Erneuter Spielabruch in der Kreisliga! Im Gelsenkirchener Derby zwischen den Zweitvertretungen von Preußen Sutum und SC Hassel brach der Schiedsrichter die Begegnung bereits nach 20 Minuten ab. Fünf Minuten waren gespielt, als es bereits den ersten Aufreger gab: Ein Sutum-Stürmer sah die Rote Karte wegen Nachtretens. Zum Eklat kam es kurze Zeit später.

Schiri bedroht – Spielabbruch! Sutum erneut bei Skandalspiel beteiligt

"Der hatte einfach Schiss"

13. Dezember 2007, 17:46 Uhr

Erneuter Spielabruch in der Kreisliga! Im Gelsenkirchener Derby zwischen den Zweitvertretungen von Preußen Sutum und SC Hassel brach der Schiedsrichter die Begegnung bereits nach 20 Minuten ab. Fünf Minuten waren gespielt, als es bereits den ersten Aufreger gab: Ein Sutum-Stürmer sah die Rote Karte wegen Nachtretens. Zum Eklat kam es kurze Zeit später.

„Der Platzverweis war berechtigt, das haben auch die Mitspieler später insgeheim eingesehen“, sagte ein Akteur des SC Hassel, der nicht möchte, dass seine Name veröffentlicht wird.

Die Begegnung verlief nach Ansicht des Hasseler Spielers ansonsten normal, harte Fouls gab es während der gesamten (leider kurzen) Spielzeit nicht. „Es war nicht überhart, aber die Sutumer haben bei jeder Aktion versucht, den Schiedsrichter zu beeinflussen. Für Kleinigkeiten wollten die Freistöße haben und wenn die klare Fouls begangen haben, dann war das natürlich nie was schlimmes“, so der Hassel-Kicker weiter.

Nach dem Platzverweis dominierten die Grünen aus dem Gelsenkirchener Norden die Partie, gingen auch verdient mit 1:0 in Führung. Dann kam es zum Eklat - in der 20. Minute zeigte der junge Schiedsrichter auf den Punkt und zudem hielt er Sutums Keeper nach dessen Foulspiel im Strafraum die Gelbe Karte unter die Nase. „Das hätte eigentlich Rot geben müssen, aber das hat der sich nicht getraut. Wegen des Elfmeters ist er bedroht und beleidigt worden, worauf er dann die Partie abgebrochen hat, wofür ich auch absolutes Verständnis habe. Der hatte einfach Schiss.“

Nach dem Abpfiff sollen einige Akteure der Preußen noch versucht haben, in die Kabine des Schiedsrichters zu kommen, der die Tür allerdings verriegelte.

Peter Besan, Staffelleiter der Kreisligen B1 und B2 Gelsenkirchens, erhielt den Sonderbericht des Referees am Mittwoch. "Der Schiedsrichter ist in übelster Form bedroht worden, das ist natürlich eine Sache, die nicht geht. Vor dem ausstehenden Strafstoß gab es Wortgefechte zwischen dem Preußen-Torhüter und dem Mann in Schwarz, die in Drohungen endeten. Der Unparteiische hatte den Sutum-Keeper aufgefordert das zu unterlassen. Als er dem nicht nachkam, brach er die Begegnung ab."

Nun wird die Kreisspruchkammer über den Vorfall entscheiden, bei der die Beteiligten vernommen werden.

"Dazu kommt noch, dass der Ordnungsdienst fehlte, der natürlich immer vorhanden sein muss, wenn so etwas passiert."

"Ich bin sehr traurig und erbost über den Vorfall", betont Andreas Böhm, erster Vorsitzender der Preußen. "Ich war leider nicht vor Ort, so wie ich gehört habe, ist der Unparteiische von einem unserer Spieler auf dem Weg in die Kabine angespuckt und beleidigt worden. Ich konnte leider noch nicht mit dem Betreffenden reden."

Es scheint, als drohe den Gelsenkirchenern erneut größerer Ärger, denn in dieser Saison ist es nicht der erste Spielabbruch, an dem ein Sutumer Team beteiligt war. Zwei Begegnungen der dritten Mannschaft mussten ebenfalls vorzeitig beendet werden. Zufall?

"Eigentlich waren wir auf einem guten Weg, das schlechte Image loszuwerden. Ich muss aber auch sagen, dass zu Unrecht viel negatives über den Verein geredet wird, aber sowas passiert nicht nur hier", erklärt Böhm weiter.

Der Hasseler Akteur zeigt für ein solches Verhalten auf dem Fußballplatz jedenfalls kein Verständnis. "Der Unparteiische ist so um die 25, ungefähr in dem Alter wie die meisten Kicker. Der opfert seinen Sonntag um eine Kreisligapartie zu pfeifen und muss die abbrechen, weil er massiv bedroht wird, das muss man sich mal vorstellen!"

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