Die Deutsche Fußball Liga (DFL) nimmt das Thema 50+1-Regel in Angriff und hat in der Diskussion über die Möglichkeit des Einstiegs finanzstarker Investoren bei den Profiklubs informiert.

DFL: Werbung für Abschaffung der 50+1-Regel

Kind fordert vehement die Abschaffung

sid
05. März 2008, 17:43 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) nimmt das Thema 50+1-Regel in Angriff und hat in der Diskussion über die Möglichkeit des Einstiegs finanzstarker Investoren bei den Profiklubs informiert.

Ein konkretes Ergebnis konnte die DFL allerdings am Mittwoch noch nicht präsentieren. Es war eine erste Informationsveranstaltung der DFL für die 36 Bundes- und Zweitbundesligisten, in der für die Abschafftung der 50+1-Regel geworben wurde. Unter anderem fordert Präsident Martin Kind von Hannover 96 vehement die Abschaffung der Regel.

"Wir wollten mit dieser Veranstaltung zunächst zu einer Meinungsbildung in der Bundesliga beitragen. Eine mögliche Abschaffung der 50+1-Regel würde das Bild der Bundesliga nachhaltig und unumkehrbar verändern. Unser Ziel war es, den Bauch in den Hintergrund und den Kopf, die rationalen Aspekte, in den Vordergrund zu drängen", sagte Christian Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf einer Pressekonferenz nach der Informationsveranstaltung in Frankfurt/Main.

Den Vertretern der 36 Profiklubs wurden vom Ligavorstand unter Präsident Reinhard Rauball in der Frankfurter DFL-Zentrale vier Stunden durch vier verschiedene Referenten die Vor- und Nachteile einer möglichen Öffnung für Investoren dargestellt.

Interessant sei dabei laut Liga-Boss Rauball vor allem der Vortrag des Rechtsanwalts Andres Schollmeier gewesen. Der Anwalt erklärte, dass eine Beibehaltung der 50+1-Regel vor europäischen Gerichten voraussichtlich keinen Bestand habe. Zuletzt hatte Hannovers Präsident Kind erklärt, er wolle klagen, falls sich die Liga nicht zu einer Öffnung für Investoren durchringen könne.

Die derzeit bestehende Regelung besagt, dass der Verein in einer Aktien- oder Kapitalgesellschaft immer 50 Prozent plus eine Stimme halten muss, um Herr im eigenen Hause zu bleiben. Für eine Satzungsänderung bedarf es jeweils einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Mitgliederversammlung des Ligaverbandes und des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Derzeit spricht allerdings einiges dagegen, dass 25 der 36 Profiklubs für eine Abschaffung der 50+1-Regel stimmen würden.

Autor: sid

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