Im Kellerduell der Landesliga gab es zwischen dem TuS Essen-West 81 und dem FC Remscheid keinen Sieger. Dafür aber eine Schlussphase, die es richtig in sich hatte.

Essen-West - Remscheid

Legat-Fans schauen in die Röhre

19. März 2016, 19:07 Uhr
Foto: Ketzer

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Im Kellerduell der Landesliga gab es zwischen dem TuS Essen-West 81 und dem FC Remscheid keinen Sieger. Dafür aber eine Schlussphase, die es richtig in sich hatte.

Vor dem Eingang in die Kabine stand eine Gruppe junger Männer, die nur für einen Zweck ins Ruhrgebiet gereist war: Ein Foto und ein, zwei flotte Sprüche von Kult-Trainer Thorsten Legat. Der aber stratzte nach dem 2:2 (1:0) seiner Mannschaft wortlos an allen Schaulustigen vorbei. Der Coach der abstiegsbedrohten Remscheider war sichtlich angefressen.

Maßgeblichen Anteil daran, dass die Laune des Dschungelcamp-Teilnehmers in den Keller gerauscht war, hatte Essens Doppeltorschütze Manuel Ramanovic. Der ehemalige Mittelfeldspieler von Rot-Weiß Oberhausen hatte die Gastgeber zunächst in der 36. Minute in Führung gebracht. Dann erzielte er mit einem sehenswerten Fernschuss den umjubelten 2:2-Ausgleich in der 89. Minute. Zuvor hatten Ferhat Ülker (76.) und Domenico Cozza (86.) das Spiel zu Gunsten der Legat-Elf gedreht.

Ramanovics individuelle Klasse sicherte der Mannschaft von Björn Matzel letztlich einen Zähler. Aber sowohl der Coach als auch der Doppeltorschütze bemängelten, dass die 81er mit ihren Chancen zu fahrlässig umgegangen wären. „Klar wäre es schön gewesen, durch meine Tore am Ende noch einen Sieg zu holen. Aber daran kann man jetzt nichts mehr machen“, sagte Ramanovic nach dem Spiel.

In der ersten Hälfte hätten wir das Ding schon fix machen können
Björn Matzel, Trainer TuS Essen-West 81

Sein „Chef“ blies ins gleiche Horn, störte sich vor allem aber daran, dass der Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 durch einen Freistoß gefallen war. „Wir haben in Nievenheim gesehen, wie stark Remscheid bei Standards ist. Deshalb ist es umso ärgerlicher. In der ersten Hälfte hätten wir das Ding schon fix machen können. Bis zur 75. Minute hätte ich auch nicht damit gerechnet, dass wir überhaupt in Rückstand geraten können“, wollte Matzel der Punktgewinn im Kellerduell ob der Überlegenheit seiner Elf nicht so recht schmecken. „Das Positive ist, dass die Jungs sich reingeschmissen haben“, schloss der Coach der 81er an.

700 Kilometer für Legat-Foto

Zu diesem Zeitpunkt hatten die Legat-Fans immer noch nicht das Objekt ihrer Begierde angetroffen. Der Remscheider Coach hatte sich kurz nach dem Abpfiff bereits auf den Heimweg gemacht. „Wir sind 700 Kilometer gefahren, um ein Foto mit ihm zu machen. Und dann geht er einfach an uns vorbei“, war Markus Maier von der Reisegruppe aus Markdorf am Bodensee sichtlich enttäuscht.

Dass das Duell an der Keplerstraße von einem derartigen Hype begleitet wurde, ließ sein Pendant aber kalt. „Egal, was alle anderen sagen: Wir haben gegen Remscheid gespielt“, blendete der TuS-Coach den Legat-Faktor komplett aus.

Die Südbadener Fans des prominenten Linienchefs werden das ein wenig anders gesehen haben.

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