Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat am Dienstag nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Profiklubs die TV-Vermarktungrechte an der Bundesliga vergeben. Hier die wichtigsten Fakten dazu in der Übersicht:[b] 1.[/b] Die DFL gibt die Inlands-TV-Rechte an der Bundesliga für garantierte 500 Millionen Euro pro Saison ab dem Jahr 2009 bis 2015 zur Vermarktung an das Unternehmen Sirius (Tochterfirma der Kirch-Agentur SF 15) weiter.

Fakten zur Vergabe der TV-Vermarktungsrechte

Drei Milliarden Euro bis 2015

sid
10. Oktober 2007, 12:33 Uhr

Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat am Dienstag nach einer außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Profiklubs die TV-Vermarktungrechte an der Bundesliga vergeben. Hier die wichtigsten Fakten dazu in der Übersicht:[b] 1.[/b] Die DFL gibt die Inlands-TV-Rechte an der Bundesliga für garantierte 500 Millionen Euro pro Saison ab dem Jahr 2009 bis 2015 zur Vermarktung an das Unternehmen Sirius (Tochterfirma der Kirch-Agentur SF 15) weiter.

Sirius übernimmt die Rolle eines Dienstleisters, die TV-Rechte selbst bleiben bei der DFL. Für die 500 Millionen pro Saison (insgesamt drei Milliarden Euro) liegt eine hundertprozentige Bankbürgschaft vor. Bisher verkaufte die DFL die TV-Rechte direkt an die Fernsehsender und generierte zuletzt 440 Millionen Euro pro Spielzeit.

2. Sollte Sirius die TV-Rechte zu einem höheren Preis als 500 Millionen Euro pro Saison veräußern, werden die Proficlubs mit einem Anteil in einer noch nicht bekanntgegebenen Höhe daran partizipieren.

3. Die DFL erwartet durch die Auslandsvermarktung sowie weitere Erlöse (beispielsweise Marketing) zwischen den Jahren 2009 und 2015 zusätzliche Einnahmen in Höhe von 460 Millionen Euro.

4. Die DFL wird gemeinsam mit Sirius ein Unternehmen gründen, welches die Bundesliga als fertig produziertes Produkt für den Pay-TV-Bereich vertreibt. Dies bedeutet, dass ein interessierter Bezahlsender die von DFL und Sirius produzierten Spiele in dieser Form übernehmen soll.

Dies hat mehrere Auswirkungen:

a) Pay-TV-Sender brauchen keine eigene Redaktion zum erstellen des Live-Programms mehr. Sollte beispielsweise der jetzige Live-Sender Premiere die Rechte erwerben, könnte er den Großteil seiner Redaktion auflösen. Premiere hat dies allerdings bereits abgelehnt.

b) Neue Pay-TV-Sender können kostengünstig entstehen und sich um die Bundesliga-Rechte bemühen, da keine eigene Redaktion mehr nötig ist. Dadurch würde eine größere Konkurrenzsituation im Pay-TV-Bereich entstehen, die den Preis - wie von den Klubs gewünscht - in die Höhe treiben könnte.

c) Die DFL muss sich der Kritik stellen, dass das fertig produzierte Produkt journalistisch nicht mehr objektiv sein könnte. Die DFL-Spitze hat diesen Vorwurf zurückgewiesen.

5. Bei welchen Sendern (Pay-TV und frei empfangbares Fernsehen) die Bundesliga ab 2009 zu sehen sein wird, ist noch völlig offen. Die Ausschreibung der unterschiedlichen Sende-Modelle für den Zeitraum zwischen 2009 und 2012 erfolgt erst im Frühjahr 2008. Allerdings droht der Sportschau im Vorabendprogramm das Aus, denn die DFL ist von ihrer bisherigen Politik einer zeitnahen Zusammenfassung der Spiele im frei empfangbaren Fernsehen abgewichen.

Im Klartext bedeutet dies: Sollte ein Pay-TV-Sender - wie Premiere schon bei der zurückliegenden Ausschreibung - das meiste Geld auf den Tisch legen und dafür eine spätere Ausstrahlung der Zusammenfassungen im frei empfangbaren Fernsehen verlangen, dürfte diese Variante diesmal den Zuschlag erhalten.

Autor: sid

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