Die Reaktionen auf die Vorkommnisse während des Derbys zwischen Schalke und Dortmund sind vielschichtig. Es gibt Beobachter, die sich furchtbar aufregen und den Keeper von Borussia Dortmund, Roman Weidenfeller, wer weiß wohin wünschen. Dann gibt es Analysten, die gelassen reagieren und zur Ruhe mahnen.

RWE: Olaf Janßen: "Das gehört doch nirgendwo hin"

Konflikt zwischen "Weide" und "Asa" lässt Heiko Bonan zurückblicken

og
23. August 2007, 13:00 Uhr

Die Reaktionen auf die Vorkommnisse während des Derbys zwischen Schalke und Dortmund sind vielschichtig. Es gibt Beobachter, die sich furchtbar aufregen und den Keeper von Borussia Dortmund, Roman Weidenfeller, wer weiß wohin wünschen. Dann gibt es Analysten, die gelassen reagieren und zur Ruhe mahnen. "Wichtig ist für uns, das ist bei uns kein Kernproblem mehr", erklärt Nico Schäfer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied von Rot-Weiss Essen, der bei der Beurteilung der Szenen zwischen dem schwarz-gelben Torhüter und seinem königsblauen Widersacher Gerald Asamoah, die in einem "du schwarzes Schwein" durch Weidenfeller gegipfelt haben sollen, über den Tellerrand schaut.

"Wir starteten in der Vergangenheit viele überzeugende Aktionen gegen Rassismus im Stadion." Eine Szene, die man so ziemlich im Griff hat, auch wenn es immer noch typische Kleidungsstücke gibt, die vereinzelt getragen werden. Klar muss aber auch jedem sein, man kann nicht einzelne Labels an einem öffentlichen Ort wie einem Stadion ständig verbieten, nur weil sie in einer Szene beliebt sind. Mit diesen Klagen der Unternehmen will sich kein Club - auch RWE nicht - auseinandersetzen. Auch wenn es diesbezügliche Unternehmer gibt, die sich fragwürdig geben und zur Szene passen.

Außerdem geht der Club zusammen mit seinen Sponsoringpartnern unter der Betonung von "sozialer Verantwortung" unzweifelhaft den richtigen Weg. Schäfer schüttelt etwas irritiert den Kopf, wenn er die Details beim Derby verfolgt. "Es gibt ja mittlerweile sogar Lippenleser, die das beurteilen."

[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/002/872-2909_preview.jpeg Olaf Janßen (Foto: firo).[/imgbox]Olaf Janßen, Sportlicher Leiter an der Hafenstraße, macht unmissverständlich deutlich: "Wir gehören doch zu einer Generation, die gerade in diesem Zusammenhang große Antennen auf dem Kopf hat." Das heißt, man ist aufmerksam und reagiert hochsensibel auf derartige Auswüchse. Janßen: "Das ist doch ein gesellschaftliches Problem. Das gehört doch nirgendwo hin, wir haben eine besondere Verpflichtung." Den Konflikt zwischen "Asa" und "Weide" - für einen Konflikt benötigt man immer zwei Pole - jetzt irgendwie mit den nahezu zeitgleichen Vorkommnissen in Sachsen zu verbinden, erscheint doch absurd.

Insgesamt bleibt auch RWE-Trainer Heiko Bonan angenehm auf dem Teppich. "Man weiß doch nicht wirklich, was alles vorab passiert ist." In einem emotionalen Match, bei dem schon einmal die Gemüter überkochen, was keine Entgleisung entschuldigen darf.

Bonan entsinnt sich an seine eigene Laufbahn. "Jeder weiß, ich bin ein echter Ossi. Es gab früher für uns in der DDR Spiele gegen sowjetische Mannschaften." Ein durchaus nachdenkenswerter Transfer. Bonan weiter: "Es wurde doch immer großartig erzählt, das wären damals unsere größten Freunde. Ich weiß noch zu genau, wie ich als DDR-Bewohner damals als Faschist beschimpft wurde." Insgesamt legt sich Bonan fest. "Natürlich wird während eines Matches einiges erzählt, ich selbst habe es aber noch nie erlebt, dass es so weit ging."

Autor: og

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