Beim Vorhaben, näher an die Europa League-Plätze heranzurücken, wurde der FC Schalke 04 an der Weser zerlegt.

Herber Rückschlag

0:3! Schalke wird in Bremen zerlegt

Thomas Tartemann
04. April 2017, 23:11 Uhr
Foto: Firo

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Beim Vorhaben, näher an die Europa League-Plätze heranzurücken, wurde der FC Schalke 04 an der Weser zerlegt.

Durch den 0:3 (0:1)-Abschuss bei Werder Bremen müssen die Königsblauen den Blick wieder nach unten richten. Die Hanseaten dagegen setzen ihren Höhenflug fort und stehen mit 35 Zählern jetzt sogar vor den Schalkern. Die bärenstarke Werder-Bilanz: 19 Punkte aus den letzten acht Begegnungen! Um diesen Lauf zu unterbrechen, hätte Schalke mehr investieren müssen.

Alleine die Gestik von Trainer Markus Weinzierl lieferte im ersten Durchgang viele Aufschlüsse darüber, dass sein Team nur wenig von dem umsetzen konnte, was es eigentlich mit auf den Weg bekommen hatte. Weinzierl gestikulierte, gab vehement Anweisungen und versuchte, seine Profis bei Ballbesitz zu pushen. Allerdings mit mäßigem Erfolg. Schalke wirkte umständlich, gedanklich nicht frisch genug und oftmals zu umständlich. Die Bremer waren gegenüber dem 1:3 in der Hinrunde nicht wieder zu erkennen. Mit zielstrebigem, aggressivem Spiel sorgten sie gleich in der Startphase für bange Momente im königsblauen Strafraum.

Mittelfeldspieler Daniel Caligiuri, der bereits beim Derby gegen Dortmund (1:1) für einige Minuten den Part auf der rechten Abwehrseite übernommen hatte, startete diesmal von Beginn in Schalkes Viererkette und hatte dort deutliche Abstimmungs-Schwierigkeiten. Beim Bremer Führungstor durch Gebre Selassie (24.) stimmte die Absprache zwischen Caligiuri und Benedikt Höwedes nicht. In der Entstehung des Kopfballtores hätte zudem Eric Maxim Choupo-Moting energischer eingreifen müssen. Er ließ Werder-Kapitän Zlatko Junuzovic ungehindert flanken.

Schalke antwortete zwar schnell durch Max Meyer, der auf seiner Lieblingsposition im offensiven Mittelfeld zum Einsatz kam, aber sein Distanzschuss wurde von Bremens Schlussmann Felix Wiedwald abgewehrt. Wiedwald hielt auch den Nachschuss von Caligiuri (27.). Kurz vor dem Pausenpfiff hatte Schalke Glück. Caligiuris Aufbaufehler leitete einen Konter ein, aber S04-Torhüter Ralf Fährmann entschärfte den Schuss von Florian Grillitsch.

Nach Wiederanpfiff mühten sich die Gäste um druckvolle Offensivaktionen und lockerten den Deckungsverband. Max Meyer prüfte Wiedwald erst mit einem Flachschuss (59.) und scheiterte dann mit einem abgerutschten Versuch, der am rechten Pfosten vorbeirollte (60.).

Trainer Weinzierl reagierte und nahm nach 62 Minuten Meyer sowie Choupo-Moting vom Feld, brachte stattdessen Altmeister Klaas-Jan Huntelaar und den ukrainischen Flügelflitzer Yevhen Konoplyanka, der es in den vergangenen Wochen oft gar nicht in den 18er-Kader geschafft hatte. Die Schalker machten es sich beim Versuch, den Ausgleich zu erzielen, immer wieder durch unnötige Aufbaupatzer (Stambouli, Caligiuri) schwer und hatten Glück, dass Fin Bartels Flachschuss am Tor vorbeitrudelte (69.).

Sieben Minuten später war der Fisch gegessen: Nach einem Foul von Höwedes an Grillitsch zeigte Schiedsrichter Robert Hartmann auf den Punkt. Max Kruse verwandelte eiskalt zum 2:0. Bremen legte entfesselt nach. Maximilian Eggestein köpfte gegen die unsortierte S04-Deckung unbedrängt zum 3:0 ein (80.).

Autor: Thomas Tartemann

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