpässe und ganz subjektive Urteile und Geschichte nicht nur erlaubt, sondern auch gewollt. Das, was heute unter Fußball-Kultur verstanden wird, hat viel mit „Ballfieber“ zu tun. Deswegen: Lesen, wieder lesen, wieder wieder lesen.

Bewertung: 6 von 6 Bälle

Autor: Ralf Piorr

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