Der Weg hinauf zum Schloss Mittersill ist so steil und eng, dass die Zufahrt für Schalkes Busfahrer Lars Laser eine Herausforderung ist.

Zwei Neue

Das plant S04-Manager Heidel mit den Sané-Millionen

Manfred Hendriock
01. August 2016, 20:25 Uhr
Foto: firo

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Der Weg hinauf zum Schloss Mittersill ist so steil und eng, dass die Zufahrt für Schalkes Busfahrer Lars Laser eine Herausforderung ist.

Man hat sogar den Weg verbreitern müssen, damit der riesige königsblaue Bus nicht stecken bleibt. Am Montagnachmittag um 15.45 Uhr fuhr Laser den Berg hoch und lieferte die Schalker Spieler im Trainingslager ab – Leroy Sané war schon nicht mehr dabei. Der 20-Jährige absolvierte zur selben Zeit den Medizincheck bei Manchester City, als Schalke 04 in Österreich eincheckte.

Der teuerste Transfer eines deutschen Spielers in der Geschichte des Fußballs ist so gut wie perfekt – es fehlt nur noch die offizielle Bekanntgabe durch den aufnehmenden Klub. Schalkes Manager Christian Heidel bestätigte der WAZ in Mittersill aber exklusiv die Einigung mit Manchester City über die Ablösesumme: „Wir sind jetzt soweit klar mit Manchester”, sagte Heidel am Montagnachmittag. „Jetzt muss Manchester mit dem Spieler klar kommen.” Zwischen Sané und City sind nur noch Kleinigkeiten zu regeln – der Rekordtransfer steht.

Über die finanziellen Rahmenbedingungen wurde Stillschweigen vereinbart. Die WAZ hat jedoch aus gut unterrichteter Quelle erfahren: Schalke wird das Ziel, bei der Hausnummer eine 5 vorne stehen zu haben, erreichen. Die Basis-Ablöse liegt knapp unter 50 Millionen bei 48 Millionen Euro, die über die Vertragslaufzeit von Sané in England in Raten gezahlt werden. Hinzu kommen Bonusleistungen, mit denen Schalke mit großer Sicherheit auf mehr als 50 bis maximal 55 Millionen Euro kommen wird. Bisher war Mesut Özil bei seinem Wechsel von Real Madrid zum FC Arsenal mit einer Ablösesumme von 47 Millionen Euro der teuerste deutsche Fußballer – nun ist das Leroy Sané, der gerade mal 47 Bundesliga-Spiele absolviert hat.

Heidel hält die finanziellen Eckdaten unter Verschluss, er sagt lediglich: „Jetzt haben wir ein Ergebnis erzielt, mit dem wir mehr als zufrieden sein können.” Im kommenden Sommer hätte Schalke nur 34 Millionen Euro für Sané bekommen. Für die Königsblauen ist es der zweite Rekordtransfer binnen elf Monaten: Vor fast einem Jahr ging Julian Draxler für 34 Millionen Euro (plus bis zu sechs Millionen Euro Boni) zum VfL Wolfsburg. Dank dieser Transferpolitik, die auch noch Heidels Vorgänger Horst Heldt mit in die Wege geleitet hat, kann der neue Manager die Mannschaft nun nach seinen Vorstellungen umbauen.

Baba schon an Bord

Mit dem Brasilianer Naldo, dem Ghaner Abdul Rahman Baba und dem Spanier Coke wurden bereits drei neue Abwehrspieler verpflichtet, mit dem Schweizer Breel Embolo ein Ausnahme-Talent für den Sturm. Heidel kündigt aber noch zwei weitere Transfers an: Es geht um einen Sané-Nachfolger für den Angriff und einen Sechser für die Balleroberung im Mittelfeld. Es ist aber ungewiss, ob diese Spieler noch nach Mittersill kommen, wo Schalke eine Woche trainiert.

Als der Schalker Bus am Montag den steilen Weg hinauf zum rustikalen Schlosshotel gefunden hatte, saß Linksverteidiger Abdul Rahman Baba, den Schalke vom FC Chelsea ausleiht, schon unter den neuen Teamkollegen. Der Spanier Coke vom FC Sevilla war noch nicht dabei – er musste sich erst in der Heimat verabschieden.

Autor: Manfred Hendriock

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