Harald Schneider ist MSV-Fan durch und durch, seit 17 Jahren Dauerkarteninhaber.

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Erster Rollifahrer im Trainingslager

Dirk Retzlaff
22. Januar 2016, 12:02 Uhr
Foto: MSV-Fanclub Innenhafen

Foto: MSV-Fanclub Innenhafen

Harald Schneider ist MSV-Fan durch und durch, seit 17 Jahren Dauerkarteninhaber.

Der Wanheimerorter hat mit den Zebras in all den Jahren viel erlebt. In diesen Tagen ist er auch im Trainingslager in der Türkei beim Fußball-Zweitligisten hautnah dabei. Das ist aber keine Selbstverständlichkeit: Der 54-Jährige ist Rollstuhlfahrer. Der MSV-Fanclub Innenhafen machte die Reise möglich und sorgte damit für ein Novum. Schneider ist in der langen Geschichte der MSV-Trainingslager als erster „Rolli“ mit von der Partie. „Ich möchte mit der Reise ein Zeichen setzen und weiteren Rollstuhlfahrern die Angst nehmen, sich auf so eine aufwändige Geschichte einzulassen“, sagt Schneider. Der Aufwand ist groß. Der Duisburger ist in einem Elektrorollstuhl unterwegs, das Einchecken am Flughafen erfordert Zeit und Geduld. Vor Ort hat der Fanclub einen Spezialbus eingesetzt, damit Schneider beispielsweise das Testspiel gegen Pilsen besuchen konnte.

Die Sache soll groß werden

Für den vor zweieinhalb Jahren gegründeten MSV-Fanclub Innenhafen soll die Aktion nur ein Anfang sein. „Wir wollen die Sache groß werden lassen“, so Fanclub-Kassierer Volker Baumann. Ursprünglich sollten auch drei blinde Fans mit in die Türkei fahren, doch hatte sich das Projekt kurzfristig zerschlagen. „Wir haben uns das für das nächste Jahr fest vorgenommen“, so Baumann.

Der Fanclub übernimmt einen großen Teil der Kosten. Über Spenden und Sponsorengelder finanzieren die Anhänger das Projekt. Immerhin fallen doppelte Kosten an, da sowohl Rolli-Fahrer als auch Blinde jeweils eine Begleitperson dabei haben. Bei Harald Schneider ist das Detlef Färber, der auch bei jedem Heimspiel dabei ist. Nach der Rückkehr nach Duisburg wünschen sich Schneider und Färber zwei Dinge: dass der MSV die Klasse hält, und dass sie 2017 im Trainingslager wieder dabei sind.

Autor: Dirk Retzlaff

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