Sprichwörtlich in letzter Minute drehte SOBA Rhöndorf gegen Schalke 04 mächtig auf und den Spieß um. So brachte den Dragons der 88:84-Erfolg (45:48), neben zwei wertvollen Punkten für die Tabelle, eine gehörige Portion Selbstvertrauen in die eigene Stärke zurück.

Pro A Liga: SOBA Rhöndorf gewinnt bei Schalke 04

„Da haben wir alles in die Waagschale geworfen"

18. Dezember 2007, 12:54 Uhr

Sprichwörtlich in letzter Minute drehte SOBA Rhöndorf gegen Schalke 04 mächtig auf und den Spieß um. So brachte den Dragons der 88:84-Erfolg (45:48), neben zwei wertvollen Punkten für die Tabelle, eine gehörige Portion Selbstvertrauen in die eigene Stärke zurück.

Laut ging es in der Kabine der Rhöndorfer unmittelbar nach Spielende zu. „Es waren Befreiungsschreie,“ lächelte der Dragons-Coach. Die beiden letzten Liga-Niederlagen seien dem Team schon ziemlich ans Gemüt gegangen. Die Erleichterung nach dem Erfolgserlebnis wäre daher eben nicht nur spürbar, sondern auch hörbar gewesen.

Derweil herrschte bei den Hausherren gedämpfte Stimmung. Ebenso verständlich, hatte Schalke doch das Spielgeschehen über weite Strecken gut im Griff und bis zur 39. Minute mit 84:81 geführt. Als Kelvin Parker exakt 64 Sekunden vor Schluss jenseits der magischen Dreierlinie zum Wurf ansetzte stockte den Dragons-Fans zunächst der Atem, um im nächsten Moment erleichtert aufzuspringen. Der Wurf des Rhöndorfer Spielmachers rauschte nämlich durch die Reuse, gleichbedeutend mit dem Ausgleich (84:84).

Als sich knapp zehn Sekunden später Chris Rojik unter dem Brett durch tankte und zwei Punkte zur Führung für die Dragons nachlegte brauchte der Rhöndorfer Tross längst keine Sitzplätze mehr. Kelvin Parker und Chris Rojik mit zwei sicheren Freiwürfen, sorgten für den 88:84-Entstand aus Sicht der Rhöndorfer.

Der letzte Rebound landete übrigens in den Händen von Jürgen Malbeck. Es war sein insgesamt siebter in einem Spiel, das sein Trainer Olaf Stolz später als das beste des Dragons-Centers in der laufenden Saison bezeichnete. Angesichts von 20 Punkten innerhalb von nur knapp 23 Minuten wollte ihm niemand widersprechen.

Und der 33-jährige Routinier hätte garantiert noch einige Körbe mehr erzielt, doch leider war er relativ früh mit drei Fouls belastet und wurde daher vorübergehend auf der Bank geparkt. In der Phase, als aus Rhöndorfs 10:4-Führung innerhalb von zwölf Minuten ein 38:28-Rückstand (16.) wurde, war Jürgen Malbeck jedoch noch auf dem Feld und musste miterleben, wie die Westfalen das Kommando übernahmen.

„Ausgangspunkt waren zwei ärgerliche Ballverluste von uns,“ so Olaf Stolz. Schalke legte danach den Respekt ab und Matt Witt stärkte mit drei Dreiern das Selbstbewusstsein erheblich. Wenngleich der Dragons-Coach seine Punkte nicht als das eigentliche Problem erachtete: „Sein Score hatten wir auf der Rechnung – wir wollten die anderen Spieler besser kontrollieren und leichte Korberfolge verhindern, was uns in der ersten Halbzeit nicht gut genug gelungen ist.“

Dank einem 13:4-Lauf innerhalb der letzten zwei Minuten des zweiten Viertels, fiel der Rückstand für die Dragons zur Halbzeit mit drei Punkten (48:45) erträglich aus. Nach dem Seitenwechsel erlebten die Fans ein munteres „Jo-Jo-Spielchen“: Rhöndorf kämpfte sich immer wieder bis auf einen Zähler heran und konnte in der 29. Minute sogar ausgleichen (64:64 ), für die Führung reichte es aber nicht – bis zur besagten Crunchtime.

„Da haben wir alles in die Waagschale geworfen und großes Kämpferherz bewiesen,“ lobte ein sichtlich zufriedener Cheftrainer Olaf Stolz. Dragons-Manager Michael Wicherich schlug in die gleiche Kerbe: „Es war ein wichtiges Erfolgserlebnis, nach Wochen, in denen wir nicht das gezeigt haben, was wir wirklich draufhaben. Mit dem frisch getankten Selbstvertrauen sollten wir am kommenden Donnerstag gegen Düsseldorf ein weiteres positives Signal setzen und zufrieden in die Weihnachtspause gehen können.“

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