Wer Tore sehen wollte, kam an diesem Wochenende in den höheren Spielklassen nicht auf seine Kosten. Ganze 19 Mal trafen die Erstligisten ins gegnerische Gehäuse.

Die Top 5 der Torhüter

Des einen Freud ist des anderen Leid

Moritz Rieckhoff
28. September 2006, 18:15 Uhr

Wer Tore sehen wollte, kam an diesem Wochenende in den höheren Spielklassen nicht auf seine Kosten. Ganze 19 Mal trafen die Erstligisten ins gegnerische Gehäuse.

Etwas besser war es in Deutschlands zweithöchster Spielklasse. Immerhin 25 Treffer konnten die Fans der 18 Teams in neun Spielen bejubeln. Doch wer sich langweilige Spiele, wie beispielsweise das 0:0 des MSV Duisburg gegen 1860 München ersparen möchte, dem sei der Besuch eines Kreisligaspiels empfohlen. Am siebten Spieltag der Kreisliga A, Gruppe 3 in Dortmund mussten die Torhüter den Ball in acht Partien ganze 43 Mal aus den Maschen holen. Dass es in den unteren Ligen regelmäßig zu hohen Ergebnissen kommt, ist auch der schwachen Abwehrleistung, die einige Teams Woche für Woche an den Tag legen, geschuldet. Ausbaden muss dies dann immer der Mann mit den Handschuhen. Auch an diesem Wochenende war das nicht anders.

FC Fathispor (Kreisliga A 3, Dortmund)

- Lüner SV II - SC Fathispor 10:0 -

Am vierten Spieltag der Kreisliga A 3 verlor der SC Fathispor sein Heimspiel gegen den ATC Brambauer mit 1:2. Soweit nichts Ungewöhnliches. Doch hätte der Keeper des türkischen Spielvereins gewusst, was sich in den anstehenden Partien vor seinem Tor abspielen sollte, er hätte seine Handschuhe wohl an den Nagel gehängt. Dem 0:9 bei Alemania Scharnhorst folgte am sechsten Spieltag eine 0:11-Heimklatsche gegen den Tabellenneunten BV Lünen. Am vergangenen Wochenende durfte die Zweite des Lüner SV dann ein Schützenfest feiern. Als der Abpfiff ertönte hieß es 10:0 für den Gast und der Torhüter des Tabellenfünfzehnten hatte sich soeben die Gegentore 43 bis 52 eingefangen. Übrigens: Ganze drei Mal mussten sich die Gegner der Türken über Gegentreffer ärgern.

Adler Oberhausen II (Kreisliga C B, Oberhausen)

- Adler Oberhausen II - Centro Italiano Oberhausen 1:14 -

Grund zur Freude hatten am Wochenende alle Oberhausener Tifosi. Das hätten selbst Totti, Pirlo und Co nicht besser hinbekommen. Ganze 14 Treffer erzielten die Italiener vom Club Centro Italiano beim Auswärtsspiel gegen die Zweite Mannschaft von Adler Oberhausen. Doch des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid. So flog der Schlussmann der Adler oft genug vergeblich durch seinen Strafraum, und musste letztendlich doch so oft wie kein anderer Torhüter im Ruhrgebiet an diesem Spieltag hinter sich greifen.

SC Borken III (Kreisliga B Recklinghausen)

- SV Lippramsdorf II - SG Borken III 10:0 -

Acht Spiele, sieben Niederlagen und nur ein Sieg. Das ist die erschütternde Bilanz des SV Borken III. Konnten - nach dem Sieg am ersten Spieltag - die anschließend folgenden Niederlagen wenigstens vom Ergebnis her noch erträglich gestaltet werden, setzte es im letzten Spiel eine hohe 10:0-Niederlage beim SV Lippramsdorf II. Für Torwart Michael Jansen wird die Situation am nächsten Spieltag jedoch nicht leichter. Denn dann wartet mit der SG Gemen II der Tabellenführer auf das Schlusslicht der Tabelle.

RW Wacker Bismark (Landesliga Westfalen 3)

- SV Herbede - RW Wacker Bismarck 8:0 -

Am Ende der abgelaufenen Bezirksliga-Saison stand für die Mannschaft von RW Wacker Bismark der Aufstieg in die Landesliga fest. 81 Tore schossen die Rot-Weißen damals. Heute bekommen sie die Tore. Bereits 35 Gegentore stehen nach sieben Spieltagen zu buche. Ganze acht Mal klingelte es am vergangenen Spieltag im Kasten von RW Wacker. Dieses frustrierende Gefühl wird dem Keeper der Rot-Weißen jedoch in Zukunft erspart bleiben. Bismarcks 1. Mannschaft hat sich am Mittwoch vom Spielbetrieb abgemeldet. Bleibt die Frage, was dem Torhüter lieber gewesen wäre. Sonntags die Hütte voll zu bekommen oder wie ab sofort: Kaffee und Kuchen und ein Spaziergang zum Sportplatz, "Mal gucken, was die Zweite macht".

VfB Lünen 08 (Bezirksliga 8 Westfalen)

- SC Aplerbeck - VfB Lünen 08 8:1 -

Beinahe hätte der VfB seinem Namen alle Ehre gemacht. Nur durch ein selbst erzieltes Tor konnten die Lünener eine 0:8-Pleite abwenden. Grund zur Freude bestand aber dennoch nicht. Obwohl sich der Torhüter der Gäste beim Spiel seiner Mannschaft gegen den Tabellenführer auf viel Arbeit eingestellt haben dürfte, mit acht Gegentoren in einem Spiel hatte er wahrscheinlich nicht gerechnet. Ob die drei in der bisherigen Saison eingefahrenen Siege die Laune des Torwarts bessern konnten, darf nach diesem rabenschwarzen Tag fürs Erste bezweifelt werden.

Autor: Moritz Rieckhoff

Kommentieren