Der Verkauf von Leroy Sané kann jederzeit über die Bühne gehen. Wer Nachfolger wird, will von Schalkes Sportvorstand Christian Heidel gut überlegt sein.

FC Schalke 04

Heidel bastelt am Transfercoup für S04

Manfred Hendriock
21. Juli 2016, 06:37 Uhr
Foto: firo

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Der Verkauf von Leroy Sané kann jederzeit über die Bühne gehen. Wer Nachfolger wird, will von Schalkes Sportvorstand Christian Heidel gut überlegt sein.

Warum Christian Heidel in der Fußball-Branche als äußerst schwieriger Verhandlungspartner gilt, wird an folgendem Beispiel deutlich: Schalkes Manager mag nicht pokern – er ist keiner, der mit von vornherein überzogenen Forderungen in die Gespräche einsteigt, um sich dann Stück für Stück zu einem Kompromiss herunterhandeln zu lassen. Heidel sagt, manche würden es ihm als Arroganz auslegen, dass es für ihn am Verhandlungstisch nur Hopp oder Top gibt: Entweder wird seine Forderung erfüllt, oder der Deal platzt. Genauso verhält es sich derzeit bei den Gesprächen mit Manchester City über einen Wechsel von Schalkes Ausnahme-Talent Leroy Sané.

Die Fakten liegen auf dem Tisch: Sané will nach England, Manchester City will ihn haben, und Schalke will 50 Millionen Euro – jetzt liegt es an den Engländern, die Bedingungen zu erfüllen. Dabei wird es eine schnelle Entscheidung noch in den nächsten Tagen geben. Heidel erkennt keinen Sinn darin, die Sache in die Länge zu ziehen und sieht allein die Engländer am Zug: „Entweder sie machen es, oder sie machen es nicht“, sagt er der WAZ: „Wir können mit beiden Szenarien gut leben.“

Wir können mit beiden Szenarien gut leben
Christian Heidel zum Sané-Verkauf

Abgeschrieben hat Schalkes Sportvorstand Leroy Sané noch nicht: Gleichwohl bereitet er sich aber auf den Rekord-Verkauf vor, der Sané zum bislang teuersten deutschen Fußballer überhaupt machen würde. Und das Vorbereiten beinhaltet auch, dass er an die Verpflichtung eines Nachfolgers denkt.

Naldo hatte niemand auf dem Zettel

Nach WAZ-Informationen können zwei Namen von der Liste gestrichen werden: Der von englischen Medien ins Gespräch gebrachte Serbe Dusan Tadic vom FC Southampton ist für Schalke schlicht und einfach unerschwinglich, während sich die Sachlage bei Filip Kostic als komplizierter erweist: Der Stuttgarter wird zwar als interessanter Spieler eingestuft, die Ablösevorstellung (17 Millionen Euro) lassen jedoch Verhandlungen von vornherein als sinnlos erscheinen. Heidel kommentiert solche Spekulationen nie. Er bevorzugt es, mit überraschenden Transfers um die Ecke zu kommen – seinen ersten Schalke-Coup Naldo hatte keiner auf der Liste.

Heidel möchte den Kader gerne bis zum Start ins Trainingslager komplett haben – da es am 1. August nach Mittersill geht, wird es in den nächsten Tagen Vollzugsmeldungen geben. Beim Sané-Transfer drückt er auch aufs Tempo, weil davon andere Personalien abhängen: „Wenn man drei Euro mehr in der Kasse hat, verändert das die Möglichkeiten“, sagt er – auch bei der Verpflichtung von einem oder sogar zwei neuen defensiven Mittelfeldspielern, die für die Balance im Kader unverzichtbar sind.

Plan B: Sané bleibt einfach noch da

Deswegen hat er einen Plan A mit den Sané-Millionen, die insgesamt größere Sprünge zulassen würden – und einen Plan B, nach dem das Ausnahme-Talent noch ein Jahr bleibt. Trainer Markus Weinzierl sagt: „Ich habe den Wunsch, dass Leroy hier bleibt.“ Das ist unwahrscheinlich – aber noch hat City die Forderungen nicht erfüllt.

Autor: Manfred Hendriock

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