Nur noch fünf Tage, dann steht das

Fan: Olaf Suplicki wartet vor Derby auf Entschuldigung aus Schalke"

"Auf uns muss keiner einwirken"

13. August 2007, 09:20 Uhr

Nur noch fünf Tage, dann steht das "große" Revier-Derby erneut im Mittelpunkt des Geschehens. Und die Gemüter haben sich immer noch nicht beruhigt, das dürfte sich nach dem missglückten Saisonstart der Schwarz-Gelben, die nun auch sportlich bereits unerwartet unter Druck stehen, nicht gerade geändert haben. Doch im Mittelpunkt stehen auch die beiden Fanlager. "Die 93 Stadionverbote nach dem letzten Derby hätte es nie gegeben, wenn nicht seitens der Polizei zuvor alle Absprachen über den Haufen geworfen worden wären", behauptet Dortmunds Fanbeauftragter Olaf Suplicki im RS-Interview. Vor dem Derby am kommenden Samstag in der Arena wirft er zudem den Offiziellen beider Vereine vor, die Verantwortung für einen friedlichen Ablauf auf die Fanorganisationen abzuschieben.

Olaf Suplicki, Schalke und der BVB haben nach ihrem Friedensgipfel in Unna in einer gemeinsamen Erklärung mitgeteilt, sie wollten vor dem Derby am kommenden Samstag auf die Fanorganisationen einwirken, um deeskalierend einzugreifen. Haben die Verantwortlichen von Borussia schon mit Ihnen gesprochen?[imgbox-left]http://static.reviersport.de/include/images/imagedb/000/004/141-4186_preview.jpeg Moderate Töne vor dem Derby: BVB-Fan-"Chef" Olaf Suplicki.[/imgbox]

Darüber habe ich mich fürchterlich aufgeregt. Auf uns muss keiner einwirken. Da bin ich mir mit meinem Schalker Kollegen Rolf Rojek einig. Im Innenverhältnis zwischen der BVB-Fanabteilung und dem Schalker Fan-Club Verband gibt es überhaupt keine Probleme. Wir haben vor dem Spiel im Mai und auch schon beim Bannerklau zusammen versucht, die Situation zu entschärfen. Nicht wir haben im Vorfeld des letzten Derbys die Fehler begangen, die dafür gesorgt haben, dass sich die Situation zwischen Schalke und dem BVB so zugespitzt hat. Die Probleme sind von außen hereingetragen worden. Hätte die Polizei sich an die Absprachen gehalten, wäre es nie zu den 93 Stadionverboten, davon 89 auf Schalker Seite und vier bei uns, gekommen. Nicht umsonst wurde der verantwortliche Einsatzleiter der Dortmunder Polizei, Michael Kuchenbecker, der sich im Vorfeld auch noch sehr unglücklich als Schalker outete, mittlerweile nach Neuss strafversetzt.

Dennoch ist das Verhältnis zwischen den Fans überhitzt. Das wird darauf zurückgeführt, dass die BVB-Anhänger nach der in Dortmund verspielten Schalker Meisterschaft mit ihrem Hohn und Spott überreagiert hätten!

Ich finde, für die Brisanz, die in diesem Spiel lag, ist das noch sehr glimpflich abgelaufen. Aber wer hat hier überreagiert? Was mussten wir uns im Vorfeld des Spiels nicht alles anhören? `Wir schießen euch in die zweite Liga, wir werden Meister in Dortmund`. Asamoah läuft zu Fuß über die B1. Nein, Hohn und Spott waren mehr als berechtigt. Und ich weiß auch, dass wir das irgendwann wieder zurück bekommen können. Aber was hätten denn die Schalke Fans gemacht, hätte es mit der Meisterschaft in Dortmund geklappt. Da hätte doch auch keiner von Hohn und Spott abgesehen. Ich finde das, was nach der Saison passierte, viel schlimmer.

Wie meinen Sie das?

Das Thema war doch eigentlich schon erledigt, als Herr Tönnies im Folkloreteil der Schalker Jahreshauptversammlung diese billigen populistischen Äußerungen getätigt hat, er wolle sich beim nächsten Spiel in die Kurve stellen. Und auch für Gerd Rehbergs Vergleich mit den Kriegern im Nahen Osten warten wir noch auf eine Entschuldigung aus Schalke.
Gibt es dennoch besondere Maßnahmen von Ihrer Seite, um die Situation zu entschärfen?

Wir hatten am Donnerstag in Gelsenkirchen eine sehr harmonische Sicherheitsbesprechung. Wir machen das wie beim letzten Spiel in Schalke, werden mit 40 Bussen per Polizeieskorte anreisen. Wir hoffen, dass auch unsere Ultras mit den Bussen fahren werden. Einen Marsch, wie die Schalker bei uns veranstaltet haben, wird es nicht geben. Außerdem werden wir wieder im Block und am Löwenkäfig im Eingangsbereich eigene Fanordner einsetzen. Wenn man uns machen lässt, wie geplant, wird es keine Probleme geben.
Im November stehen bei der BVB-Fanabteilung Neuwahlen an. Nach diversen Äußerungen in Richtung Schalke sind Sie nicht mehr ganz unumstritten in Ihrer Position als Fanvorsitzender. Werden Sie erneut kandidieren?

Wir vom Vorstand werden uns zusammensetzen und Anfang Oktober erklären, wie es weiter gehen soll.

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