Das war ein echter Hammer!

S04

Elgert über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

13. März 2016, 16:12 Uhr
Foto: Benjamin Neumann

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Das war ein echter Hammer!

Als Schalkes Nachwuchstrainer Norbert Elgert nach der 0:1-Niederlage seiner U19 gegen Bayer Leverkusen mit seiner Spielanalyse fertig war, hatte er noch ein Bedürfnis. Er teilte den anwesenden Journalisten mit, dass sich seine Zeit bei den Königsblauen wohl dem Ende zuneigt. Hier seine Äußerungen im Wortlaut:

Norbert Elgert über das Spiel gegen Leverkusen …
Dass, wenn eine Mannschaft 35 Mal gewinnt, irgendwann mal eine Niederlage kommt, ist klar. Das habe ich den Jungs auch in der Halbzeit gesagt. Dass der Gegner nicht annähernd so gut ist, wie es scheint, sondern dass das auch ganz stark mit unserer Leistung zu tun hat, dass wir aber auch den Druck rausnehmen sollen.

über die letzten Jahre …
Wir bewegen uns hier seit sechs, sieben, acht Jahren immer „on top“. Wir haben jetzt sage und schreibe 35 Spiele – jetzt darf ich es ja sagen, weil sobald man über Serien spricht, sind sie eigentlich weg – nicht mehr verloren. Wenn dann noch eine Mannschaft kommt wie Leverkusen, die mit Nationalspielern gespickt ist, die zwar unter ihrem Niveau steht, aber punktuell immer wieder in der Lage ist jede Mannschaft in Deutschland zu schlagen, dann verlierst du irgendwann.

über den Leistungsdruck in der U19 …
Ich nehme das voll auf meine Kappe. Ich habe die Spieler seit fünf, sechs Jahren so etwas von ausgesaugt. Was auch sein muss, weil es unsere Aufgabe als Coach ist, alle Potenziale zu aktivieren, die Eigenmotivation zu stärken und immer wieder anzuschieben. Aber die Jungs waren jetzt so leer, wenn du dann (im Spiel) auch noch stolperst, dann merkst du wie sehr sie wollen. Deshalb null Vorwurf an meine Jungs. Wir spielen eine fantastische Saison. Die Saison nach einer Deutschen Meisterschaft ist immer die schwerste. Das haben sie bisher hervorragend gemacht. Und wenn dann eine Mannschaft wie Borussia Dortmund immer noch besser punktet und dann mit einem 8:1 auf unseren Sieg gegen sie antwortet, dann ist das so.

über seinen aktuellen Kader und den Meisterschaftskampf…
Die beiden Jahrgänge sind gut, aber es sind nicht unsere besten. Sie sind gut, nicht falsch verstehen. Da sind viele Zweier dabei, die auch mal Einser werden können, aber eben noch keine Einser. Von daher bewegen wir uns am obersten Level. Die Saison ist jetzt wahrscheinlich entschieden. Kein Problem. Da müssen wir uns neue Ziele setzen. In drei Wochen starten wir nochmal neu. Vielleicht mit Alper Ademoglu, bei dem die Fifa uns bislang keine Spielgenehmigung gibt. Und Haji Wright. Vielleicht auch wieder mit Josh Bitter und sechs, sieben anderen, die momentan ausgefallen sind.

über sein Befinden nach der Niederlage …
Alles okay. Ich bin zwar enttäuscht, aber nicht so super traurig, weil ich wusste, dass das irgendwann so kommen wird. Wir haben uns häufig durchgemogelt, in Duisburg, gegen Düsseldorf, die erste Halbzeit gegen Dortmund, bei RWE, wo wir kurz vor Schluss noch gewonnen haben. Normalerweise muss er (der Ball) aufgrund der zweiten Halbzeit ja rein. Aufgrund des Engagements hätten wir ein Unentschieden verdient. Leverkusen hätte aber auch mit zwei oder drei Toren gewinnen können aufgrund ihrer Konter.

über den Erwartungsdruck von außen …
Ich habe den Jungs nur gesagt und dazu stehe ich auch: „Wir gegen den Rest der Welt“. Ich mache überhaupt keinen Vorwurf gegen irgendwelche Zuschauer. Aber das war für sie jetzt auch mal sehr lehrreich, dass Profifußball etwas mit Gladiatorentum zu tun hat. Dass du als Spieler eben ein moderner Gladiator bist. Und da geht der Daumen eben hoch oder runter. Du musst die Stärke besitzen, dagegen anzugehen und damit klarzukommen. Nichtsdestotrotz wünscht man sich nach all dem was die Knappenschmiede und die U19 geleistet hat, punktuell ein bisschen mehr Unterstützung.

über seine eigene Zukunft …
Ich merke für mich, dass die Ära Norbert Elgert in den nächsten ein, zwei Jahren zu Ende geht. Das hat aber mit der Niederlage nichts zu tun. Dass ich dann in ein, zwei Jahren mal etwas Neues machen muss, und auch machen werde. Meine Motivation ist weiter maximal, nicht dass wir uns da falsch verstehen.

was er sich dann für sich vorstellen kann …
So etwas Ähnliches nochmal wo anders. Es sind so viele Möglichkeiten da. Ich bin Schalker und das werde ich auch immer bleiben. Aber in ein, zwei Jahren (30.6.18, die Red.) läuft mein Vertrag aus, dann könnte das sehr gut passieren.

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