Die deutsche Mannschaft machte einen deutlichen Fortschritt im Vergleich zu den ersten Gruppenspielen. Vor allem Joshua Kimmich konnte überzeugen.

Einzelkritik

Kimmich glänzt beim EM-Debüt

Jörn Meyn und Kai Schiller
21. Juni 2016, 20:14 Uhr
Foto: firo

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Die deutsche Mannschaft machte einen deutlichen Fortschritt im Vergleich zu den ersten Gruppenspielen. Vor allem Joshua Kimmich konnte überzeugen.

Manuel Neuer: Seine Weltklasse wurde nicht benötigt. Note: 3.

Joshua Kimmich: Trägt die Nummer 21, die auch Philipp Lahm beim FC Bayern hat. Ersetzte Höwedes rechts in der Viererkette und sollte in seinem zweiten Länderspiel ein bisschen Philipp Lahm sein. Gab dem bis dahin linkslastigen Offensivspiel ein Gegengewicht. War im Stile eines Außenstürmers an fast jeder Offensivaktion beteiligt. Der gelernte Sechser war auf ungewohnter Position der beste Mann auf dem Feld. Note: 2.

Jerome Boateng (bis 77. Minute): Man erwartet vom Abwehrchef derzeit immer Wunderdinge. Brauchte diesmal keine. Solide. Note: 3.

Mats Hummels: Hatte sich als Fan des nordirischen Stürmers Conor Washington geoutet, der früher mal Postbote war. Verweigerte dessen Lieferung. Note: 3.

Jonas Hector: Hat einen Karriereweg hingelegt, der auch zu den Fußballromantikern aus Nordirland passen würde: Bis 20 noch Oberligaspieler im Saarland, jetzt beim Weltmeister hinten links gesetzt. Bleibt das auch. Note: 3.

Sami Khedira (bis zur 69.): Immer noch nicht die alte Dampfwalze im Mittelfeld, aber wieder auf dem Weg in diese Richtung. Deutlich auffälliger als zuletzt. Note: 3.

Toni Kroos: Spielt oft den vorletzten Pass vor einem Torversuch. Ist der Koch des deutschen Spiels. Hatte diesmal aber nicht die besten Zutaten dabei – und bot Magerkost. Note: 4.

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Thomas Müller: Musste zuletzt viel über Golf sprechen. Hatte, um im Bild zu bleiben, zunächst nicht das richtige Eisen dabei, als er vier Großchance zum Einlochen vergab (8., 23., 27. und 34. Latte). Überließ dann lieber Gomez – der einputtete. Weiterhin die unglückliche Figur im Team bei dieser EM. Note: 4.

Mesut Özil: Hat endlich die Wegbeschreibung ins Turnier verstanden: Nicht nur Kunst sondern auch Kampf ist vom Spielmacher gefragt. Rettete sogar einmal hinten nach einem 60-Meter-Sprint. Verbessert. Note: 3.

Mario Götze (bis zu 55. Minute): War diesmal eher der Baum als der Hund. Wurde aus seinem bevorzugten Revier im Sturmzentrum vertrieben und auf links ausgesetzt, was bei ihm nicht die artgerechteste Haltung ist. Vergab fahrlässig zwei Chancen und wurde früh ausgewechselt. Note: 4.

Mario Gomez: Keine Ballerina, aber ein Ballermann. Hat sein Näschen wiedergefunden. Roch die Chance zum 1:0 und vollstreckte. Schoss nun in 66 Länderspielen 28 Tore. Bei einer derartigen Quote braucht man keine Ballerina zu sein. Note: 2.

André Schürrle (ab der 55. Minute): Kam wie immer ins Spiel, blieb aber blass. Note: 4.

Bastian Schweinsteiger (ab der 69.): Nach drei Minuten gegen die Ukraine bekam der Kapitän diesmal 21. Sammelte Fitness. Keine Note.

Benedikt Höwedes (ab 77. Minute): Durfte auch noch mitmachen. Keine Note.

Autor: Jörn Meyn und Kai Schiller

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