Die 1:3-Niederlage beim HSV war das erste Spiel nach dem Terror von Paris. BVB-Profi Gündogan sprach danach überraschend offen über seine Gefühle.

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Warum das Hamburg-Spiel für Gündogan schwer war

Sebastian Weßling
22. November 2015, 09:37 Uhr
Foto: firo

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Die 1:3-Niederlage beim HSV war das erste Spiel nach dem Terror von Paris. BVB-Profi Gündogan sprach danach überraschend offen über seine Gefühle.

Ilkay Gündogan sprach leise, mit gesenkter Stimme. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es war leicht heute“, sagte der Mittelfeldspieler von Borussia Dortmund nach der 1:3-Niederlage beim Hamburger SV. Dabei ging es Gündogan weniger um das Spiel selbst, um den leidenschaftlich auftretenden HSV, der die Dortmunder letztlich verdient niedergerungen hatte. Nein, dem 25-Jährigen ging es um die besonderen Begleitumstände dieser Partie.

Denn Gündogan war wie seine Klubkollegen Mats Hummels und Matthias Ginter dabei in Paris, bei jenem Länderspiel gegen die französische Nationalmannschaft, als Paris von den schlimmsten Terroranschlägen seiner Geschichte erschüttert wurde. Und er war auch dabei, als drei Tage später das Länderspiel gegen die Niederlande in Hannover abgesagt wurde.

Hummels und Ginter zogen es vor, zu schweigen – dafür sprach Gündogan, nun, da das erste Bundesligaspiel nach dem Terror von Paris vollzogen war, überraschend offen über seine Erlebnisse. „Es war schwierig in den letzten Tagen, den Fokus wieder auf den Fußball zu bekommen“, räumte er ein – und man merkte, wie der Spielgestalter um Worte rang: „Wenn man so etwas erlebt, dass man zwölf Stunden im Stadion eingesperrt ist, in den Katakomben auf engstem Raum zusammen ist, und draußen nach und nach Menschen erschossen werden, ist das schon sehr sehr seltsam, auch für einen persönlich.“

Es sei daher ein komisches Gefühl gewesen, wieder Fußball zu spielen. Aber eines war Gündogan noch wichtig zu betonen: „Das hatte keine Auswirkungen auf unsere Leistung, wir wissen, was wir falsch gemacht haben“, sagte er. „Trotzdem bleibt natürlich ein bitterer Beigeschmack und man kann das nicht von heute auf morgen ablegen.“

Autor: Sebastian Weßling

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