Es gibt Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Als eine solche kann auch die Story von Michael Esser herhalten. Letztes Jahr kickte der 20-jährige Keeper noch beim Bezirksligisten Wacker Obercastrop und wechselte jetzt zum Landesliga-Absteiger SV Sodingen. Die Verpflichtung des Zerberus kam allerdings nicht unter der Federführung des neuen SV-Coachs Michael Pannenbecker zustande, sondern wurde von dessen Vorgänger initiiert. Soweit nichts Ungewöhnliches.

SV Sodingen: Esser mit spezieller Vorbereitung

„Dann muss ich den Kampf eben annehmen“

nh
02. November 2007, 08:35 Uhr

Es gibt Geschichten, die nur der Fußball schreibt. Als eine solche kann auch die Story von Michael Esser herhalten. Letztes Jahr kickte der 20-jährige Keeper noch beim Bezirksligisten Wacker Obercastrop und wechselte jetzt zum Landesliga-Absteiger SV Sodingen. Die Verpflichtung des Zerberus kam allerdings nicht unter der Federführung des neuen SV-Coachs Michael Pannenbecker zustande, sondern wurde von dessen Vorgänger initiiert. Soweit nichts Ungewöhnliches.

Interessant wird es erst, wenn man berücksichtigt, dass der neue Linienchef vom Oberligisten SpVgg Erkenschwick kam und auch gleich einen Mann für das Tor mitbrachte. Daniel Kozakowski hatte unter Pannenbecker eine gute Oberligarückrunde gespielt und galt allgemein auf der Position zwischen den Pfosten als gesetzt: „Ich kannte den Michael nicht und da ist es ja nachvollziehbar, dass ich nicht mit einem solch jungen Torhüter die Saison plane“, bestätigt Pannenbecker die Eindrücke aus dem Sodinger Umfeld.

Selbst Essers Vater Uwe, Trainer bei Wacker, räumte dem Sohnemann vor der Saison nicht den Hauch einer Chance auf einen Stammplatz ein. Und auch beim Filius kamen letztlich Zweifel auf: „Als klar war, dass Kozakowski kommt, wollte ich kurzfristig doch noch bei Wacker bleiben, aber aus meinem Vertrag bei Sodingen kam ich nicht mehr raus.“ Von da an galt für den jungen Torwart nur noch eine Devise: „Dann muss ich eben den Kampf um die Nummer 1 annehmen“.

Doch auch die körperliche Verfassung des 1,96 m großen Hünen ließ seine Aktien bei Pannenbecker nicht steigen: „Als ich ihn das erste Mal gesehen hatte, war meine Entscheidung eigentlich schon gegen ihn gefallen. 113 Kilo waren einfach zu viel.“
Doch Essers Ehrgeiz ließ die Pfunde purzeln und brachte ihn so in die Erfolgsspur: „Ich habe meine Ernährung komplett umgestellt und nur noch Wasser getrunken“, verrät der angehenden Anlagenmechaniker „und so habe ich dann die 98 kg-Vorgabe des Trainers pünktlich zum Saisonstart erfüllt.“

Dass sich dieser Aufwand für Esser lohnen sollte, fand auch Pannenbecker und so stand „Micha“ dann in der Auftaktbegegnung gegen Waltrop zwischen den Pfosten – und behauptet den Platz seitdem: „Zum Saisonstart waren beide Torleute noch auf Augenhöhe, aber Michael hat riesig an sich gearbeitet und sich so den Einsatz am 1. Spieltag redlich verdient, und seitdem überragend gehalten.“

Mittlerweile ist der junge Castroper umumstritten beim SV und begeistert vor allem durch seine Reflexe: „Er ist ein Riesentalent und wenn seine Entwicklung so weitergeht, kann er durchaus den Sprung in höhere Klassen schaffen“, glaubt Pannenbecker, „doch er sollte geduldig sein.“

Autor: nh

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